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AKTIE IM FOKUS 2: Bayers Agrarschwäche drückt auf die Kauflaune der Anleger

·Lesedauer: 2 Min.

(neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine schwache Geschäftsentwicklung in Bayers <DE000BAY0017> Agrarsparte im dritten Quartal sowie Verzögerungen bei der Lösung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten haben am Dienstag den Aktien des Pharma- und Agarchemieunternehmens zugesetzt. Angesichts der jedoch zunehmend euphorischeren Stimmung am Aktienmarkt schlossen sie letztlich leicht im Plus mit 0,4 Prozent auf 41,96 Euro. Damit blieben sie dennoch eines der Schlusslichter im Dax <DE0008469008>. Der gewann bei Börsenschluss 2,6 Prozent.

Erst am Freitag war der Kurs der Bayer-Aktie unter 40 Euro auf den niedrigsten Stand seit neun Jahren abgerutscht. Vom Jahreshoch im Juni belaufen sich die Verluste mittlerweile auf 42 Prozent.

Durch die Bank äußerten sich Analysten enttäuscht über das abgelaufene Quartal und führten die Schwäche unisono auf die Agrarsparte zurück. Während die beiden anderen Bereiche Pharma und rezeptfreie Medikamente trotz teilweisen Rückgängen positiv überrascht hätten, seien Umsatz und das operative Ergebnis in der Agrarsparte deutlich rückläufig gewesen, schrieb etwa Bernstein-Analyst Gunther Zechmann. "Am schlimmsten traf es die Umsätze in Nordamerika, wo sie um massive 41 Prozent fielen." Wie schon im zweiten Quartal hatte sich vor allem der für 60 Milliarden US-Dollar gekaufte US-Saatgutriese Monsanto erneut als Bremsklotz erwiesen.

Im Pharmageschäft indes verwies Zechmann auf zunehmende Anzeichen einer Erholung von der Corona-Krise. Er nannte das Quartal dieser Sparte "unspektakulär", was jedoch angesichts der aktuellen Lage "keine schlechte Sache" sei. Mit Blick auf die Sparte mit rezeptfreien Medikamenten lobte er die deutlich besser als erwartet ausgefallenen Margen, die die operative Ertragskraft widerspiegelten. Ähnlich äußerten sich weitere Experten.

Den von Bayer unter der Voraussetzung konstanter Wechselkurse bestätigten Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 bewerteten die Analysten indes unterschiedlich. Während Goldman-Experte Keyur Parekh ihn "ermutigend" nannte, hieß es bei JPMorgan lediglich "wie erwartet". UBS-Experte Michael Leuchten verwies darauf, dass 2020 die Wechselkurse stärker belasten würden und Jean-Jacques Le Fur von Bryan, Garnier & Co erwartet nun, dass der Konzernumsatz die Markterwartungen nicht wird treffen können.

Bayer habe zwar sein Umsatzziel zwischen 43 und 44 Milliarden Euro bestätigt, doch da der Umsatz vor Wechselkurseffekten beziffert wurde, dürfte er letztlich zwischen 41 und 41,5 Milliarden Euro liegen, schrieb er. Das aber würde bedeuten, dass er "etwa eine Milliarde Euro unter den aktuellen Schätzungen" am Markt herauskommen werde, "was nach neuen abwärts gerichteten Überarbeitungen ruft".