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Zahlen zu Delta: Warum immer mehr Geimpfte an Covid-19 sterben — das aber nicht an Problemen mit der Impfung liegt

·Lesedauer: 3 Min.

Trotz vollständiger Impfung sterben immer mehr Menschen an der Delta-Variante des Corona-Virus. Wie die britische Gesundheitsbehörde Public Health England vor kurzem berichtete, erlagen 117 Menschen ihrer Covid-19-Erkrankung — 50 von ihnen waren bereits doppelt geimpft. Diese Zahlen haben medial mittlerweile große Bekanntheit erlangt. Dabei liegt das Problem höchstwahrscheinlich gar nicht an den Impfungen, sondern an einem statistischen Effekt, erklärt der Wissenschaftsjournalist Lars Fischer im Magazin "Spektrum".

Dass trotz Impfungen ein Restrisiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist schon länger bekannt. Klinische Studien zeigten, dass zum Beispiel das Vakzin von Biontech und Pfizer zu 95 Prozent vor dem Virus schützt. Zum etwa selben Ergebnis kamen Studien zum Wirkstoff des US-Herstellers Moderna. Was die Impfung zudem leistet: Sie verhindert in der Regel schwere Verläufe und damit auch Todesfälle. Wie Fischer aber schreibt, gelte das nur teilweise, denn die bisherigen Studien erfassten die gefährdetsten Gruppen nur unvollständig.

Vieles deute darauf hin, dass die Impfung gerade die sehr gefährdeten Gruppen — Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder in einem sehr hohen Alter — nicht so gut vor einem Krankenhausaufenthalt oder dem Tod schützt wie andere Menschen, so der Wissenschaftsjournalist. Denn es sterben zwar weniger Menschen durch die Impfung, aber nicht gar niemand. Ob die Delta-Variante diesen Anteil womöglich zusätzlich beeinflusst, lässt sich laut Fischer aufgrund mangelnder Daten noch nicht sagen. Es wird aber diskutiert, dass sie möglicherweise die Sterblichkeit noch erhöhen könnte.

Zwei entscheidende Faktoren

Junge Menschen ohne Vorerkrankungen haben dagegen ein sehr geringes Risiko an einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, auch ungeimpft. In einer Studie, die im Dezember im "European Journal of Epidemiology" erschienen ist, kommen Forschende zu dem Schluss, dass die Sterblichkeit bezogen auf alle Infektionen bei 25-Jährigen bei 0,01 Prozent liegt. Zum Vergleich: Bei über 85-Jährigen liegt sie bei etwa 15 Prozent.

In den meisten Ländern sind die Impfkampagnen deshalb so ausgelegt, dass zuerst jene dran kommen, die besonders gefährdet sind. Nimmt man diese beiden Faktoren — die höhere Impfquote und die höhere Sterblichkeit der gefährdeten Gruppen — zusammen, so Fischer, hat das geringe Restrisiko trotz Impfung enorme Auswirkungen.

Der Wissenschaftsjournalist rechnet vor: Würde die Impfung die Sterblichkeit bei Menschen, die 85 Jahre alt sind, um hypothetische 95 Prozent senken, haben diese mit den genannten Zahlen immer noch ein rund 50-fach höheres Risiko, an Covid-19 zu sterben als ein 25-Jähriger, der noch keinen Schutz erhalten hat. Dazu kommt wie gesagt, dass alte Menschen und Vorerkrankte schlechter durch die Impfung geschützt sind, als man es basierend auf den Studiendaten, die Durchschnittswerte erfassen, erwarten würde.

Je mehr Menschen also beide Spritzen erhalten haben, desto höher wird auch der Anteil derjenigen, die trotz vollständiger Impfung an Corona sterben. Das mag auf den ersten Blick paradox klingen, ist aber eigentlich nur logisch. Fischer erklärt: Die Risikogruppe ist weitgehend geimpft, ein Restrisiko sich zu infizieren bleibt, ein Teil stirbt trotz Impfung. Demgegenüber stehen viele noch Ungeimpfte, die aber relativ jung sind und ein deutlich geringeres Sterberisiko haben. Unter den Infizierten macht diese Gruppe den größten Teil aus — wegen der niedrigen Sterblichkeit wirken sie sich aber dennoch wenig auf die Todeszahlen aus.

tel

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