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Achtstelliger Umsatz mit veganem Tiefkühlessen – das steckt hinter dem Berliner Startup Every

Casimir Rob (l.) und Benjamin Ahlers bringen jedes Every-Gericht in einer anderen farbigen Verpackung heraus. - Copyright: Every. GmbH
Casimir Rob (l.) und Benjamin Ahlers bringen jedes Every-Gericht in einer anderen farbigen Verpackung heraus. - Copyright: Every. GmbH

Die Geschichte des Berliner Startups Every beginnt 2018 in Paris. Benjamin Ahlers war gerade für seinen ersten Job dorthin gezogen. In seiner Vollzeitstelle bei der Luxusmarke LVMH habe er sich weniger gesund ernährt als zuvor im Studium – ihm habe die Zeit gefehlt, entsprechende Lebensmittel einzukaufen und täglich frisch zu kochen. Ändern wollte er sein Ernährungsverhalten aber nicht, erzählt er rückblickend im Gespräch mit Gründerszene. Ahlers kam so die Geschäftsidee, vegane Zutaten zu Gerichten zu machen und einzufrieren.

Sein langjähriger Freund Casimir Rob war in der Zeit sein Sparringspartner. Er machte gerade seinen Abschluss an der Universität in St. Gallen. „Anfangs war es eine lose Idee und wir waren skeptisch, ob wir als Freunde etwas zusammen gründen sollten“, so Rob. Mehrere Monate später, im Herbst 2019, brachten sie erste Prototypen auf den Markt. Im März 2020 war Every offiziell geboren.

Erstkunden geben im Schnitt bis zu 72 Euro aus

Das Startup kauft von deutschen Bauern Obst und Gemüse ein und lässt die Zutaten zu Produktionspartnern schicken. Dort werden sie geschält, geschnitten, manchmal auch blanchiert und separat binnen weniger Minuten auf minus 25 Grad Celsius heruntergekühlt. Abgestimmt auf die Rezeptur verpacken die Produzenten die einzelnen, schockgefrosteten Zutaten in Pappkartons und addieren Saucen, Reis oder Nudeln, um ein Fertiggericht entstehen zu lassen – immer tiefgekühlt. Das ist dann etwa eine Bolognese mit Nudeln, Auberginen, Pastinaken und Linsen. Oder eine Hummus-Bowl mit Süßkartoffeln, Karotten und Sellerie. Rund 70 Essen listet Every in seinem Sortiment. Alle vegan, ohne Zusatzstoffe und möglichst nachhaltig.

Eine Bowl, die Kunden in der Pfanne oder gelegentlich im Ofen zubereiten müssen, kostet 7,99 Euro im Every-Onlineshop. Im Angebot hat das Startup auch Suppen, Porridge und Smoothies – um „den ganzen Tag abdecken zu können“, wie Ahlers sagt. Häufig würden im Warenkorb aber die warmen Gerichte landen. Ab acht Produkten ist der Versand kostenlos. Im Schnitt bestellten Erstkunden demnach acht bis neun Gerichte, so Rob – also bis zu 72 Euro ausgeben. Bei späteren Einkäufen seien es beinahe doppelt so viele Essen. Der durchschnittliche Kunde bestelle dreimal im Jahr bei dem Startup, sagt der Mitgründer.

Sechsstelliger Umsatz nach zehn Monaten

Eine konkrete Zielgruppe habe Every nicht. Man wolle alle ansprechen, die sich gesund ernähren. Daher auch der Name Every – also jeder. „Die meisten sind zwischen 35 und 50 Jahre alt, haben einen geregelten Tagesablauf, sind berufstätig und haben genügend Platz in ihrem Tiefkühler“, so Rob.

Seit ihrem Start im März 2020 haben die Berliner eigenen Aussagen zufolge einen Umsatz im sechsstelligen Bereich geschrieben. Die Kunden hätten die Fertigmenüs vor allem für ihr Mittagessen im Homeoffice gekauft, so Rob. „2021 sind wir um das Zehnfache auf einen siebenstelligen Umsatz gewachsen“, sagt er weiter. In diesem Jahr habe vor allem der Veganuary zu einem Absatzplus geführt. Erstmals wolle Every achtstellige Erlöse einfahren.

Perfeggt
Perfeggt

Das Geschäft stemmt das Gründerduo aus eigener Tasche sowie mit Darlehen von Freunden und Familie. Investoren haben sie bislang nicht an Bord geholt. „Wir diskutieren immer wieder darüber, weil auch der Teamaufbau und das Wachstum Geld kosten.“ Interesse von Kapitalgebern sei da, noch wollen Ahlers und Rob ihr Startup aber eigenständig aufbauen.

„Uns ist bewusst, dass wir nicht das allergünstigste Angebot sind“, sagt Ahlers über sein Geschäftsmodell. Im Einzelhandel konkurriere Every mit weitaus preiswerteren Fertiggerichten. Ein Grund, wieso sich die Gründer für ein reines Online-Modell entschieden haben. Außerdem: Auf diese Weise erhalten sie mehr Feedback, wissen, welche Rezepturen die Kunden mögen und welche sie noch vermissen. „Ein großer Marketingkanal ist Mundpropaganda“, sagt Rob dazu. Und seit die Deutschen weniger im Homeoffice sitzen, bestellen nun vor allem Unternehmen die Mahlzeiten, um ihre Angestellten im Büro zu verpflegen.