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Wie eine alleinerziehende Mutter von einer Geringverdienerin zu einer Multimillion-Unternehmerin wurde

·Lesedauer: 6 Min.
Lisa Johnsons Unternehmungsberatung brachte ihr im ersten Jahr 220.000 Pfund ein.
Lisa Johnsons Unternehmungsberatung brachte ihr im ersten Jahr 220.000 Pfund ein.

Vor acht Jahren stand Lisa Johnson vor einem Problem, das ihr komplettes Leben auf den Kopf gestellt hat. "Ich bin die Art Frau, die ihre Schule schon mit 16 abgebrochen hat. Ich hatte Jobs, in denen ich rund 30 Pfund (26 Euro) in der Woche verdient habe. Danach habe ich mich hochgearbeitet", sagt Johnson, die mittlerweile eine erfolgreiche Unternehmerin in Großbritannien ist.

Irgendwann landete sie im Investment Banking. Dort wurde sie gut bezahlt. Das Problem war nun ein anderes: Johnsons war vor kurzem Mutter geworden und steckte mitten in einer Scheidung. Ihre langen Arbeitszeiten ließen sich einfach nicht mit der Betreuung ihrer beiden Söhne vereinbaren.

"Ich wusste, dass ich etwas ändern muss", sagt Johnson. Sie entschied sich deshalb ihren gut bezahlten Job zu kündigen und dafür einen anzunehmen, der näher an ihrem Zuhause war. Statt in der Bankenbranche fand sie allerdings nur Stellen als Verwaltungsangestellte oder Assistentin. Dies Jobs wurden deutlich schlechter bezahlt, als ihre vorherige Postion.

"Mein Einkommen hat sich von 60.000 Pfund im Jahr auf 20.000 Pfund verschlechtert. Dazu musste ich meine beiden Söhne versorgen", erzählt sie. Durch die Lösung des einen Problems, entstand also ein neues. Johnson suchte nach Wegen, ihr Gehalt aufzubessern. Sie entschied sich, ein Unternehmen, das Hochzeiten organisiert, zu gründen. Ein Jahr später hatte sie damit mehr Geld verloren, als sie einnahm. "Ich machte viele Fehler bei der Hochzeitsplanung und verschuldete mich schließlich um rund 30.000 Pfund", sagt sie.

Trotz den vielen Schwierigkeiten, hat sie sich dahin gekämpft, wo sie jetzt ist. Als Millionärin und Unternehmens-Coach, zeigt sie anderen Menschen Wege auf, um ihr Leben zu verändern.

Sie machte eine letzte, strategische Investition, die ihren Kurs änderte

Ein Jahr lang versuchte sie, ihr Unternehmen aufzubauen. Johnson wusste, dass sie etwas ändern muss. "Ich musste mich entscheiden. Entweder gebe ich das alles auf und lebe in bescheidenen Verhältnissen, wie meine ganze Familie es immer tat. Oder ich lerne, wie man ein Unternehmen führt", sagt sie.

Sie fand online einen Kurs, der sie alle Grundlagen des Unternehmertums lehrte. Dieser kostete sie allerdings 5.000 Pfund. "Ich dachte, wenn du eh schon 30.000 Schulden hast, kannst du auch 35.000 Schulden haben", erinnert sie sich. Sie nahm ihre Kreditkarte und buchte den Kurs.

Langsam sah Johnson Fortschritte. Ihre harte Arbeit und ihre Investition haben sich gelohnt. In nur acht Monaten verbesserte sich ihr Geschäft und sie wurde bekannter. Trotz des Erfolges, brachte das Unternehmen ihr aber immer noch nicht das nötige Geld ein. "Ich war immer noch ziemlich verschuldet", sagt sie. Es war nicht nur die Hochzeitsplanung, die bei den Kunden gut ankam. Sie bemerkten auch Johnsons Händchen dafür, Unternehmensführung weniger kompliziert zu machen.

Johnson entschied sich deshalb dazu, ihr Wissen zu teilen. Sie eröffnete die "Lisa Johnson Unternehmensberatung". Sie führte beide Unternehmen für ein Jahr weiter. Schließlich fokussierte sie sich auf die Unternehmensberatung. "Diesmal verstand ich das Geschäft schnell. Ich verdiente im ersten Jahr rund 220.000 Pfund", sagt sie.

Sie baute passive Einkommensströme auf

Johnsons Einkommen wuchs zwar, nun war aber die Zeit wieder ihr Problem. "Ich habe von sechs Uhr morgens bis 23 Uhr in der Nacht gearbeitet", sagt sie. Sie wollte wieder mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. So konnte es nicht weitergehen.

Dann hörte Johnson einen Podcast. Zwei Moderatoren diskutierten über den Zweck von passivem Einkommen. Sie recherchierte und fand raus, dass sie ihr Unternehmen anders führen könnte. Statt mit den Kunden einzeln zu arbeiten, suchte sie nach Möglichkeiten mit so vielen Menschen zu arbeiten wie möglich. So wollte sie passive oder semi-passive Einkommensströme aufbauen. Sie begann die Vorteile von Affiliate-Marketing, Online-Mitgliedschaften, Kurse zum Selbststudium und sogar Dropshipping zu nutzen. "Am Ende des zweiten Jahres verdiente ich rund eine Million Pfund. Statt 80 Stunden, arbeitete ich 30 Stunden in der Woche", erzählt sie.

Sie beglich ihre Schulden

Auch wenn Johnson hauptsächlich ihre Schulden begleichen wollte, war das nicht ihre einzige Motivation weiter Geld zu verdienen. "Wenn ich nur arbeiten würde, um meine Schulden zu begleichen, würde ich nicht so hart arbeiten und weniger Ziele haben", sagt sie.

Statt ihr ganzes Geld zu nutzen, um ihre Schulden zu tilgen, beschloss sie kontinuierlich 20 Prozent ihres Einkommens - unabhängig von der Höhe - zu investieren, um ihre Schulden zu begleichen. Wenn sie 10.000 Pfund verdiente, wurden 2.000 Pfund auf ihre Schulden angerechnet. Wenn sie 5.000 Pfund verdiente, legte sie 1.000 Pfund zur Seite. "Das ging sehr schnell", sagt sie.

Sie lernte sinnvoll zu investieren

Während ihr Unternehmen wuchs, fokussierte sie sich darauf, das Geld wieder in ihr Unternehmen zu investieren. Ihre persönlichen Ziele und Ausgaben rückten in den Hintergrund. "Anfangs habe ich nicht gut investiert", sagt sie. "Ich habe nicht verstanden, wie man das macht."

Dann las sie "Profit First" von Mike Michalowicz. "Das hat alles für mich verändert", sagt Johnson. "Ich suchte nach Möglichkeiten, das Geld nicht nur in mein Geschäft zu stecken, sondern es auch zu vermehren." Für Johnson bedeutete das, eine Ferienimmobilie für ihre Familie zu kaufen. Sie investierte in Kunst, Wein und sogar Taschen. Sie suchte nach Dingen, die sie jetzt zu schätzen weiß und ihr später Geld einbringen werden. "Ich wollte nicht nur in Aktien, Anleihen oder Kryptowährung investieren. Das macht mir keinen Spaß", sagt sie. Ein Vermögensverwalter, hilft ihr bei der Verwaltung ihres Portfolios.

Bei der täglichen Haushaltsplanung befolgt sie die Regel "Bezahle dich selbst zuerst"

Johnson und ihr Ehemann - sie ist wieder verheiratet - zahlen sich selbst pro Monat 37.000 Pfund pro Monat aus dem Geschäft aus. Die übrigen Einnahmen fließen in die Bezahlung der Mitarbeiter und andere Unternehmensaufgaben.

Bevor sie Geld für nicht lebensnotwendige Dinge ausgibt, begleicht sie alle Rechnungen. Zudem hat sie etwas Geld auf die Seite gelegt. 7.000 Pfund fließen in die Steuererklärung, 3.000 Pfund fließen in die Rentenversicherung des Paares und weitere 1.500 Pfund fließen in ihre ISA-Sparkonten. Dann bezahlen sie die Hypothek für ihr Haus und alle Rechnungen und Ausgaben. Zudem spendet sie jeden Monat Geld an verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen.

"Das übrige Geld, wird zwischen mir und meinem Mann Sam aufgeteilt. Das können wir ausgeben, wofür wir wollen", sagt sie. Ausgaben, die nicht unbedingt notwendig sind, richtet sie sich nach ihren Prioritäten. Das ist für ihre Familie das Reisen. "Wir geben Geld für Urlaube aus, das schafft Erinnerungen", sagt sie. "Dinge sind einfach Dinge. Darüber mache ich mir nicht viele Gedanken." Letztendlich ist sie stolz auf ihr Geschäft und ihre Leistungen. Aber sie weiß auch, wie wichtig es ist, ihr Geld für sich arbeiten zu lassen, anstatt nur für ihr Geld zu arbeiten.

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.