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Aktien New York: Erholung nach Panikverkäufen am Vortag verpufft

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street ist die zwischenzeitliche Erholung von dem panikartigen Kursrutsch am Vortag verpufft. Die wichtigsten Aktienindizes rutschten sogar überwiegend ins Minus. Im frühen Handel am Freitag hatten zunächst noch Aussagen eines Wirtschaftswissenschaftlers und Beraters von US-Präsident Donald Trump für Kauflaune gesorgt. Kevin Hassett hatte bereits am Vortag gesagt, dass der Juli ein "guter Zeitpunkt" für ein neues US-Hilfspaket für die Wirtschaft sei. Diese Einschätzung beeindruckte die Anleger aber nicht nachhaltig.

Der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> legte zuletzt nur noch um 0,13 Prozent auf 25 161,33 Punkte zu und steuert damit auf einen Wochenverlust von mehr als 7 Prozent zu. Am Donnerstag war das Börsenbarometer um knapp 7 Prozent eingebrochen. Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle hatten die Anleger in die Flucht getrieben.

Für den marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> ging es am Freitag um 0,25 Prozent auf 2994,60 Zähler nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> verlor 0,63 Prozent auf 9527,88 Punkte.

Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing <US0970231058> setzten sich mit einem Plus von knapp 6 Prozent klar an die Dow-Spitze, nachdem sie am Donnerstag noch um fast 17 Prozent abgesackt waren.

Auch Aktien von Fluggesellschaften standen bei den Anleger hoch im Kurs. So zogen die Anteilscheine von Southwest Airlines <US8447411088> um rund sechs Prozent an. Die Papiere böten eine gute Möglichkeit, um von einer kurzfristigen Nachfrage-Erholung nach Urlaubsreisen zu profitieren, schrieb Analyst Jose Caiado von der schweizerischen Bank Credit Suisse. Dank der branchenweit besten Bilanz dürfte Southwest ein aggressives Comeback bevorstehen.

Die Anteilscheine von Adobe <US00724F1012> stiegen um mehr als drei Prozent, nachdem sie im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht hatten. Der Softwarehersteller hatte im zweiten Geschäftsquartal überwiegend besser als von Experten prognostiziert abgeschnitten. Jefferies-Analyst Brent Thill lobte vor allem den Bereich Digital Media, der sich einmal mehr hervorragend entwickelt habe.

Unter den Technologiewerten griffen die Anleger auch bei den Aktien von Snap <US83304A1060> zu. Die Foto-Plattform Snapchat öffnet sich für Dienste anderer Anbieter und folgt damit dem Vorbild chinesischer Super-Apps wie Wechat, in denen die Nutzer den Großteil ihres digitalen Alltags erledigen können. Die Snap-Papiere lagen moderat im Plus.

Die Anteilscheine von Tesla <US88160R1014> büßten hingegen rund fünf Prozent ein. Die Papiere hatten allerdings am Mittwoch erstmals die Marke von 1000 Dollar geknackt. Nun folgten kritische Analystenkommentare. Vor allem Morgan-Stanley-Experte Adam Jonas ist skeptisch angesichts des seit Jahresbeginn verdoppelten hohen Marktwertes. Jonas verwies auf kurzfristige Nachfrage- und Preisrisiken, Kapitalbedarf sowie Tech-Wettbewerb.

Der auf Yoga spezialisierte Sportartikelkonzern Lulumon <US5500211090> schließlich hatte trotz eines gut gelaufenen Online-Geschäfts für das abgelaufene Quartal einen Umsatz- und deutlichen Gewinnrückgang gemeldet. Die Papiere fielen um fast fünf Prozent.