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ANALYSE: Gesunkene Risiken bei Eon stimmen Morgan Stanley zuversichtlicher

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat ihre negative Sicht auf die Aktie von Eon <DE000ENAG999> ad acta gelegt. Gesunkene Risiken in der Gaslieferkette und eine vergleichsweise schwache Kursentwicklung seit Jahresbeginn stimmen Analyst Robert Pulleyn mittlerweile zuversichtlicher. Er stufte daher das Papier des Versorgers von "Underweight" auf "Equal-weight" hoch. Das Kursziel kappte er aber von 10,50 auf 10,00 Euro und sieht damit aktuell noch Potenzial von rund zehn Prozent nach oben.

Die bestehenden Risiken erschienen nun einigermaßen eingepreist, sodass die Aktie ihr Jahrestief nicht testen sollte, schrieb Pulleyn. Anders als der Markt sehe er das Eon-Papier aber nicht als attraktiv bewertet an. Andere Titel seien werthaltiger.

Mit Blick auf die am Mittwoch anstehenden Halbjahreszahlen rät der Experte, sich moderat positiv zu positionieren. "Wir erwarten solide Ergebnisse", schrieb Pulleyn bei einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 4,1 Milliarden Euro und einem Überschuss von 1,5 Milliarden Euro. Er liegt damit bei beiden Kennziffern etwas über dem Bloomberg-Konsens. Unterstützung dürfte es in Verbindung mit dem Gasgeschäft gegeben haben und auch die starke Geschäftsentwicklung der verbliebenen Kernkraftwerke dürfte gestützt haben. Zwar seien dies nur Einmaleffekte, doch der Markt dürfte ihm zufolge dennoch positiv reagieren.

Risiken dafür, dass der Versorger seine Jahresziele senken könnte, sieht der Morgan-Stanley-Analyst aktuell geringer werden. Vielmehr rechnet er damit, dass die Prognose für das operative Ergebnis (Ebitda) zwischen 7,6 und 7,8 Milliarden Euro und einen Nettogewinn zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro bekräftigt werden. Bei beiden Kennziffern liegen seine Schätzungen in der Mitte der Spanne und damit ebenfalls über den Konsensschätzungen. Entsprechend sieht er Chancen, dass die durchschnittlichen Analystenprognosen steigen könnten.

Auch die Nettoverschuldung dürfte stabil bleiben oder leicht unter dem Niveau vom ersten Quartal liegen, als sie 38,8 Milliarden Euro betrug. Unterstützung sollten hier angesichts steigender Renditen geringere Rückstellungen geboten haben. Dennoch blieben Bedenken hinsichtlich des Osteuropa-Engagements und der damit verbundenen Netzwerkverluste oder auch in Bezug auf Forderungsausfälle, auf politische Interventionen in Schlüsselmärkten oder wie die Gasumlage in Deutschland funktionieren werde.

Gemäß der Einstufung "Equal-Weight" erwartet Morgan Stanley eine durchschnittliche Gesamtrendite der Eon-Aktie im Vergleich zu den anderen von der Bank beobachteten Werten der Versorgerbranche. Zugrunde gelegt wird ein Zeitraum zwischen zwölf und 18 Monaten./ck/edh/jha/

Analysierendes Institut Morgan Stanley.

Veröffentlichung der Original-Studie: 05.08.2022 / 16:20 / GMT

Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: Datum in Studie nicht angegeben / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben