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Affen können neue „Akzente“ lernen, wenn sie in der Nähe anderer Spezies sind

·Lesedauer: 2 Min.
Zweifarbentamarine werden auch Manteltamarine genannt.
Zweifarbentamarine werden auch Manteltamarine genannt.

Eine neue Studie ergab, dass bestimmte Affenarten in der Lage sind, neue „Akzente“ zu adaptieren, um freundlicher zu anderen Gattungsgenossen zu sein. Die Studie, die kürzlich zu diesem Ergebnis kam, wurde Anfang des Monats in der Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology veröffentlicht. Für die Untersuchung wurden zwei verschiedene Affenarten beobachtet, die im brasilianischen Amazonasgebiet leben: die kahlköpfigen Zweifarbentamarine und ihre nahen Gattungsverwandten, die Rothandtamarine.

Beide Affenarten teilen ein begrenztes Repertoire an Rufen, die sie von Geburt an kennen. Diese Rufe dienen als Warnungen vor Raubtieren, als Paarungsrufe und um andere Signale zu geben, berichtete die britische Tageszeitung The Guardian. Obwohl die beiden Affenarten eine ähnliche „Sprache“ sprechen, führen sie diese Rufe auf eine leicht unterschiedliche Art und Weise aus. The Guardian verglich dies mit dem Britischen und dem US-amerikanischen Englisch.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten beobachten, wie Rothandtamarine ihre größere stimmliche Flexibilität nutzen. Sie veränderten die Frequenz und Dauer ihrer Rufe so, dass sie wie die Rufe der Zweifarbentamarine klingen, wenn sich die Affen in der gleichen Umgebung aufhielten. Dies hilft den Arten wahrscheinlich, sich gegenseitig zu verstehen und territoriale Streitigkeiten zu regeln, während sie denselben Lebensraum teilen, erklärte Jacob Dunn in einem Gespräch mit Business Insider. Dunn ist einer der Hauptautoren der Studie und Professor für Evolutionsbiologie an der Anglia Ruskin University in Cambridge.

Der Rothandtamarin hat nur an den Händen und Füßen rötliches Fell.
Der Rothandtamarin hat nur an den Händen und Füßen rötliches Fell.

Ein Einblick in die Evolution der Sprache

Bislang ist nicht eindeutig, ob ein Affe im Laufe seines Lebens lernen kann, einen „Akzent“ zu adaptieren, oder ob diese Eigenschaft vererbt wird. Menschen sind die einzigen Primaten, die neue Laute aufnehmen können, führte Dunn aus. Das erklärt, warum Menschen andere komplexe Sprachen erlernen und folglich mit ihnen kommunizieren können. Andere Primaten erlernen ihre Rufe von Geburt an.

Mit den neuen Erkenntnissen dieser Studie können nun Rückschlüsse auf die Sprachfähigkeit unserer gemeinsamen Vorfahren gemacht werden und darauf, wie sich Sprache im Laufe der Zeit auf biologischer Ebene entwickelt, sagte Dunn. „Die Kommunikation in dieser Gruppe von Tieren zu erforschen kann uns wahrscheinlich Antworten auf die Fragen bieten, wie, warum und wann wir Sprache entwickelt haben“, so der Evolutionsbiologe.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Affen regionale „Akzente“ aus anderen Gebieten aufgreifen können. Doch die Beobachtungen dieser Studie zeigen erstmalig, dass eine Affenart den „Akzent“ einer anderen vollständig übernehmen kann, erklärte Dunn. Affen sind nicht die einzigen Tiere, die „Akzente“ haben. Vorherige Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Wale, Fledermäuse, Vögel und sogar Ziegen Laute aneignen, um sich der Umgebung anzupassen.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.