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Assad-Familie soll in Spanien wegen Geldwäsche auf die Anklagebank

MADRID (dpa-AFX) - Zahlreiche Angehörige des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sollen in Spanien wegen Geldwäsche in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro auf die Anklagebank. Ein Richter am Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid schlug am Freitag zum Abschluss seiner Ermittlungen vor, ein Strafverfahren einzuleiten - gegen den früheren Verteidigungsminister und Vizepräsidenten von Syrien, Rifaat al-Assad, der ein Onkel von Baschar al-Assad ist, sowie gegen 13 weitere Personen. Die Staatsanwaltschaft hat nun zehn Tage Zeit, um die Eröffnung des Prozesses zu beantragen.

Neben dem 82-jährigen Rifaat al-Assad, der nach Medienangaben in Frankreich und Großbritannien wohnt, werden auch acht seiner Kinder und zwei seiner Ehefrauen der Geldwäsche und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung beschuldigt. Vorwiegend mit in Syrien unterschlagenen öffentlichen Geldern soll die von Rifaat al-Assad angeführte Gruppe demnach in Spanien unter anderem 507 Immobilien im Gesamtwert von 695 Millionen Euro besitzen. Die Organisation sei seit den 1980er Jahren vor allem in der Provinz Málaga im Süden Spaniens tätig gewesen, heißt es in der Justiz-Mitteilung.

Ähnliche Geschäfte soll die Gruppe mit Hilfe von Scheinfirmen jahrelang auch in anderen europäischen Ländern getätigt haben. So besitze Rifaat al-Assad in Großbritannien zum Beispiel unter anderem die nach dem Buckingham Palace größte private Wohnimmobilie. Er oder die von ihm angeführte Familien-Organisation habe unter anderem auch ein Flugzeug vom Typ Boeing <US0970231058> 727, mehrere gepanzerte Luxusfahrzeuge sowie drei Schiffe.

Die Rechtfertigung der Familie al-Assad, das Geld stamme aus Geschenken und Spenden aus Saudi-Arabien, ließ Ermittlungsrichter José de la Mata den amtlichen Angaben zufolge nicht gelten. Man habe ermittelt, dass das nicht der Wahrheit entspreche, hieß es.

Gegen Rifaat al-Assad laufe bereits ein Prozess in Frankreich - und in der Schweiz werde gegen ihn wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt, so die spanische Justiz. Man arbeite mit den Behörden dieser und anderer Länder eng zusammen.

Rifaat al-Assad musste Syrien 1984 nach einem Putschversuch gegen seinen Bruder Hafis verlassen, den langjährigen Machthaber Syriens und Vater des heutigen Präsidenten. Rifaat gehörte lange selbst zur Führung des Landes, wo er als Kommandeur von Elitetruppen für mehrere Gräueltaten verantwortlich gemacht wird. Er wies dafür später jede Verantwortung zurück.