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Ökonom befürchtet Rezession in Italien als Folge der Virus-Krise

MAILAND (dpa-AFX) - Nach der zuletzt schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im Norden Italiens fürchten Ökonomen einen weiteren Rückschlag für die Konjunktur des ganzen Landes. "Uns geht es sowieso schon nicht sehr gut, und wir riskieren nun ernsthaft eine Rezession", sagte der Ökonom Andrea Giuricin von der Mailänder Bicocca-Universität. Im letzten Quartal 2019, also vor Ausbruch der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit in China, sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent. Das war der größte Rückgang im Vergleich zum Vorquartal seit fast sieben Jahren.

Die Behörden kämpfen mit drastischen Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus. Mehrere Gemeinden in der Provinz Lodi rund 60 Kilometer von Mailand entfernt wurden isoliert. Auch die Wirtschaftsmetropole Mailand mit ihren rund 1,3 Millionen Einwohnern ist lahmgelegt. "Die Stadt, die nie still steht, steht nun still", sagte der Wirtschaftsprofessor Francesco Daveri von der Bocconi-Universität. Viele Geschäfte haben geschlossen, viele Unternehmen ihren Mitarbeitern Homeoffice verordnet, Schulen und Universitäten sind zu, Fußballspiele wurden abgesagt.

Ähnlich Maßnahmen gelten in der Region Venetien um Venedig herum, die wie die Lombardei als Wirtschaftsmotor des Landes gilt. Zusammen bilden die beiden Regionen ein Drittel der Wirtschaftskraft Italiens.