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Ökonomen-Stimmen zur Einigung der Bundesregierung auf ein Konjunkturpaket

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit einem riesigen Konjunkturpaket will die schwarz-rote Koalition die Wirtschaft in der Corona-Krise ankurbeln. Das Konjunkturpaket soll für 2020 und 2021 einen Umfang von 130 Milliarden Euro haben. 120 Milliarden entfallen dabei auf den Bund, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend in Berlin sagte. Damit soll der infolge der Corona-Krise erwarteten, schwersten Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte entgegengewirkt werden.

So bewerten Ökonomen die Einigung:

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank

"Die Voraussetzungen sind geschaffen, dass sich die deutsche Wirtschaft vom schwersten Einbruch seit Ende des Zweiten Weltkriegs erholt. Unsere auf Mobilfunkdaten und anderen Quellen basierenden Konjunkturindikatoren zeigen, dass die Erholung seit Anfang Mai in Gang gekommen ist. Allerdings rechnen wir weiter nicht mit einer V-förmigen Erholung."

Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank

"Obwohl ein Teil des Geldes aus ungenutzten Mitteln eines früheren 350-Milliarden-Euro-Pakets zur Abfederung der gegenwärtigen tiefen Rezession stammen wird, wird der größte Teil des Geldes zusätzlich zu den bisher vereinbarten Ausgaben bereitgestellt. Dies stützt unsere Ansicht, dass sich Deutschland vergleichsweise gut von der Covid-19-Rezession erholen wird, ohne sein langfristiges Angebotspotenzial nachhaltig zu beeinträchtigen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass das deutsche BIP nach einem kumulativen Einbruch um 14,5 Prozent in der ersten Hälfte des Jahres 2020 bis Mitte 2022 wieder auf sein Ausgangsniveau von Ende 2019 zurückkehren wird."

Clemens Fuest, Präsident des Ifo Instituts im Deutschlandfunk

"Man kann hier die Probleme nicht aus der Welt schaffen, aber eine gewisse Dämpfung des Abschwungs kommt auf jeden Fall. Und man darf ja nicht vergessen, dass die Wirtschaftsentwicklung auch stark abhängig ist von Erwartungen über die Zukunft, und hier sind doch viele zukunftsweisende Investitionen dabei. Das Ganze wird der Bevölkerung sicherlich auch Mut machen und den Unternehmen und die Stimmung ein bisschen verbessern. Die Krise selbst ist doch so massiv, dass man sie damit nicht so leicht aus der Welt schaffen kann."

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Bank

"Das Paket macht die fiskalische Reaktion Deutschlands auf die Krise hervorragend. Bemerkenswert ist nicht nur der Umfang des Pakets, sondern auch die Tatsache, dass die deutsche Regierung in ihrem fiskalpolitischen Ansatz eine komplette Kehrtwende vollzogen hat. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa. Vom Sparmeister zum Großspender - noch vor wenigen Monaten wäre es fast undenkbar gewesen, mit einem solchen Kommentar zur deutschen Finanzpolitik abzuschließen."

Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei dem Vermögensverwalter Solvecon

"Nach zähen Verhandlungen hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket auf die Beine gestellt, das umfassend ausfällt. Mit 130 Milliarden Euro fällt es größer als erwartet aus. (...) Der Charakter des Programms setzt auf Stabilisierung und Initiierung der wirtschaftlichen Kräfte. Impulse werden für Investitionen gesetzt (Steueranreize). Bezüglich Mobilität wird der eingeschlagene Weg forciert. Mehr konnte nicht erwartet werden."

Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen

"Das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket überrascht positiv. Sowohl der Umfang von insgesamt 130 Milliarden Euro als auch die Senkung der Mehrwertsteuer von Juli bis Dezember sind hervorzuheben. Diese kommt bei allen Bürgern an und animiert dazu, Käufe vorzuziehen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Konjunktur bis zum Ende dieses Jahres soweit erholt hat, dass eine mögliche Konsumdelle im nächsten Jahr gut weggesteckt werden kann. Die große Koalition hat Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt, was in dieser wirtschaftlich schweren Zeit hoffnungsvoll stimmt. Zwar kann die Rezession nicht verhindert werden, die Auswirkungen werden aber gedämpft."