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AKTIE IM FOKUS: Boeing-Papiere können freien Fall nicht bremsen

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Folgen der Viruspandemie haben den Kurs der Boeing <US0970231058>-Aktie auch am Donnerstag schwer belastet. Nachdem er bereits am Vortag um 18 Prozent eingebrochen war, sackte er um weitere fast zwölf Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Seit Beginn des freien Falls vor drei Wochen hat sich der Wert der Papiere etwa halbiert. Der Verlust des Börsenwerts in diesem Zeitraum beläuft sich auf mehr als 90 Milliarden US-Dollar.

"Die negativen Nachrichten über den Flugzeugbauer reißen nicht ab", sagte Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank. Das neuartige Coronavirus belaste besonders stark den weltweiten Flugverkehr, was für Boeing zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt komme. Fluggesellschaften verzögerten aus Liquiditätsgründen die Auslieferung bestellter Maschinen oder stornierten Bestellungen. Auch leide das von hohen Margen geprägte Wartungs- und Servicegeschäft für Passagiermaschinen.

Erschwerend hinzu komme, dass die Kosten für die Wiederzulassung der Baureihe B737 Max durch neue Auflagen der US-Luftfahrtaufsicht FAA steigen könnten. Laut Medienberichten dürfte die FAA eine neue Verkabelung aller bisher gebauten B737 Max anordnen, von der rund 800 Maschinen betroffen seien. Die Vorgaben der FAA sprächen für eine spätere Wiederzulassung der Baureihe als bislang erwartet, so der Experte.

Am Vortag hatte eine Meldung den Boeing-Kurs schwer belastet, wonach das Unternehmen eine knapp 14 Milliarden US-Dollar schwere Kreditlinie bei Banken vollständig abgerufen habe, um sich gegen die Belastungen durch das Coronavirus zu stemmen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Boeing hatte die Kreditlinie im vergangenen Monat von einem Bankenkonsortium erhalten, um die mit dem 737 Max verbundenen hohen Mittelabflüsse zu finanzieren.