Deutsche Märkte geschlossen

Aktien New York: Gelöste Stimmung - Dow marschiert Richtung 29 000 Punkte

NEW YORK (dpa-AFX) - Entspannungssignale im US-Iran-Konflikt haben am Donnerstag die New Yorker Börsen in neue Höhen getrieben. Alle großen Indizes markierten Rekorde. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> nahm die Marke von 29 000 Punkten ins Visier, an die er bis auf zwölf Punkte heranrückte. Zuletzt notierte der Leitindex bei 28 917,80 Punkten und damit 0,60 Prozent höher. Die Charttechnik-Experten von Index Radar sehen den Dow noch nicht überhitzt, dies wäre frühestens ab 29 150 Punkten der Fall.

Nach den gezielten Militärschlägen zwischen den USA und dem Iran ist die Kriegsgefahr erst einmal gebannt. Die Zeichen stehen derzeit auf Entspannung. "Wir sind bereit für ernsthafte Verhandlungen mit dem Iran ohne Vorbedingungen", schrieb die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft an den UN-Sicherheitsrat. Teheran betonte, man wolle die USA mit politischen Mitteln aus der Region vertreiben. "Dieser Konflikt scheint nun so plötzlich und unerwartet aufgehört zu haben, wie er begonnen hat", schrieb Marktbeobachter Craig Erlam von der Devisenplattform Oanda.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> gewann bislang 0,48 Prozent auf 3268,81 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> legte um 0,61 Prozent auf 8966,59 Zähler zu.

Weltweit war die Börsenstimmung am Donnerstag gelöst, nachdem am Vortag Präsident Donald Trump nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf US-Militärbasen im Irak zwar neue Wirtschaftssanktionen gegen den Iran angekündigt hatte, aber keine weiteren Militärschläge.

Während also der US-Iran-Konflikt aktuell wieder etwas in den Hintergrund zu rücken scheint, drängt sich die Handelsauseinandersetzung zwischen Washington und Peking als altbekanntes Dauerthema wieder etwas vor. So reist Chinas Vizepremier Liu He Anfang nächster Woche zur Unterzeichnung der Teilvereinbarung mit den USA nach Washington. Die Ankündigung der Reise durch das Pekinger Handelsministerium am Donnerstag war die erste offizielle Bestätigung der chinesischen Seite, dass das Abkommen auch besiegelt wird. US-Präsident Trump hatte die Unterzeichnung der Vereinbarung über die erste Phase im Handelsstreit für Mittwoch angekündigt.

Im Dow-Index waren an diesem Donnerstag die Apple-Papiere <US0378331005> der beste Werte mit plus 1,9 Prozent. Mit mehr als 310 Dollar hatten sie ein weiteres Rekordhoch erreicht. Der Konzern hatte im Dezember knapp ein Fünftel mehr iPhones als im Vorjahr nach China gebracht, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Die früheren Probleme in dem Markt scheint Apple demnach weiter in den Griff zu bekommen. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Aktienkurs mittlerweile verdoppelt.

Boeing <US0970231058> erholten sich mit plus 1,5 Prozent von ihrem Vortagesverlust. Die bei Teheran abgestürzte ukrainische Passagiermaschine des Typs Boeing 737-800 könnte US-Medienberichten zufolge von einer iranischen Flugabwehrrakete getroffen worden sein. US-Regierungsbeamte hielten dies für hoch wahrscheinlich, berichtete der TV-Sender CBS unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen. Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" berichtete unter Berufung auf zwei Pentagon-Mitarbeiter, dies sei versehentlich geschehen.

Bei den Aktien von Walgreens Boots Alliance <US9314271084> setzte sich der Abwärtstrend fort. Mit minus 1,7 Prozent war der größte Dow-Verlierer des Jahres 2019 am Donnerstag erneut auf dem letzten Platz im Leitindex. Am Vortag hatten schwache Quartalszahlen die Anteile der Drogerie- und Apothekenkette belastet.

Kursaufschläge um die viereinhalb Prozent verzeichneten die Titel von Snap <US83304A1060>. Jefferies-Analyst Brent Thill hatte eine Kaufempfehlung für die Papiere des Fotoapp-Anbieters ausgesprochen. Er rechnet unter anderem mit beschleunigtem Wachstum insbesondere im internationalen Bereich und Vorteilen durch verbesserte Werbemöglichkeiten.

Trübe Stimmung herrschte indes bei Einzelhändlern. Die Aktien von Kohl's <US5002551043> und JC Penney <US7081601061> sackten um rund 9 beziehungsweise rund 11 Prozent ab nach gesunkenen Umsatzzahlen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Die Sorgen, dass Warenhäuser und Bekleidungsketten trotz robust steigender Konsumausgaben an Boden verlieren, nehmen zu.