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Aktien Frankfurt: Dax wieder im Vorwärtsgang - Nervosität wegen Trump nimmt ab

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Montag nach vier Verlusttagen in Folge zugelegt. Die politische Unsicherheit im Zusammenhang mit der Corona-Infektion des US-Präsidenten Donald Trump nahm ab, so dass der deutsche Leitindex bis zum Mittag um 0,74 Prozent auf 12 783,36 Punkte stieg. Zwar gab es über das Wochenende widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand von Trump, doch stellte ein Arzt eine baldige Entlassung aus der Klinik in Aussicht.

Der MDax <DE0008467416> der 60 mittelgroßen Börsentitel zog am Montag angesichts der Kurssprünge bei den Aktien von K+S, Thyssenkrupp und Shop Apotheke um 1,60 Prozent auf 27 686,27 Zähler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 0,7 Prozent.

"Mit dem verbesserten Gesundheitszustand des US-Präsidenten verbessert sich auch die Stimmung auf dem Börsenparkett", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi. "Die Investoren gehen davon aus, dass Trump bald ins Weiße Haus zurückkehren wird." Die Unsicherheit bleibe aber hoch und es bestehe noch immer die Möglichkeit, dass sich sein Zustand abrupt verschlechtert. Die Kauflaune der Anleger dürfte sich daher in Grenzen halten.

Mit Blick auf Einzelwerte spielte die Musik vor allem im MDax. So trieb die Aussicht auf eine rasche Veräußerung des amerikanischen Salzgeschäfts die Aktien von K+S <DE000KSAG888> um fast 16 Prozent nach oben. Der Düngemittel- und Salzproduzent steht beim Verkauf der US-Tochter Morton Salt kurz vor dem Ziel. Laut dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank wäre der genannte, mögliche Verkaufspreis von insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar mehr als am Markt im Durchschnitt erwartet. Mit dem Geld aus dem Verkauf will K+S die hohe Verschuldung senken.

Den zweiten Platz im MDax nahmen die Papiere von Thyssenkrupp <DE0007500001> mit einem Plus von gut sechs Prozent ein: Die US-Investmentbank Morgan Stanley äußerte sich positiv zu den Anteilsscheinen: Der rasche Wertverlust der Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns spiegele die operativen Risiken nun angemessen wider, schrieb der Experte Alain Gabriel.

Die Aktien der Shop Apotheke <NL0012044747> zogen um 4,5 Prozent an. Zuvor waren sie auf ein Rekordhoch geklettert. Der Online-Arzneimittelhändler war in der Corona-Krise auch im dritten Quartal kräftig gewachsen. Die Zahlen unterstrichen einmal mehr die Belastbarkeit des Geschäftsmodells, sagte ein Börsianer. Das Wachstum zeige keine Zeichen von Schwäche.

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius <DE0007165631> baut sein Geschäft mit einer kleineren Übernahme aus. Der Aufreinigungsspezialist BIA Separations soll erworben und in die Tochter Sartorius Stedim Biotech <FR0000053266> eingegliedert werden. Die Sartorius-Papiere legten um 2,6 Prozent zu, nachdem zuvor auch sie im Handelsverlauf den höchsten Stand ihrer Geschichte erreicht hatten.

Im Dax und auch europaweit waren in dem wieder aufgehellten Umfeld unter anderem die Aktien aus der konjunktursensiblen Automobilbranche <EU0009658681> gefragt. Das Analysehaus Jefferies blickt zuversichtlich auf die Berichtssaison des Sektors. Die Gewinnerwartungen erschienen recht niedrig und die Wahrscheinlichkeit für Vorabveröffentlichungen von Eckdaten ziemlich hoch, schrieb der Experte Philippe Houchois. An der Dax-Spitze gewannen die Papiere von Daimler <DE0007100000>, BMW <DE0005190003> und Volkswagen <DE0007664039> (VW) zwischen 2,6 und 3,2 Prozent./la/mis

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---