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Aktien Frankfurt: Dax-Rekord - Übernahmeofferte beflügelt Immobilienbranche

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nachlassende Zinssorgen, positive Signale aus der Wirtschaft und eine mögliche Milliardenübernahme im Dax <DE0008469008> haben den deutschen Leitindex am Dienstag auf ein Rekordhoch getrieben. Am Nachmittag gewann er noch 0,63 Prozent auf 15 534,32 Punkte. Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 1,11 Prozent auf 32 776,51 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg um 0,42 Prozent auf 4052,37 Zähler.

Aussagen wichtiger US-Notenbanker hätten die Inflationssorgen der Anleger gedämpft, hieß es bei den Marktstrategen der Credit Suisse. Zudem stieg der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex etwas deutlicher als prognostiziert auf ein Zweijahreshoch.

Der erneute Übernahmeversuch durch den größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia <DE000A1ML7J1> ließ die Aktien von Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> an der Dax-Spitze um knapp 16 Prozent auf 52,16 Euro nach oben schnellen. Damit erreichten sie den höchsten Stand seit dem Jahr 2007. Davon profitierte auch der europäische Branchenindex <CH0043274395>: Mit einem Plus von 0,7 Prozent zählte er zu den Favoriten im marktbreiten Stoxx Europe 600 <EU0009658202>.

Vonovia will rund 18 Milliarden Euro beziehungsweise 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie bieten. Das entspricht einer Prämie von knapp 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnitt. Anders als bei den bisherigen Versuchen konnte sich Vonovia diesmal die Unterstützung der Deutsche-Wohnen-Spitze sichern. Die Übernahme wäre strategisch sinnvoll für Vonovia und habe gute Erfolgschancen, schreibt Analyst Thomas Rothäusler vom Investmenthaus Jefferies. Der anfängliche Verwässerungseffekt für Vonovia sei aber hoch. Dementsprechend verloren Vonovia-Aktien am Dax-Ende vier Prozent auf 49,89 Euro und waren damit so günstig wie zuletzt vor rund einem Jahr.

Beim Baustoffekonzern Heidelbergcement <DE0006047004> sorgte der lukrative Verkauf von Aktivitäten in den USA zuletzt noch für einen Kursgewinn von 0,7 Prozent. Die Einnahmen aus der Veräußerung des Großteils des Geschäfts im Westen der USA an den Hersteller von Baumaterial Martin Marietta Materials bezifferte der Baustoffekonzern auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Er liege damit weit über den zuvor von Medien spekulierten 1,5 Milliarden Dollar, schrieb Analyst Matthias Pfeifenberger von der Deutschen Bank. Gregor Kuglitsch von der UBS betonte, Heidelbergcement komme damit bei der Reduzierung der Schulden voran.

Die Anteilsscheine von Flatexdegiro <DE000FTG1111> sprangen dank ehrgeiziger mittelfristiger Ziele auf ein Rekordhoch. Zuletzt kam der Kurs ein wenig zurück, notierte mit 110,70 Euro noch rund 14 Prozent im Plus und damit an der SDax-Spitze. Der Online-Broker peilt im Rahmen der Fünfjahres-Ziele bis 2026 nun eine Zahl von sieben bis acht Millionen Brokerage-Kunden an.

Der Euro <EU0009652759> notierte zuletzt bei 1,2254 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,2212 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,20 Prozent am Freitag auf minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,16 Prozent auf 144,17 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,10 Prozent auf 169,50 Punkte./gl/fba

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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