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Ölpreise legen zu - Durch Druschba-Pipeline fließt kein Öl mehr

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag nach anfänglichen Verlusten zugelegt. Marktbeobachter begründeten die Preisentwicklung mit Meldungen, dass die Lieferung von russischem Öl über den Südstrang der Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn eingestellt worden sei.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Sorte Brent stieg auf 97,54 US-Dollar. Das waren 89 Cent mehr als am Vortag. Im späten europäischen Vormittagshandel war der Brent-Preis noch auf 94,90 Dollar gefallen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 58 Cent auf 91,34 Dollar zu.

Der Transit von russischem Öl nach Ungarn wurde nach Angaben aus Moskau gestoppt. Der russische Pipeline-Monopolist Transneft machte für den Lieferstopp die Ukraine verantwortlich: "Tatsächlich hat (das ukrainische Unternehmen) Ukrtransnafta das Durchpumpen von Öl nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei über den Südstrang der Pipeline Druschba am 4. August um 6.10 Uhr morgens vollständig gestoppt", gab Transneft laut staatlicher russischer Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Dienstag bekannt. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Nach Angaben eines Transneft-Sprechers hängt die Beendigung des Transits mit Zahlungsproblemen zusammen. Die Ukraine fordere demnach für die Durchleitung russischen Öls Vorkasse, doch von Transneft getätigte Zahlungen seien wegen neuer europäischer Sanktionen zurückgewiesen worden. Die Marktreaktion auf den Lieferstopp durch den Südstrang der Pipeline zeige, wie empfindlich die Ölmärkte auf Meldungen zur Entwicklung des Angebots reagierten, sagte Harry Altham, Analyst beim Handelshaus StoneX.

Zuletzt waren die Ölpreise jedoch tendenziell unter Druck geraten. Am Ölmarkt dominieren weiterhin die Nachfragesorgen", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Im Juli waren die chinesischen Ölimporte leicht gestiegen, was die Ölpreise zu Beginn der Woche gestützt hatte. Experte Fritsch verwies aber auf jüngste Maßnahmen der chinesischen Regierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Diese hätte in einigen Metropolen des Landes zu neuen Einschränkungen geführt, was die Öl-Nachfrage wieder beeinträchtigen dürfte.