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Aktien Frankfurt Ausblick: Stimmung trübt sich weiter ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt bleibt die Stimmung nach den Verlusten am Donnerstag weiter trüb. Anleger müssen nicht nur zahlreiche, wegen der Corona-Krise schwache Quartalsberichte und Unternehmensausblicke verarbeiten, sondern auch die schwachen Vorgaben der US-Börsen vom Freitag. Dort war erneut die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Konflikte zwischen den USA und China aufgekommen. Hierzulande war am Freitag wegen des Feiertags "1. Mai" nicht gehandelt worden.

Rund eine Dreiviertelstunde vor Beginn des Xetra-Handels signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 3,7 Prozent bei 10 465 Punkten. Auch der EuroStoxx 50 <EU0009658145>, das Börsenbarometer der Eurozone, wird sehr schwach erwartet.

Wie US-Präsident Donald Trump am Freitag sagte, hat er Hinweise darauf, dass die Corona-Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Forschungslabor genommen haben dürfte. Zugleich wächst auch international die Kritik an Chinas Umgang mit der Pandemie. Ein Dossier der "Five Eyes" genannten Geheimdienst-Allianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands dokumentiere die Vertuschung chinesischer Behörden und weist auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in Wuhan hin, wo das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht war, berichtete die australische Zeitung "Saturday Telegraph" am Wochenende.

Hierzulande geht außerdem die Berichtssaison weiter, bevor zahlreiche Einkaufsmanagerindizes aus europäischen Ländern veröffentlicht werden und am Nachmittag dann der Auftragseingang der US-Industrie.

Am Donnerstagabend hatte die Allianz <DE0008404005> ihre Jahresziele gestrichen und könnte daher nun im Blick stehen. Auf der Handelsplattform Tradegate gab die Aktie um rund 2 Prozent nach.

Die Aufmerksamkeit der Anleger könnte erneut auch in Richtung Lufthansa <DE0008232125> gehen, denn in dieser Woche könnte die Entscheidung über milliardenschwere Staatshilfen und die Bedingungen dafür fallen. Der Dax-Konzern verhandelt bereits seit längerem wegen der weitreichenden Folgen der Pandemie mit der Bundesregierung.

Wirecard <DE0007472060> dürfte auf zwei Abstufungen reagieren und zeigte sich auf Tradegate bereits schwächer. So strichen die britische Investmentbank HSBC und Morgan Stanley nach der Sonderprüfung der Bilanz durch die Wirtschaftsprüfer der KPMG ihre Kaufempfehlungen. Die HSBC kappte zudem ihr Kursziel um die Hälfte auf 105 Euro.

Quartalszahlen wurden vor allem aus der zweiten Reihe veröffentlicht. Der Mobilfunkanbieter Freenet <DE000A0Z2ZZ5> strich wegen befürchteter Refinanzierungsprobleme im Zuge der Corona-Krise seine Dividende für 2019.

Der Stahlhändler Klöckner & Co <DE000KC01000> verdoppelte im ersten Quartal seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahr. Seinen Jahresausblick hatte das Unternehmen bereits zurückgezogen, zeigte sich aber zuversichtlich, gut durch die Coronavirus-Krise zu kommen.

Der Automobil- und Industriezulieferer Stabilus <LU1066226637> traf die Corona-Pandemie im vergangenen Quartal ebenfalls heftig. Wegen der Dynamik der Corona-Pandemie wurde weiter keine Prognose für das Gesamtjahr gegeben. Stabilus hatte den Ausblick Mitte März wegen der Corona-Krise einkassiert.