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Arbeitnehmer der Gen Z trauen sich nicht, mit älteren Kollegen zu sprechen – was Arbeitgeber jetzt tun können

Mehr als jeder zehnte Befragte aus der Gen Z seit über einem Jahr kein direktes Gespräch mit einem Kollegen geführt, der 50 Jahre oder älter ist.  - Copyright: Yan Krukau/Pexels
Mehr als jeder zehnte Befragte aus der Gen Z seit über einem Jahr kein direktes Gespräch mit einem Kollegen geführt, der 50 Jahre oder älter ist. - Copyright: Yan Krukau/Pexels

Die jungen Kollegen seien zu fordernd, die älteren wären nicht bereit für Veränderung – viele Arbeitgeber sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Konflikte zwischen unterschiedlichen Generationen am Arbeitsplatz zu moderieren und bewältigen. Doch wie eine neue Umfrage der Jobplattform Linkedin zeigt, könnte ein wichtiger Faktor für das Problem die Kommunikation zwischen den verschiedenen Generationen sein.

Für die Linkedin-Umfrage, die Business Insider exklusiv vorliegt, wurden mehr als 2000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Generationskonflikt befragt. Die Hälfte der Befragten ist zwischen 18 und 26 Jahre alt, gehört zur Generation Z. Die andere Hälfte ist zwischen 26 und 80 Jahre alt. Sie sollten Fragen zu ihrer Sichtweise auf die jeweils andere Generation sowie Wünsche zur Verbesserung beantworten.

Das Ergebnis: Zu vielen Missverständnisse zwischen den Generationen am Arbeitsplatz kommt es aufgrund von fehlender Kommunikation. So hat mehr als jeder zehnte Befragte aus der Generation Z seit über einem Jahr kein direktes Gespräch mit einem Kollegen geführt, der 50 Jahre oder älter ist.

Warum sprechen junge und ältere Arbeitnehmer nicht miteinander?

Laut der Linkedin-Umfrage herrscht eine große Unsicherheit bei der Generation Z darüber, wie sie mit ihren Kollegen sprechen können. So sagten 39 Prozent, sie hätten Angst, sich vor den anderen Generationen blamieren zu können. Ein Viertel der Jüngeren vermeidet Gespräche, weil sie einfach nicht recht wissen, wie sie auf die älteren Kollegen zugehen können. Desweiteren fühlt sich die Hälfte der Generation Z von den anderen Generationen missverstanden. Und 25 Prozent fühlen sich unwohl, die Älteren um Hilfe zu fragen.

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Interessanterweise denken alle Generationen, dass sie voneinander lernen können. So sagen 36 Prozent der Generation Z, dass die älteren Kollegen mehr wüssten als sie. Umgekehrt glauben 33 Prozent der älteren Generation, dass die jungen Mitarbeiter mehr Wissen haben. Doch anstatt miteinander darüber zu reden, verstärken sich die Wissenslücken übereinander offenbar.

Barbara Wittmann, Country Managerin von LinkedIn DACH, sieht hier vor allem die Arbeitgeber und Führungskräfte in der Pflicht, eine gute Kommunikation zu gewährleisten: „An kaum einem Ort innerhalb der Gesellschaft treffen so viele Generationen aufeinander wie am Arbeitsplatz. Für die Zusammenarbeit im Team und deren Erfolg ist es daher enorm wichtig, dass Unternehmen ein Umfeld schaffen, das die Kommunikation zwischen den Generationen fördert.“ Erst der Austausch von Erfahrungen, Perspektiven und Fähigkeiten könnten für eine dynamische Arbeitskultur sorgen, die Innovation und Wachstum ermöglicht – und Unternehmen so auch langfristig einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Was können Führungskräfte tun?

„Gerade Führungskräfte können die Kommunikation zwischen Mitarbeitenden gezielt fördern und Verständnis für verschiedene Sichtweisen schaffen“, sagt Wittmann. Dem stimmen die Befragten der Linkedin-Umfrage zu: 65 Prozent der Gen Z denkt, dass eine bessere Kommunikation Aspekte wie Produktivität, Weiterentwicklung und die Stimmung im Team verbessern kann. Mehr als die Hälfte der jungen Arbeitnehmer wünscht sich außerdem, dass Unternehmen die generationsübergreifende Zusammenarbeit mehr fördern.

Vor allem für die jungen Kollegen, die während der Pandemie erste Arbeitserfahrungen gemacht haben, sollten Angebote gemacht werden, die sie bei der Entwicklung von Soft Skills wie Kommunikation, Führung und Empathie unterstützen. Das finden auch die Befragten selber: Die Hälfte aller Befragten glaubt, dass solche Maßnahmen für die junge Generation hilfreich sein kann.

Die Organisationspsychologin Jule Deges von der Coachingplattform Cochhub empfiehlt Arbeitgebern zudem, sich mehr auf die Gemeinsamkeiten als auf die Unterschiede der Generationen zu konzentrieren. Wichtige Ansätze für Führungskräfte seien das Ressourcen-orientierte Führen, bei dem sich vor allem darauf konzentriert wird, was die verschiedenen Individuen mitbringen. Regelmäßige Befragungen sowie eine inklusive Teamkultur können ebenfalls helfen, Mitarbeiter individuell zu unterstützen und die Kommunikation zu fördern.

Vier konkrete Maßnahmen für mehr Austausch zwischen den Generationen am Arbeitsplatz

Auch die Personalerin Ivana Baumann stimmt dem zu. Sie ist Head of HR und Recruiting bei HRworks. Baumann sagt: „Mein Tipp an Unternehmen und Führungskräfte wäre, den Generationskonflikt nicht als Hindernis, sondern als Chance zu betrachten.“ Es sei wichtig, die Vielfalt der Mitarbeiter als Stärke zu betrachten und aktiv Maßnahmen zu ergreifen, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen. Denn letztendlich profitieren nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon: „Durch den Austausch können traditionelle Ansätze herausgefordert und neue Wege gefunden werden, um Probleme anzugehen.“ Das fördert also nicht nur die Teamarbeit, sondern sorgt auch für eine höhere Zufriedenheit und Produktivität.

Diese vier konkreten Vorschläge hat die HR-Expertin Baumann für Unternehmen und Führungskräfte:

  • Mentoring-Programme: „Etabliert Programme, bei denen erfahrene Mitarbeiter jüngere Kollegen mentorieren können und andersherum – sogenanntes Reverse Mentoring“, rät sie. So können beide Seiten ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergeben und neue Perspektiven einnehmen.

  • Interaktive Workshops und Schulungen: „Organisiert Workshops und Schulungen, die darauf abzielen, das Verständnis und die Wertschätzung für die verschiedenen Generationen zu fördern und Stereotypen abzubauen.“

  • Teamprojekte und Zusammenarbeit: „Bietet Gelegenheiten für intergenerationale Zusammenarbeit an, indem ihr Mitarbeiter verschiedener Altersgruppen in gemeinsame Projekte oder Teams einbindet“, empfiehlt Baumann.

  • Offene Kommunikation fördern: Schafft eine offene Feedback-Kultur, in der Mitarbeiter konstruktives Feedback geben und empfangen können – unabhängig von ihrem Alter oder ihrer Position im Unternehmen.