Es sollte ein netter Einkaufstag bei Ikea werden. Doch für eine Familie in Großbritannien endete der Besuch mit einer Katastrophe: Auf einem Rollband in dem Möbelhaus wurden ihrem zwei Jahre alten Sohn zwei Finger abgetrennt. Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2007 - doch erst jetzt hat ein Gericht ein Urteil in der Sache gefällt: Die schwedische Möbelkette wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 92.000 Euro verurteilt. Eine Entscheidung über den Schadensersatz für die Familie steht noch aus. Für Ikea könnte das noch weit teurer werden.
Es ging alles schnell, schrecklich schnell: In einem Ikea-Geschäft im britischen Milton Keynes hielt der Junge auf einem Rollband die Hand seines Vater, als er plötzlich stolperte. Dabei geriet seine Hand in den Mechanismus des Fahrsteigs und klemmte darin fest. Wie bei einer Guillotine wurden dem Jungen durch die scharfen Kanten der Zeige- und Mittelfinger seiner linken Hand abgeschnitten, berichtet die britische Tageszeitung „The Sun“. Der Junge habe vor Schmerzen geschrien.
Sofort half der Vater, der die schweren Verletzungen laut „Daily Telegraph“ auf den ersten Blick nicht wahrnahm, seinem Sohn auf. Als er sah, dass seinem Kind gerade zwei Finger abgeschnitten wurden, reagierte er prompt: „Ich rannte zum Ende und schrie um Hilfe”, erzählte er der Zeitung. Einer der Finger des Jungen konnte geborgen werden, der andere blieb jedoch verschwunden. Umgehend wurde das Kind ins Krankenhaus gebracht, die Ärzte konnten den Finger jedoch nicht mehr annähen.
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Die Eltern klagten daraufhin gegen den Konzern. Vor Gericht stellte sich der "Sun" zufolge heraus, dass die Lücke in dem Fahrsteig, in dem die Finger des Jungen eingeklemmt wurden, mit vier Millimetern größer war, als sie den Vorschriften gemäß hätte sein dürfen. Die schwedische Möbelkette hat eine Mitverantwortung für den Unfall übernommen. Der Junge soll entschädigt werden, allerdings wurde eine Summe noch nicht festgelegt.
Die volle Haftung stritt das Unternehmen ab, da eine Wartungsfirma zwei Tage vor dem Unfall den Fahrsteig geprüft hatte. Ikea gab jedoch zu, dass es gegen das Gesetz über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz verstoßen habe.
Richterin Joanna Cutts verurteilte das Unternehmen zu einer Geldstrafe in Höhe von 75.000 Pfund (92.000 Euro). Außerdem muss der Konzern die Verfahrenskosten in Höhe von 90.000 Pfund (110.000 Euro) tragen. „ Ikea hatte die unauschlöschliche Pflicht, die Sicherheit aller Kunden zu gewährleisten und ist daran gescheitert“, begründete Cutts laut „The Sun“ ihr Urteil.
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