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Ältere Chefs können der Produktivität von der Generation Z und den Millennials schaden

Ältere Chefs können die Produktivität von Mitarbeitern der Generation Z und der Millennials beeinträchtigen. - Copyright: Pexels/ Andrea Piacquadio
Ältere Chefs können die Produktivität von Mitarbeitern der Generation Z und der Millennials beeinträchtigen. - Copyright: Pexels/ Andrea Piacquadio

Liebe ältere Chefs, es lohnt sich, Rücksicht auf die jüngeren Mitarbeiter in euren Teams zu nehmen.

Denn: Insbesondere die Generation Z und die Millennials sagen, dass ihre Produktivität unter anderem aufgrund von Reibungen mit älteren Managern leidet. Das ergab eine neue Erhebung.

Verschiedene Generationen am Arbeitsplatz können zwar ein Vorteil sein. Allerdings kann das auch zu Missverständnissen und Spannungen mit älteren Vorgesetzten führen, welche wiederum die Arbeit beeinträchtigen können. Das fanden Forscher der London School of Economics and Political Science und des Beratungsunternehmens Protiviti heraus.

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"Wir haben herausgefunden, dass dort, wo es größere Altersunterschiede zwischen jüngeren Mitarbeitern und älteren Managern gibt, diese eine geringere Produktivität erfahren", sagt Daniel Jolles gegenüber Business Insider (BI) und bezog sich dabei auf jüngere Arbeitnehmer. Jolles ist Forschungsassistent im Bereich Verhaltenswissenschaften bei der Inclusion Initiative an der LSE.

Der Einbruch der Effizienz ist umso alarmierender, da wir bereits eine weltweite Verlangsamung der Produktivität sehen, so Jolles weiter. Aber: Altersunterschiede zwischen den Arbeitnehmern müssen ihm zufolge nicht zwangsläufig zu einem Leistungsabfall führen. Es gibt Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um Altersunterschiede zu einem Vorteil und nicht zu einer Belastung zu machen.

Generation Z und Millennials spüren die Flaute

Die neue Erhebung basiert auf einer Umfrage unter fast 1500 Arbeitnehmern in Bereichen wie Finanzen und Technologie in den USA und im Vereinigten Königreich. Einer von vier Arbeitnehmern gab hier an, wenig produktiv zu sein. Unter den jüngeren Arbeitnehmern war der Anteil jedoch höher: 37 Prozent der Generation Z und 30 Prozent der Millennials gaben an, dass sie nicht viel zustande bringen. Im Vergleich dazu berichteten nur 14 Prozent der Boomer, dass sie Probleme hatten, ihre Aufgabenlisten abzuarbeiten. Die Umfrage fand im März und April 2023 statt.

Die Leistung kann laut Jolles sinken, wenn sich der Altersunterschied zwischen dem älteren Chef und dem Arbeitnehmer vergrößert. Arbeitnehmer, deren Vorgesetzte mehr als zwölf Jahre älter waren, gaben fast 1,5-mal häufiger an, wenig produktiv zu sein, und waren fast dreimal so häufig "extrem unzufrieden" mit ihrer Rolle.

Ältere Arbeitnehmer, die wesentlich jüngere Vorgesetzte hatten, berichteten dagegen nicht über eine geringere Produktivität.

Um Produktivitätsfallen im Zusammenhang mit Altersunterschieden zu vermeiden, ist es wichtig, dass Führungskräfte für Probleme der Generationenvielfalt sensibilisiert sind und dass sie Fähigkeiten entwickeln, um Menschen verschiedener Generationen zu beaufsichtigen und einzubeziehen, so Jolles.

Allzu oft fallen die Diskussionen über die verschiedenen Generationen am Arbeitsplatz auf Vorurteile zurück. Man denke nur an den faulen oder sensiblen jüngeren Arbeitnehmer oder den Oldie, der sich gegen Veränderungen sträubt. "Sie sind nicht besonders zutreffend und auch nicht besonders hilfreich", so Jolles. Stattdessen sollten Manager erkennen, dass die Generation für die Erfahrungen und Prioritäten einer Person wichtig sein kann, aber eben auch, dass sie nicht alles ist.

Vielfältige Erfahrungen sind ein Grund dafür, dass es gut sein kann, sowohl jüngere als auch ältere Mitarbeiter einzustellen, sagte er. Die neuesten Mitarbeiter am Arbeitsplatz haben oft frische Ideen und können veraltete Annahmen infrage stellen.

Ältere Arbeitnehmer ihrerseits sind oft am besten in der Lage, das zu zeigen, was Jolles als "bürgerschaftliches Verhalten" bezeichnet. Das sind etwa Dinge wie Unterstützung und Zusammenarbeit. Diese Arbeitsweise und die jahrzehntelange Erfahrung sind seiner Meinung nach der Grund, warum es oft sinnvoll ist, sich auf ältere Arbeitnehmer zu verlassen.

Oft werden langjährige Mitarbeiter "nicht genug gewürdigt, oder sie bekommen keinen Fuß in die Tür, weil man versucht, ihre Karriere vorzeitig zu beenden oder ihnen keine Chance zu geben", so Jolles.

Was als alt gilt, hängt natürlich oft vom jeweiligen Bereich ab. In der Technologiebranche kann ein Arbeitnehmer bereits mit 30 Jahren als alt gelten, bemerkte er. Im akademischen Bereich wird dieses Etikett vielleicht erst ab 80 Jahren verwendet.

Verpasste Chancen für Arbeitgeber

Es gibt Anzeichen dafür, dass jüngere Führungskräfte und ältere Arbeitnehmer, die nicht im Management tätig sind, zwei Gruppen sind, die nicht immer die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Deshalb sei es wichtig, sich nicht nur auf das Alter einer Person zu konzentrieren. "Es ist wirklich wichtig, sich dafür einzusetzen, dass Menschen aufgrund ihrer Verdienste und nicht aufgrund ihres Alters oder ihrer Generation befördert werden", so Jolles.

Für die Arbeitgeber sei es wichtig, dies richtigzumachen, da die Bevölkerung altert. "Wir müssen also eine erfüllende Arbeit schaffen, welche die Menschen länger im Erwerbsleben hält. Das sollte ein Muss für Unternehmen sein. Und wir haben weniger junge Talente in der Pipeline"

Neben der Förderung von Arbeitnehmern auf der Grundlage ihrer Verdienste und der Einstellung von Managern, die in der Lage sind, generationenübergreifend zu führen, können sich Unternehmen auch dazu verpflichten, Mitarbeiter aus verschiedenen Altersgruppen einzustellen.

"Die Menschen bringen viele unterschiedliche Perspektiven, Ideen und Erkenntnisse mit. Und ich glaube, dass sich daraus viele Produktivitätsvorteile ergeben", schließt Jolles.

Den Originalartikel findet ihr hier.