Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    14.462,19
    +230,90 (+1,62%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.808,86
    +68,55 (+1,83%)
     
  • Dow Jones 30

    33.212,96
    +575,77 (+1,76%)
     
  • Gold

    1.857,30
    +3,40 (+0,18%)
     
  • EUR/USD

    1,0739
    +0,0006 (+0,05%)
     
  • BTC-EUR

    26.864,85
    -269,75 (-0,99%)
     
  • CMC Crypto 200

    625,79
    -3,71 (-0,59%)
     
  • Öl (Brent)

    115,07
    +0,98 (+0,86%)
     
  • MDAX

    29.749,55
    +319,28 (+1,08%)
     
  • TecDAX

    3.178,93
    +82,39 (+2,66%)
     
  • SDAX

    13.695,42
    +145,83 (+1,08%)
     
  • Nikkei 225

    26.781,68
    +176,84 (+0,66%)
     
  • FTSE 100

    7.585,46
    +20,54 (+0,27%)
     
  • CAC 40

    6.515,75
    +105,17 (+1,64%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.131,13
    +390,48 (+3,33%)
     

Ich arbeite seit fünf Jahren bei Ikea und die Kunden sind so unangenehm geworden, dass ich sie mit völlig neuen Augen sehe

·Lesedauer: 2 Min.

Wir sprachen mit einem Ikea-Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin, der oder die anonym bleiben möchte, über die Arbeit im Einzelhandel. Dass das Beschäftigungsverhältnis tatsächlich besteht, wurde von der Redaktion überprüft. Das Folgende erzählte die anonyme Quelle unserer freiberuflichen Autorin Elle Hardy.

Ich arbeite seit mehr als fünf Jahren bei Ikea und habe das Gefühl, dass das Verhältnis zwischen Kunden und Kundenservice-Mitarbeitenden völlig zerrüttet ist. Ich wüsste nicht, wie man es wieder kitten könnte.

Vielleicht wollen die Leute einfach nur verzweifelt ihre Produkte haben. Aber wenn etwas nicht vorrätig ist und die Leute wütend darüber sind, lassen sie es an uns aus – weil sie uns als minderwertig ansehen.

Im Moment ist die Blockade der Lieferkette ein echtes Problem. Einige Kunden sind verständnisvoll, aber die, die es nicht sind, stechen heraus. Vor kurzem hatte ich einen Kunden, der sagte, wir hätten nichts auf Lager, weil unser Unternehmen sozialistisch sei. Ein anderer Kunde sagte mir, wir würden nicht auf unsere Lagerbestände achten, also sei es unsere Schuld.

Mich beunruhigt, dass die Kunden anscheinend nicht begreifen, dass dieses Problem sich so schnell nicht auflösen wird. Sie kommen immer noch und fragen, wann die Sachen wieder auf Lager sind. Wir Mitarbeitenden hören manchmal unter der Hand, dass es bis zu sechs Monate dauern kann, bis wir bestimmte Artikel wieder haben.

Seit wir zum ersten Mal nach der Schließung wieder geöffnet hatten, hat sich dieses Problem langsam verstärkt. Unsere Bestände verkauften sich schneller als erwartet und schließlich wurden die Probleme in der Lieferkette immer größer, sodass wir sie nie ganz aufholen konnten.

„Ich kann die Leute nicht mehr so ansehen wie früher“

Ich glaube, dass die Menschen von einer Kultur der sofortigen Befriedigung ihrer Bedürfnisse verwöhnt sind. Ihnen sagen zu müssen, dass der gewünschte Artikel vielleicht erst in zwei Wochen verfügbar ist – das ist etwas, was Kunden in der heutigen Zeit nicht kennen. Ihren Unmut darüber lassen sie an uns Mitarbeitenden aus.

Auch die Maskenpflicht ist der Stimmung nicht gerade zuträglich gewesen. Die meisten Mitarbeitenden tragen immer noch Masken und halten sich von Leuten fern, die ihnen zu nahe kommen. Dafür ernten wir abfällige Kommentare und Unhöflichkeit von einigen Kunden.

Ein Kunde fing an, mich darauf hinzuweisen, dass die Maskenpflicht eine Diskriminierung sei. Er sagte: „Wie würde es Ihnen gefallen, wenn ich Sie wegen Ihres Aussehens diskriminieren würde?“ Ehrlich gesagt haben wir uns danach im gesamten Team unausgesprochen darauf geeinigt, dass wir die Kunden nicht mehr zum Tragen von Masken drängen werden. Das war es einfach nicht wert. Wenn man es will, kann man den ganzen Tag damit verbringen, sich mit den Kunden zu streiten – oder man macht sich einfach an die Arbeit und lässt die Sache auf sich beruhen.

Für mich war das der Moment, in dem ich zum ersten Mal dachte, dass die Beziehung zwischen Kunden und Servicepersonal wirklich zerrüttet ist. Wir baten unsere Kunden, eine Kleinigkeit für unsere Sicherheit zu tun und sie ignorierten es nicht nur – sie mussten jeden Tag mit uns darüber streiten.

Ich bin irgendwie mit allen fertig. Ich kann die Leute nicht mehr auf dieselbe Weise ansehen wie früher.

Dieser Text wurde von Mascha Wolf aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.