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AKTIEN IM FOKUS 3: Rettungspaket für Credit Suisse hilft Banken auf die Beine

(neu: Schlusskurse nach EZB-Zinsentscheid)

ZÜRICH/FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Unterstützung der Schweizer Notenbank für die Credit Suisse CH0012138530 hat am Donnerstag dem stark angeschlagenen Aktienkurs auf die Beine geholfen. Die Papiere des Instituts kletterten an der Börse in Zürich um rund 19 Prozent, nachdem sie am Vortag noch auf ein Rekordtief gefallen und mit einem Minus von 24 Prozent aus dem Handel gegangen waren.

Auch der übrige Bankensektor erholte sich. Der Stoxx Europe 600 Banks EU0009658806 legte 1,1 Prozent zu, nachdem der Sektorindex zur Wochenmitte fast sieben Prozent eingebüßt hatte. Zu den Favoriten im EuroStoxx 50 am Donnerstag gehörten Santander-Anteile mit 2,6 Prozent Aufschlag. In Zürich kosteten Papiere des Schweizer Wettbewerbers UBS CH0244767585 3,4 Prozent mehr. Hierzulande ging es nach der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Papiere der Deutschen Bank DE0005140008 im Dax DE0008469008 allerdings um 1,3 Prozent abwärts, die Commerzbank DE000CBK1001-Anteile reduzierten ihre Erholungsgewinne auf 0,3 Prozent.

Die stark angeschlagene Schweizer Großbank Credit Suisse sicherte sich bei der Notenbank Kredite von bis zu 50 Milliarden Franken (knapp 51 Mrd Euro). Zudem kündigte die Bank in Zürich den Rückkauf von bestimmten Euro- und Dollar-Anleihen im Volumen von drei Milliarden Franken an. Mit diesen Schritten will die Credit Suisse das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Das Schweizer Institut hatte 2022 mit einem Jahresverlust von 7,3 Milliarden Franken ihr schlimmstes Jahr seit der Finanzkrise 2008 erlebt.

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Das Rettungspaket dämpfe die Sorgen über einen größeren Ansturm auf die Credit Suisse und die Auswirkungen auf andere Institute in der ganzen Welt, schrieb Susannah Streeter vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown. Die Ankündigung, Notfallmittel der Schweizerischen Nationalbank in Anspruch zu nehmen, unterstreiche zugleich aber auch, wie fragil der Kreditgeber geworden sei.

Die Befürchtungen rund um die angeschlagene Schweizer Großbank hatten am Vortag den gesamten Bankensektor in Europa unter Druck gesetzt, nachdem zuvor die Turbulenzen rund um drei US-Banken die Märkte erschüttert hatte.

Die Angst vor einem Übergreifen der Probleme lastet jedoch noch immer schwer auf den Kursen: So beläuft sich trotz der aktuellen Kursgewinne der Wochenverlust des europäischen Bankensektors auf gut neun Prozent. Vor der Verkaufswelle hatte der Subindex wegen der Aussicht auf höhere Erträge aufgrund steigender Zinsen jedoch seit Oktober noch deutlich zulegen können.

Mit Blick auf die Credit Suisse ist die Welt der Analysten derzeit im Zwiespalt: Vontobel-Experte Andreas Venditti bezeichnete zwar das Rettungspaket als starkes und wichtiges Signal, das zur Beruhigung der Märkte beitragen dürfte; doch für Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan ist das nicht genug. Letztlich gehe es bei der Credit Suisse um die Probleme im Investmentbanking und die "anhaltende Erosion des Geschäfts", argumentierte der Experte. Eine Option für den Analysten ist etwa die vollständige Schließung des Investmentbanking.

Ähnlich verhalten äußerten sich die Branchenkenner der DZ Bank. Er bleibe skeptisch, ob der geplante Umbau der Credit Suisse nachhaltig gelingen kann, schrieb Analyst Timo Dums. "Die Restrukturierung sehen wir selbst in Normalzeiten als Herkulesaufgabe an." Nun komme als zusätzlicher Gegenwind die allgemeine Marktskepsis gegenüber Banken hinzu. Dies treffe die CS-Aktie als äußerst anfälliges Institut "mit wiederkehrenden negativen Schlagzeilen" besonders hart.

Bei der DZ Bank werden unterdessen die drei zusammengebrochenen US-Banken als Spezialfälle gesehen, "die im Wesentlichen auf Sektorkonzentrationen, aber auch auf Managementfehler" zurückzuführen seien. "Auch wenn wir weitere Zusammenbrüche bei kleinen und mittelgroßen US-Banken nicht ausschließen, sehen wir die großen Wallstreet-Banken nicht direkt davon betroffen". Im Gegenteil könnten Adressen wie JPMorgan gar von dem Zufluss günstiger Einlagen profitieren, folgert Dums.