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AKTIE IM FOKUS 2: Kassierte Prognose von Knaus Tabbert schockiert die Anleger

·Lesedauer: 2 Min.

(neu: Mehr Details, Kurse aktualisiert, Analyst.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit einer zurückgezogenen Jahresprognose hat der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert <DE000A2YN504> am Donnerstag die Anleger in die Flucht getrieben. Die Halbleiterknappheit und der Teilemangel schlagen beim Unternehmen auf das Geschäft, weshalb der Vorstand seine Ziele für das Jahr auf Eis legt. An der Börse ging es für die Papiere daraufhin steil abwärts.

Bei 60,30 Euro erreichten die Papiere zeitweise das niedrigste Niveau seit August. Am späten Vormittag stand zuletzt noch ein Verlust von 6,5 Prozent auf 62,90 Euro zu Buche.

Das Unternehmen hatte zuvor seine bisherigen Vorhersagen für Umsatzwachstum und Marge zurückgezogen und dies mit "zunehmender Materialknappheit entlang der Lieferkette" begründet. Wegen Lieferproblemen bei Fahrgestellen will Knaus Tappert die Wohnmobilproduktion an den Standorten Jandelsbrunn in Deutschland und in Nagyoroszi in Ungarn im vierten Quartal voraussichtlich für mindestens zwei Wochen stoppen. Zudem müsse die Arbeitszeit deutlich reduziert werden, hieß es.

Dabei lief es eigentlich rund bei Knaus Tabbert, denn das Unternehmen aus Bayern zählt zu den Gewinnern der Pandemie. Während Hotelaufenthalte und Fernreisen schwieriger wurden, sattelten viele Menschen um auf Camper. Im ersten Halbjahr 2021 verdreifachte sich der Auftragsbestand des Unternehmens. Für das Gesamtjahr war der Vorstand daher zuletzt noch von einem kräftigen Umsatzwachstum "im unteren Bereich von 20 bis 22 Prozent" ausgegangen. Eine neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr gab das Management noch nicht.

Jefferies-Analyst Rizk Maidi rechnet nunmehr laut einer ersten Reaktion vom Donnerstag damit, dass die Markterwartungen angesichts der Produktionsausfälle im Schlussquartal um etwa 10 Prozent sinken dürften.

Der aktuelle Kursrückschlag beschleunigte die jüngste Talfahrt der Papiere, die sich seit dem Börsengang im September vergangenen Jahres schwer tun. Vom damaligen Ausgabepreis bei 58 Euro war es zwar Anfang April bis auf 73,70 Euro nach oben gegangen. Seitdem hat das Papier trotz der guten Geschäftsperspektiven rund 15 Prozent an Wert eingebüßt.

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