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Aktien Frankfurt: Rezessionsangst belastet den Dax

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> ist am Montag wegen größer werdender Zins- und Konjunktursorgen auf Talfahrt geblieben. Der Leitindex knüpfte mit einem Abschlag von 0,89 Prozent an seine Verluste vom Freitag an. Dabei konnte er sein Minus im Verlauf aber reduzieren, mit 14 015,82 Zählern behauptete er sich zuletzt knapp über den 14 000 Punkten. Mit 13 863 Punkten war der Dax zeitweise deutlich unter diese psychologisch wichtige Marke gerutscht auf den niedrigsten Stand seit Mitte März.

Weder das überraschend aufgehellte Ifo-Geschäftsklima noch der Wahlsieg des französischen Präsidenten Emmanuel Macron waren dem Aktienmarkt eine Hilfe. Andere Indizes erlitten noch größere Verluste: In der zweiten deutschen Börsenliga ging es für den MDax <DE0008467416> um 1,16 Prozent auf 30 442,06 Zähler bergab. Auf europäischer Bühne büßte der EuroStoxx <EU0009658145> 1,3 Prozent ein. Ungeachtet der politischen Kontinuität in Frankreich gab es auch für den Pariser Leitindex Cac 40 klare Verluste.

Wegen der Perspektive rasant steigender US-Leitzinsen, extremer Inflationstendenzen, dem Ukraine-Krieg, gestresster Lieferketten und der sich zuspitzenden Corona-Situation in China geht die Sorge vor einer Rezession um.

Gemildert wurden die Bedenken auch nicht von der Tatsache, dass der am Morgen veröffentlichte Ifo-Index im April überraschend auf 91,8 Zähler stieg. Laut dem Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater bedeutet dies keine Entwarnung.

"Zum einen profitieren die Dienstleister gegenwärtig vom Ende des Lockdowns und zum anderen sind die Folgen der bisherigen Wirtschaftssanktionen besser einschätzbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Gegenwind für die deutsche Wirtschaft nachlässt", argumentierte Kater mit Verweis auf Liefer- und Produktionsengpässe, die sich bald bemerkbar machen dürften. "Die Konjunkturaussichten für dieses Jahr bleiben eingetrübt, insbesondere wenn sich die Sanktionsspirale weiterdrehen sollte", so der Experte.

Die Rezessionsängste lasteten vor allem auf konjunkturabhängigen Branchen und damit zum Beispiel auf Banken, Autobauern sowie auf technologielastigen Wachstumsunternehmen, deren Bewertungen in Zeiten steigender Zinsen als besonders gefährdet gelten. Unter den Schlusslichtern im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank <DE0005140008> und des Online-Essenslieferdienstes Delivery Hero <DE000A2E4K43> mit Abgaben von jeweils etwa vier Prozent.

Anleger setzten eher auf einige defensive Einzelwerte. In Zeiten der voranschreitenden Energiewende zählten denn auch die 1,5 Prozent höheren RWE <DE0007037129>-Aktien zu den positiven Ausnahmen. Analyst James Brand von Deutsche Bank Research sieht auf dem aktuellen 40-Euro-Kursniveau mit einem Ziel von 48 Euro noch fast 20 Prozent Potenzial.

Dagegen waren die SAP <DE0007164600>-Anteile mit minus 1,7 Prozent unter den Dax-Verlierern. Mehrere Kurszielsenkungen und die Streichung der Kaufempfehlung durch das Bankhaus Metzler belasteten die Papiere des Softwarekonzerns. Der Metzler-Analyst Holger Schmidt begründete diesen Schritt mit durchwachsenen Quartalsergebnissen und Ergebnisrisiken.

Weil die Konjunktursorgen auf den Metallpreisen lasteten, litten auch die Papiere der deutschen Stahl- und Kupferkonzerne kräftig. Besonders schwer traf es hier die zuletzt recht gut gelaufenen Papiere der Konzerne Salzgitter <DE0006202005> und Aurubis <DE0006766504> mit Kursverlusten von 6,4 oder 5,3 Prozent.

Nicht zur Ruhe kommen die Titel der Adler Group <LU1250154413>, die erstmals seit Februar wieder unter 10 Euro gehandelt wurden. Ein Kursrutsch um 16,5 Prozent zeigt, dass die Aktionäre nach dem am Freitag vorgestellten Bericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer noch nicht an einen Befreiungsschlag glauben. Laut dem Barclays-Analysten Sander Bunck gibt es noch zu viele Unsicherheiten, um die Aktie wieder "in ruhigere Gewässer zu führen".

Am deutschen Rentenmarkt legten die Kurse am Montag zu. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,21 Prozent auf 136,10 Punkte, während die gegenläufige Umlaufrendite von 0,83 Prozent am Freitag auf 0,79 Prozent fiel. Der Bund-Future legte um 0,75 Prozent auf 154,41 Punkte zu.

Die schlechte Stimmung an den Finanzmärkten lastete auch auf dem Euro <EU0009652759>, der auf 1,0742 US-Dollar fiel. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,0817 Dollar festgesetzt./tih/mis

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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