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Arbeiten im Büro: Drei einfache Tipps einer Psychologin — die euch helfen können, einem Burnout vorzubeugen

·Lesedauer: 6 Min.

Manchmal, wenn Gesundheitspsychologin Ulrika Leons eine Menge Arbeit vor sich hat, die erledigt werden muss, dann schleicht sie sich morgens in ihr Büro. Ohne, dass irgendjemand es mitbekommt. Sie sagt niemandem „Hallo“, sie holt sich keinen Kaffee, sie geht einfach geradewegs in ihr Büro.

Weil niemand weiß, dass sie da ist, kann sie dann ein paar Stunden ohne Unterbrechungen arbeiten. Das ist nicht das einzige ungewöhnliche Ritual, das sie sich bei der Arbeit angewöhnt hat. Oft beginnt sie Meetings mit einer Achtsamkeitsübung. Sie stellt sicher, dass niemand ein Handy auf dem eigenen Schreibtisch liegen hat. Und wenn ein Meeting sehr lange dauert, schlägt sie immer eine Pause vor – eine stille Pause.

Auch wenn sich das alles ein bisschen merkwürdig anhören mag: Leons glaubt, dass jede und jeder sich solche Gewohnheiten aneignen sollte. „Wir behandeln unser Gehirn bei der Arbeit nicht gut“, sagt sie. „Wir lenken uns den ganzen Tag ab, beschäftigen uns mit unseren Handys und Smartwatches, während wir versuchen, in einem lauten Büro effizient zu arbeiten. Wir laugen unser Hirn aus.“

Netflix nach Feierabend ist keine Erholung

Wenn wir dann Feierabend haben, machen wir damit weiter, findet Ulrika Leons. Zu Hause bombardieren wir unseren Kopf mit noch mehr Informationen – durch soziale Medien oder dadurch, dass wir auf dem Nachhauseweg Musik hören. „Wir gehen heim und sehen uns einen Film oder eine Serie an“, sagt Leons. „Und unserem Gehirn gönnen wir keine Sekunde Pause.“

Diese Art zu arbeiten koste Energie – und sie sei unnötig belastend, findet die Psychologin. Das ende irgendwann damit, dass wir im Job ineffizient würden. „Wenn man sich keinen Moment zum Luftholen erlaubt, riskiert man einen Burnout.“

Burnout: Dieses Phänomen ist in den vergangenen Jahren zu einem immer mehr thematisierten Problem geworden. Doch wie bekämpft man ihn? Oder, noch besser: Wie beugt man ihm vor? Ulrika Leons hat uns drei Tipps gegeben, wie ihr euch besser um euren Kopf kümmert, während ihr arbeitet.

1. Große Lärmbelastung? Versuche, dich zu entziehen

Viele arbeiten in Berufen, die verlangen, den ganzen Tag den Kopf zu benutzen. Das bedeutet, dass wir uns auf bestimmte Aufgaben konzentrieren müssen. In einem Büro kann das schwierig sein. Ihr seid umgeben von Kolleginnen und Kollegen, die euch immer wieder ansprechen oder euch Fragen stellen. „Was ist mit dieser Kundin?“ oder „Kannst du dir diese Mail mal ansehen?“

Das mag harmlos erscheinen – für eure Konzentration aber ist es ein Desaster, sagt Leons. „Wenn euch jemand ablenkt, kann es zwischen fünf und 25 Minuten dauern, bis ihr euch wieder voll auf eine andere Aufgabe konzentrieren könnt. Es braucht Energie, ständig zwischen verschiedenen Dingen hin und her zu wechseln. Wenn ihr das den ganzen Tag macht, werdet ihr ausgelaugt zu Hause ankommen.“

Aus diesem Grund empfiehlt Leons, euch euren Kolleginnen und Kollegen zu entziehen, wenn ihr euch konzentrieren wollt. „Das geht ziemlich einfach, zum Beispiel, indem ihr euch Kopfhörer aufsetzt. Ihr könnt euch mit Kollegen etwa darauf einigen, dass niemand gestört wird, solange er oder sie Kopfhörer trägt.“

Es gibt aber noch andere Wege, um sicherzustellen, dass ihr nicht ständig abgelenkt werdet. Ihr könnt zum Beispiel mit eurem Arbeitgeber über die Möglichkeit sprechen, bestimmte Bereiche im Büro von den Gemeinschaftsbereichen visuell abzugrenzen – sodass ihr nicht jedem dabei zuschauen müsst, wie er sich einen Kaffee holt. „Man kann absprechen, dass Leute in einen Meetingraum gehen, wenn sie einen Anruf machen wollen“, sagt Ulrika Leons. „So stören sie andere damit nicht.“

2. Organisiert euch smart

Wenn ihr schon absehen könnt, dass ihr eine Stunde lang an einer Aufgabe arbeiten müsst, für die ihr euch stark konzentrieren müsst – dann denkt gut darüber nach, zu welcher Uhrzeit ihr sie erledigen wollt. „Jeder Mensch hat eine ,Aufmerksamkeitskurve'“, sagt Leons. „Wenn ihr eine Reihe eher einfacher Aufgaben habt, für die ihr euch nur ein paar Minuten konzentrieren müsst, dann klappt das oft auch in einem geschäftigen Büro.“ Wollt ihr euch aber auf etwas Längeres konzentrieren, versucht doch, es dann zu machen, wenn es im Büro ruhig ist – zum Beispiel morgens. „Nachmittags haben die meisten Menschen Schwierigkeiten, sich zu fokussieren. Morgens geht das besser.“

Verschiedene Unternehmen haben auch verschiedene zeitliche Abläufe, erklärt Leons. „Manchmal gibt es zum Beispiel jeden Morgen ein Meeting oder das Büro ist nachmittags immer ein bisschen lauter. Organisiert euren Tag um diese Dinge herum“, rät sie. Es klingt vielleicht simpel, doch es erfordert ein paar Anpassungen eures eigenen Rhythmus. „Wenn es gut funktioniert, wird es euch langfristig viel effizientere und ruhigere Arbeitsphasen verschaffen.“

Zusätzlich sei es sinnvoll, wenn die ganze Firma sich auf eine (oder mehrere) feste Zeiten in der Woche einigt, in denen alle fokussiert arbeiten können. „Wenn am Donnerstagmorgen zum Beispiel nie Meetings sind, dann könnte man sich darauf einigen, dass zu dieser Zeit jede und jeder für ein paar Stunden ungestört arbeiten kann“, sagt die Gesundheitspsychologin.

3. Erlaubt euch, regelmäßig durchzuatmen

Erlaubt ihr euch jemals Langeweile? Oder lest ihr dann doch jedes Mal die Nachrichten, während ihr auf euren Bus wartet? Nehmt ihr vielleicht auch schon mal das Handy mit auf die Toilette?

Wenn ja, dann denkt darüber nach, damit aufzuhören. Das würde eurem Gehirn die Möglichkeit einer kurzen Verschnaufpause geben, sagt Leons. „Wenn man jede Minute des Tages mit Stimuli und Unterhaltung füllt, dann bekommt das Gehirn nie die Chance, sich zu erholen. Man erhöht so unter Umständen das Risiko für einen Burnout.“

In der Vergangenheit seien Phasen des Nichtstuns und der Langeweile etwas ganz Natürliches gewesen. „Da hatte man mal nichts zu tun, während man auf Bus oder Bahn wartete.“ Jetzt füllten wir diese „Leerlauf-Momente“ mit Candy Crush oder Instagram – obwohl Langeweile und Tagträumerei für unser Gehirn große Erholung bedeuteten. „Einen Film zu schauen mag sich so anfühlen, als ob man entspannt“, sagt Ulrika Leons, „aber das Gehirn bekommt so keine Pause.“

Unser Gehirn müsse ab und zu die Gelegenheit bekommen, einen Tag zu verarbeiten. „Das geht nicht, wenn wir nach einem Arbeitstag nach Hause kommen und dann gleich anfangen zu lesen oder einen Film zu schauen.“ Man dürfe dafür wirklich nichts tun: einfach Tagträumen oder aus dem Fenster schauen.

Wenn ihr damit Schwierigkeiten habt, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um euch etwas bewusster auszuruhen: Meditation, Spazierengehen – oder euch einfach umschauen. „Das wichtigste ist, von Zeit zu Zeit gut zu euch selbst zu sein. Auf eine Art und Weise, die für euch funktioniert.“

Und wie macht Ulrika Leons das am liebsten? „Erst mal aus dem Fenster schauen und gar nichts tun. Dann erinnert ihr euch daran, wie es sich anfühlt, zu tagträumen.“ Von diesem Punkt aus, sagt sie, könnt ihr eine Tätigkeit finden, die zu euch passt – und euch genau dieses Gefühl beschert.

Dieser Artikel stammt ursprünglich von Business Insider Niederlande. Er wurde übersetzt.

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