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Aktie verliert 20 Prozent: Netflix erlebt den Totalabsturz

Ganz großes Drama nach Handelsschluss: Der erfolgsverwöhnte Streaming-Pionier Netflix konnte bei Vorlage seiner neusten Quartalsbilanz die Erwartungen der Wall Street zwar in Dollar und Cent annähernd erfüllen, doch die Abonnentenentwicklung enttäuschte schwer. Die Folge: Ein brutaler Absturz des einstigen Highflyers.

Netflix' Hauptquartier in Los Gatos: Traumfabrik für 224 Millionen Abonnenten (Foto: © Netflix)
Netflix' Hauptquartier in Los Gatos: Traumfabrik für 224 Millionen Abonnenten (Foto: © Netflix)

Es ist der Startschuss zur mit Spannung erwarteten ersten Bilanzsaison 2022, die von anhaltenden Inflations- und Zinssorgen überschattet ist: Nach Handelsschluss an der Wall Street präsentierte Netflix als eines der ersten Internet- und Techunternehmen seine Bilanz für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum des viertens Quartals.

Und das erste Ausrufezeichen wurde gleich gesetzt. Allein: kaum so, wie vom Streaming-Pionier erhofft. Das knapp 25 Jahre alte Internetunternehmen, das einst als Versender von DVDs begann, weist inzwischen einen immer größeren Reifegrad auf – das Wachstum lässt erkennbar nach.

Quartalsbilanz sogar über den Erwartungen

Die Umsätze legten im Dezember-Quartal lediglich noch um 16 Prozent auf nunmehr 7,71 Milliarden Dollar zu. Die Konsensschätzungen der Wall Street wurden damit immerhin knapp übertroffen.

Sogar über den Prognosen der Analysten entwickelte sich unterdessen der Gewinn je Aktie. Statt der durchschnittlich erwarteten 0,82 Dollar je Anteilsschein verdiente Netflix im vierten Quartal 2021 gar 1,33 Dollar je Aktie. Unter dem Strich erzielte Netflix in den letzten drei Monaten des vergangenen Geschäftsjahres 607 Millionen Dollar, lag damit aber deutlich unter den Gewinnen der vergangenen drei Quartale.

Weitere Abonnentenentwicklung enttäuscht die Wall Street

Auch bei der seit jeher von Anlegern und Analysten kritisch beäugten Abonnentenentwicklung konnte Netflix zunächst die Erwartungen erfüllen. Der nach Amazon, Google und Facebook viertwertvollste Internetkonzern der USA konnte im vierten Quartal 8,28 Millionen zahlende Neukunden von einer Mitgliedschaft überzeugen – Analysten hatten lediglich mit 8,19 Millionen neuen Abonnenten gerechnet. Allerdings werden die Grenzen des Wachstums deutlich: Im vierten Quartal 2020 konnte Netflix noch 8,51 Millionen Neukunden anlocken.

Beim Ausblick auf das laufende Quartal erlaubte sich Reed Hastings zudem den Luxus, deutlich unter den Erwartungen der Wall Street zu bleiben. So rechnet Hastings in den drei Monaten bis Ende März lediglich mit 2,5 Millionen Neuabonnenten, während der Wall-Street-Konsens bei 3,98 Millionen Neukunden gelegen hatte.

Netflix verliert seit Jahresbeginn über 100 Milliarden Börsenwert

Die Folge: Die Netflix-Aktie, die in den vergangenen zwei Monaten im herausfordernden Umfeld steigender Leitzinsen mit der Kohorte der Internet- und Techaktien bereits deutliche Abschläge einstecken musste, kollabierte nach der Bilanzvorlage regelrecht.

Die Anteilsscheine des Streaming-Pioniers verloren nach Handelsschluss fast 20 Prozent auf nur noch 408 Dollar an Wert. Seit Jahresbeginn hat Netflix mehr als ein Drittel seines gesamten Börsenwertes eingebüßt und dabei fast 100 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Seit dem Allzeithoch im November gingen gar 135 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.

Im Sog von Netflix fielen auch andere Medien- und Internetaktien nachbörslich weiter zurück. In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison mit der Vorlage der neuen Geschäftsbilanzen von Microsoft und Apple erst richtig Fahrt auf.