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Aktien Europa: Trübe Woche endet schwach

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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach der leichten Stabilisierung vom Vortag hat sich an den wichtigsten europäischen Aktienmärkten am Freitag wieder Unsicherheit breitgemacht. Die Nerven der Anleger seien aufgrund der Furcht vor einem weiteren schwankungsintensiven Handelstag angespannt, kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets. "Die Woche war aus der Sicht der Bullen ein Reinfall", resümiert sein Kollege Jochen Stanzl.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> notierte gegen Mittag 1,18 Prozent tiefer bei 3515,19 Punkten. Damit deutet sich für den Leitindex der Eurozone ein Wochenverlust von rund 2,5 Prozent an. In Paris fiel der Leitindex Cac 40 <FR0003500008> um 1,13 Prozent auf 5448,15 Zähler. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> büßte 1,01 Prozent auf 6460,47 Punkte ein.

Der Impfstoff-Streit der Europäischen Union mit dem britischen Pharmariesen Astrazeneca <GB0009895292> dürfte mit zur allgemeinen Verunsicherung der Börsen beigetragen haben, glaubt CMC-Experte Stanzl. "Die Europäische Union sieht sich dem Vorwurf gegenüber, zu wenig von dem Impfstoff bestellt zu haben. Von den anfänglich zugesicherten 300 Millionen Dosen soll nur die Hälfte ausgeliefert werden." Die Aktien von Astrazeneca sanken um 1,2 Prozent.

Dagegen schnellten die Papiere von Ericsson <SE0000108656> um 7,8 Prozent nach oben. Der Netzwerkausrüster profitiert weiter vom Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes. So konnten die Schweden nach einem guten Schlussquartal bei Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr zulegen. Aktionäre sollen eine höhere Dividende erhalten.

Der Moderiese Hennes & Mauritz (H&M) <SE0000106270> verdiente im Geschäftsjahr 2019/20 coronabedingt deutlich weniger. Die Schweden erzielten einen Gewinn vor Steuern von rund 2 Milliarden Kronen, verglichen mit rund 17 Milliarden Kronen im Vorjahr. Die H&M-Titel verloren 3,7 Prozent.

Die Givaudan-Aktien <CH0010645932> verbilligten sich um 1,8 Prozent. Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen steigerte im Corona-Jahr 2020 den Umsatz und Gewinn gesteigert. Allerdings litt die stark vom Reisedetailhandel abhängige Luxusparfümerie zeitweise deutlich unter den Covid-19-Einschränkungen.

Die Aktien von Dr. Martens legten am Freitag ein fulminantes Debüt an der Londoner Börse hin. Im frühen Handel stiegen die Papiere des britischen Schuherstellers um bis zu 23 Prozent auf 455 Pence im Vergleich zum Ausgabekurs von 370 Pence. Zuletzt notierten sie noch rund 15 Prozent höher bei 425 Pence. Dr. Martens, das erstmals 1960 seine Kult gewordenen Stiefel auf den Markt brachte, verkauft jedes Jahr mehr als elf Millionen Paar Schuhe in gut 60 Ländern.