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Aktien Frankfurt: Risikofreude lässt nach jüngstem Kursanstieg nach

FRANKFURT (dpa-AFX) -Der Dax DE0008469008 befindet sich am Montag nach sieben Wochen mit Kursgewinnen weiter auf Konsolidierungskurs. Am Nachmittag verbuchte der Leitindex ein Minus von 0,40 Prozent auf 14 374,14 Zähler. Mit einem weiteren Hoch seit Anfang Juni hatte er vor dem Wochenende seine Kletterpartie fortgesetzt und allein seit Ende September fast 22 Prozent gewonnen.

Ungeachtet der aktuellen Abschläge bleibe die Dynamik nach oben bestehen, erläuterte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Der Aufwärtstrend im Dax ist intakt", so der Analyst. Unterstützung komme gegenwärtig auch von sinkenden Ölpreisen. Die Experten der DekaBank hingegen sind etwas vorsichtiger: "Was für einen länger anhaltenden Aufschwung fehlt, ist eine fundamentale Begründung, etwa ein verlässlicher Ausblick auf steigende Unternehmensgewinne."

Genauso stark wie das wichtigste deutsche Kursbarometer entwickelte sich in den zurückliegenden Wochen der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145, der am Montag nun ebenfalls etwas nachgab mit minus 0,4 Prozent. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte sank um 0,76 Prozent auf 25 550,28 Zähler.

Erzeugerpreise aus Deutschland für Oktober gaben Hinweise auf einen nachlassenden Preisdruck. Die Daten machten Hoffnung, dass auch bei den Verbraucherpreisen bald der Hochpunkt der Inflationsrate erreicht wird, auch wenn das Inflationsproblem damit noch lange nicht überwunden sei, hieß es dazu von der Commerzbank.

Der jüngste Aufwärtsschub am Aktienmarkt gründet vor allem auf nachlassenden Inflationsdruck, entsprechende Daten aus den USA hatten unlängst die Rally befeuert und zugleich die Hoffnung der Aktien-Anleger auf künftig nicht mehr so stark steigende Zinsen genährt.

Für etwas Unbehagen sorgte zum Wochenauftakt die Corona-Lage in China, wo vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen am Sonntag der erste Corona-Tote seit gut einem halben Jahr gemeldet wurde. Anleger fürchten nun, das Land könnte nach zuletzt vorsichtigen Signalen einer gewissen Öffnung die Zügel wieder anziehen.

Unternehmensnachrichten gab es am Montag nur wenige. Positive Signale sendete der Linux-Softwarespezialist Suse LU2333210958 mit einer starken Geschäftsentwicklung im Quartal und einem optimistischen Ausblick. Die im SDax DE0009653386 notierten Papiere gewannen 4,7 Prozent.

Übernahmespekulationen trieben die Papiere von Atoss Software DE0005104400 nach oben, zuletzt um 6,9 Prozent. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf informierte Personen gemeldet, dass Gründer und Vorstandschef Andreas Obereder gemeinsam mit Beratern mit verschiedenen Finanzinvestoren Gespräche über einen möglichen Verkauf der Firma geführt habe. Aus dem Unternehmen hieß es gegenüber Bloomberg, es gebe keinen laufenden Verkaufsprozess für die Firma. Immer wieder mal gebe es Interessensbekundungen von Investoren. Zu den kolportierten Erwägungen von Obereder wollte das Unternehmen demnach keine Stellung nehmen.

Im Dax nahmen die Anleger bei den Aktien des Kunststoffkonzerns Covestro DE0006062144 und des Aromenherstellers Symrise DE000SYM9999 sowie bei den Siemens-Papieren DE0007236101 nach jüngst starkem Lauf Gewinne mit, die Titel verloren teils mehr als drei Prozent.

Rheinmetall DE0007030009 gewannen vorne im MDax 4,2 Prozent. Die Deutsche Bank rät zum Kauf. Analyst Christoph Laskawi verweist auf die Mittelfristziele des Rüstungskonzerns und sieht die Papiere auch als gute Absicherung gegen negative konjunkturelle Trends im kommenden Jahr.

Die Anteilsscheine des Softwareherstellers Teamviewer DE000A2YN900 profitierten von einer positiven Anlageempfehlung von Barclays mit einem Plus von drei Prozent. Um mehr als fünf Prozent nach unten ging es unterdessen für die Papiere des IT-Dienstleisters Bechtle DE0005158703. Hier senkte die Bank Exane BNP Paribas den Daumen und votiert nun mit "Neutral".

Bei Uniper DE000UNSE018 nimmt die Bodenbildung weiter Formen an. Die Papiere des Energiekonzerns stiegen nochmals um mehr als ein Fünftel auf 6,65 Euro. Zwischenzeitlich hatten sie im Zuge der Gas-Krise und dem Aus für Nordstream 2 im Jahr 2022 rund 94 Prozent verloren auf ein Rekordtief von 2,55 Euro.

Die Signale eines nachlassenden Inflationsdrucks belasteten den Euro EU0009652759. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,0254 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,0366 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,06 Prozent am Freitag auf 2,01 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 stieg um 0,16 Prozent auf 127,42 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 stieg um 0,08 Prozent auf 140,20 Zähler./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---