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42 Millionen für Laborkäse – Berliner Startup stellt Finanzierungsrekord auf

·Lesedauer: 2 Min.
Das Formo-Team um die beiden Gründer Britta Winterberg (3. von links) und Raffael Wohlgensinger (7. von links)
Das Formo-Team um die beiden Gründer Britta Winterberg (3. von links) und Raffael Wohlgensinger (7. von links)

Der Berliner Food-Firma Formo ist es nicht nur gelungen, Käse im Labor herzustellen. Nun hat sie auch einen Finanzierungsrekord aufgestellt: In der aktuellen Series-A-Runde kam mit umgerechnet rund 42 Millionen Euro (50 Millionen Dollar) die bislang größte Summe für ein europäisches Food-Startup zusammen. Das Nachrichtenportal Bloomberg hatte am Montag zuerst berichtet. Leadinvestoren sind der schwedische VC EQT Ventures, Elevat3 Capital, die Investmentfirma von Christian Angermayer und der US-Fonds Lowercarbon Capital.

Anfang 2019 hat der Schweizer Raffael Wohlgensinger das Käse-Startup gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Britta Winterberg gegründet. Zunächst lief die Firma noch unter dem Namen Legendairy. Wohlgensinger war zuvor bei dem Branchen-VC Atlantic Food Labs tätig, der Fonds unterstützte die Ausgründung und war lange Zeit größter Anteilseigner.

Das Startup stellt künstlichen Käse mithilfe von Mikroorganismen her. Die Firma hat dafür ein Verfahren entwickelt, um die Milcheiweiße Casein und Molkenprotein im Labor heranzuzüchten. Dafür hat das Forschungsteam bei Kühen die Gene identifiziert, die für die Produktion der Milchkomponenten zuständig sind, und sie auf Hefezellen nachgebaut. Zunächst hat die Firma damit begonnen, im Labor Weichkäsesorten wie Mozzarella oder Riccotta herzustellen. Als nächstes stehen gereifte, härtere Käsesorten wie etwa ein Emmentaler an.

Gründer mussten vielen interessierten VCs absagen

Nun gehe es aber vor allem darum, die Produkte in den Markt zu bringen, daher auch die hohe Finanzierung. Neben den Lead-VCs haben sich an der Runde außerdem Lionheart Ventures, Happiness Capital und Albert Wenger und die Bestandsinvestoren Agronomics, CPT Capital, Good Seed Ventures, Grazia Equity und M Ventures beteiligt. Die Gründer gaben gegenüber dem "Handelsblatt" an, dass sie eine deutlich höhere Summe hätten einsammeln können und vielen Interessenten absagen mussten. Das Geld will die Firma vor allem dazu verwenden, um eine Pilotfabrik in der Nähe Bonns aufzubauen. Zu einem späteren Zeitpunkt will das Unternehmen die Produktion an externe Hersteller auslagern. Außerdem soll das Formo-Team von 20 auf 70 Köpfe wachsen.

Formo verfolgt einen ambitionierten Zeitplan: Schon in zwei Jahren soll der erste tierfreie Käse in den Verkauf kommen. Bis 2025 will die Firma sogar schon preislich auf einem Level mit Käseprodukten aus herkömmlicher Kuhmilch sein. Bis dahin müssen die Produkte als Novel Food zugelassen werden. Das ist insbesondere in Europa ein sehr aufwendiger Prozess. Deshalb plädiert der Formo-CEO gegenüber dem "Handelsblatt" für ein schnelleres Verfahren in der EU: „Europa darf bei wichtigen Zukunftstechnologien für das Klima nicht den Anschluss verlieren.“

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