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Ökonomen-Stimmen zum deutschen Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft ist nach der Vollbremsung zu Jahresbeginn in der Corona-Pandemie auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Getragen wurde die Konjunkturerholung im Frühjahr vor allem von höheren privaten und staatlichen Konsumausgaben. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Wachstum um 2,0 Prozent gerechnet.

Einschätzungen von Bank-Ökonomen zum deutschen Wirtschaftswachstum im Überblick:

Ulrich Kater, Chefvolkswirt DekaBank

"Angesichts des zögerlichen Fortschritts bei den Impfkampagnen in vielen Industrieländern und noch mehr in den Schwellenländern wird Corona noch lange die wirtschaftlichen Schlagzeilen bestimmen. Es zeigt sich immer mehr, dass der Weg zu einer neuen Normalität nach der Pandemie länger ausfällt als gehofft. Ziemlich sicher wird auch das Weihnachtsgeschäft noch kräftig unter Produktions- und Lieferengpässen leiden. Insgesamt bestätigen die Zahlen für das zweite Quartal unsere Konjunkturprognose von etwa gut drei Prozent Wachstum in Deutschland für das Gesamtjahr."

Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank

"Wir revidieren unsere 2021er Wachstumsprognose von 4,0 Prozent auf 3,3 Prozent. (...) Abwärtsrisiken sind mittlerweile auch dadurch entstanden, dass sich eine vierte Corona-Welle abzeichnet. Das zeigt auch der jüngste Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas. Zwar sind mittlerweile 60,9 Prozent der Deutschen mindestens ein Mal geimpft, so dass die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in den kommenden Wochen viel weniger steigen sollte als bei den bisherigen Wellen. Aber viele Politiker reden wieder von neuen Beschränkungen. Am Ende dürfte es dazu tatsächlich kommen, auch wenn wir nicht mit einem erneuten undifferenzierten Lockdown rechnen."

Thomas Gitzel, VP Bank

"Es wäre eigentlich deutlich mehr drin gewesen. Die Industrie war ein Totalausfall. Der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen bremste das verarbeitende Gewerbe aus. Trotz gut gefüllter Auftragsbücher stockte die Produktion. Fließbänder in der Automobilindustrie standen still und auch so manch kleiner Mittelständler oder Handwerker litt unter fehlenden Materialien. Ohne die Nachholeffekte im Hotel- und Gaststättengewerbe hätte es für die deutsche Wirtschaft lediglich Magerkost gegeben."

Christoph Swonke, Analyst DZ Bank

"Die Verbraucher haben die zurückgewonnenen Freiheiten genutzt, um mehr Geld für Dienstleistungen in der Gastronomie, Hotellerie und für Freizeitaktivitäten auszugeben. Grundsätzlich steht der weiteren wirtschaftlichen Erholung nichts im Weg. Die Delta-Variante und weitere mögliche Mutationen sind aber weiterhin ein großer Unsicherheitsfaktor. Neben der Pandemie gibt es außerdem große Lieferprobleme bei Vorprodukten wie Chips oder Halbleitern. Der Aufschwung ist da - verschiedene Unwägbarkeiten können ihn aber bremsen."

Jens-Oliver Niklasch, Analyst Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

"Das ist eine kleine Enttäuschung, da die Flüsterschätzungen höher lagen. Zudem war das Auftaktquartal nach der Revision noch schlechter als gedacht. Immerhin sieht man, dass die Wirtschaft kräftig anspringt, sobald die pandemiebedingten Einschränkungen gelockert werden. Das sollte die Messlatte für den weiteren Jahresverlauf sein. An unserer Prognose von 3,2 Prozent für das Gesamtjahr halten wir fest."

Christian Lips, Chefvolkswirt NordLB

"Weite Teile der Wirtschaft profitierten von den niedrigen Infektionszahlen und den Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen. Vor allem der private Konsum erholte sich von der coronabedingten Delle zum Jahresauftakt. Die Industrie hingegen wurde von Knappheiten ausgebremst, was die Stimmung ebenso belastet wie die Unsicherheit über den weiteren Pandemieverlauf. Dennoch stehen die Zeichen für eine nochmalige Beschleunigung des Aufholprozesses gut, wir rechnen mit einem BIP-Wachstum von über drei Prozent für 2021."

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