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Asien übertrifft Europa, USA mit überraschenden M&A-Mega-Deals

Manuel Baigorri
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Im ersten Halbjahr dieses Jahres hatte die Covid-19-Pandemie den M&A-Markt praktisch zum Erliegen gebracht. Aber nun ist im dritten Quartal ein überraschender Lichtblick aufgetaucht: Asien.

Mit 390 Milliarden Dollar liegt die Deal-Aktivität im asiatisch-pazifischen Raum im dritten Quartal bereits auf einem Rekordwert, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Das Volumen von Transaktionen in der Region ist in diesem Jahr um fast 11% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, während die Zahlen für Europa und den amerikanischen Kontinent eingebrochen sind.

Das Coronavirus bleibt ein mächtiges Hindernis. Und wegen der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sind einige Transaktionen schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Dennoch sitzen die M&A-Spezialisten nicht faul herum.

“Wir beobachten ein gesundes Volumen an Deal-Aktivität innerhalb Asien-Pazifik in weniger von der Pandemie getroffenen Sektoren, insbesondere Technologie”, sagte Jung Min, Co-Leiter M&A Asia ex-Japan bei Goldman Sachs Group Inc. in Hongkong. “Wir beobachten auch, dass chinesische Unternehmen sehr viel erfahrener werden, welche Transaktionen international durchführbar sind.

Zwar hat sich die chinesische Wirtschaft rascher als andere von den Auswirkungen der Covid-19-Krise erholt. Jedoch sind die chinesischen Transaktionen auf den Heimatmarkt konzentriert. Verschiedene Länder haben die Überprüfung von ausländischen Investments verschärft und in den USA notierte chinesische Firmen bekommen die Folgen der Streitigkeiten zwischen Peking und Washington zu spüren. Diese Faktoren haben dazu beigetragen, eine Welle von Delisting-Transaktionen anzuschieben, aber schlagzeilenträchtige Fusionen und Übernahmen sind größtenteils bescheideneren Unternehmenstransaktionen wie der Neuordnung im chinesischen Pipeline-Sektor gewichen.

Derartige Umstrukturierungs-Transaktionen sind in der Regel arbeitsintensiv und die Provisionen sind tendenziell niedrig, sagt Joe Gallagher, Leiter APAC M&A bei Credit Suisse Group AG in Hongkong.

Globale Deals haben sich in den letzten drei Monaten von dem schwachen zweiten Quartal erholt, die Volumina haben sich mehr als verdoppelt. Eine breitere und tiefere Erholung der Transaktionen hängt nicht nur von einer M&A-freundlichen Politik ab, sondern auch von den beteiligten Parteien selbst.

“Bis die Leute wieder reisen können, ist ein Boom bei grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen schwer vorstellbar”, sagt Gallagher. “Im gegenwärtigen Umfeld ist es eine stärkere Herausforderung, Deals zum Abschluss zu bringen, wenn sie nicht einen lokalen Käufer und Verkäufer beinhalten.”

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©2020 Bloomberg L.P.