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Ölpreise geben kräftig nach

Die Rohölvorräte in den USA sind in der vergangenen Woche auf einen Rekordwert gestiegen. Das lässt die Ölpreise deutlich abrutschen.

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA. Foto: dpa

Die Aussicht auf eine langwierige Erholung der Nachfrage vom Coronavirus-Schock und die Angst vor eine zweiten Welle lastet auf dem Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Donnerstag um mehr als sieben Prozent auf 38,59 Dollar, leichtes US-Öl kostete mit 36,14 Dollar mehr als acht Prozent weniger.

In der vergangenen Woche stiegen die US-Lagerbestände unerwartet auf einen Rekordwert von 538,1 Millionen Barrel, weil saudi-arabisches Öl in den USA ankam, das im März und April auf die Reise geschickt worden war. Zugleich füllen sich die Treibstofflager.

Am Markt werde das negativ aufgenommen, auch wenn zuletzt wieder mehr Benzin und Diesel verkauft worden seien, sagte Vivek Dhar, Analyst bei der Commonwealth Bank. „Der größte Teil der jüngsten Preisanstiege kommt davon, dass die strengsten Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben wurden. Bis wir da sind, wo wir vor der Coronakrise waren - das wird einige Zeit dauern.“

Seit dem Ausbruch der weltweiten Coronakrise sieht sich die Ölindustrie einem noch nie dagewesenen Problem gegenüber: Die Nachfrage nach der wichtigsten Energiequelle der Welt brach von heute auf morgen ein. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einem Rekordrückgang der globalen Erdölnachfrage. Im laufenden Jahr dürfte die 9,3 Millionen Barrel pro Tag weniger verbraucht werden, als 2019.

Der Schlagabtausch zwischen den beiden Ölfördergiganten Saudi-Arabien und Nordamerika verschärfte die Situation zunehmend. Die Preise für Rohöl fielen weiter. Als dann aufgrund von Corona erst die Nachfrage in China einbrach und dann im Rest der Welt, traf das auch die Ölpreise massiv. Anfang Mai stürzte der Preis für US-Öl zum ersten Mal in der Geschichte ins Minus.