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Ölpreise erholen sich weiter - aber nur noch leicht

LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Erholung der Ölpreise hat am Freitag an Schwung verloren. Die Notmaßnahmen führender Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vom Vortag wirkten jedoch weiter stützend auf die Kursentwicklung. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 29,30 US-Dollar. Das waren 83 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 85 Cent auf 26,07 Dollar. Im Tagesverlauf mussten die Ölpreise jedoch einen Teil der frühen Gewinne wieder abgeben.

Nachdem die Ölpreise in den vergangenen Tagen im Zuge der Corona-Krise und des Preiskriegs führender Ölförderländer auf ein Tief seit 18 Jahren gesackt waren, hat seit der Wochenmitte eine Erholung eingesetzt. Am Donnerstag konnte beim US-Ölpreis in der Spitze ein Rekordanstieg auf Tagessicht um 21 Prozent verzeichnet werden. Diese Dynamik ist inzwischen etwas abgeflacht.

Die Erholung der Ölpreise wurde vor allem durch Notmaßnahmen zahlreicher Notenbanken unterstützt. Zuletzt griff die norwegische Zentralbank ihrer nationalen Wirtschaft am Freitag mit einer Zinssenkung auf ein Rekordtief unter die Arme, während sich ihr russisches Pendant nicht zu solch einem Schritt durchringen konnte.

Angesichts des immer noch historisch niedrigen Ölpreises prüfen Behörden im US-Bundesstaat Texas bereits eine Reduzierung der Fördermenge zur Stützung der Preise, daneben hat US-Präsident Donald Trump ein Eingreifen der amerikanischen Regierung in den Preiskrieg am Ölmarkt nicht ausgeschlossen.