Deutsche Märkte schließen in 2 Stunden 24 Minuten
  • DAX

    15.401,95
    +5,33 (+0,03%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.010,81
    +3,97 (+0,10%)
     
  • Dow Jones 30

    34.327,79
    -54,34 (-0,16%)
     
  • Gold

    1.871,50
    +3,90 (+0,21%)
     
  • EUR/USD

    1,2222
    +0,0065 (+0,54%)
     
  • BTC-EUR

    36.067,78
    -987,19 (-2,66%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.229,53
    +31,61 (+2,64%)
     
  • Öl (Brent)

    66,55
    +0,28 (+0,42%)
     
  • MDAX

    32.251,24
    +127,01 (+0,40%)
     
  • TecDAX

    3.328,51
    -7,90 (-0,24%)
     
  • SDAX

    15.805,71
    +74,94 (+0,48%)
     
  • Nikkei 225

    28.406,84
    +582,01 (+2,09%)
     
  • FTSE 100

    7.050,12
    +17,27 (+0,25%)
     
  • CAC 40

    6.365,28
    -2,07 (-0,03%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.379,05
    -50,93 (-0,38%)
     

Sie will die erste Unicorn-Chefin Deutschlands werden: Eva-Maria Meijnen im Podcast

Hannah Schwär
·Lesedauer: 3 Min.
Nach 14 Jahren in der Welt der Dax-Konzerne wechselte sie 2008 in die Startup-Szene: Plusdental-Chefin Eva-Maria Meijnen
Nach 14 Jahren in der Welt der Dax-Konzerne wechselte sie 2008 in die Startup-Szene: Plusdental-Chefin Eva-Maria Meijnen

Eva-Maria Meijnen (41) hat sich ein Ziel gesetzt, das in der deutschen Startup-Szene bisher unerreicht ist: Sie will „das erste frauengeführte deutsche Unicorn“ aufbauen, sagt die Co-CEO der Berliner Firma Plusdental, einem Anbieter von transparenten Zahnschienen. Spätestens 2022 soll das Telemedizin-Startup unter ihrer Führung die Bewertung von einer Milliarde US-Dollar knacken und damit den begehrten Unicorn-Status erreichen, ließ sich Meijnen jüngst in einer Pressemitteilung zur neuen Finanzierungsrunde zitieren.

Ihre Ansage hat im Karrierenetzwerk Linkedin eine rege Debatte ausgelöst. Die einen feiern sie als Vorbild und Wegbereiterin für die nächste Generation von Unternehmerinnen. Andere werfen ihr und Plusdental hingegen „Femwashing“ vor. Konkret: Meijnen stelle ihre Rolle als weibliche Co-CEO für PR-Zwecke größer dar, als sie eigentlich sei. Schließlich stehe sie ja nicht allein an der Spitze, sondern führe das Unternehmen im Trio mit zwei männlichen Co-CEOs.

Klickt hier, um den Podcast anzuhören.

„Mir geht es darum, Mut zu machen”

Im Gründerszene-Podcast „So geht Startup” spricht Eva-Maria Meijnen über die Debatte über Female Leadership, die sich seit ihrer Ansage entfaltet hat. „Mir geht es darum, Mut zu machen”, so die Plusdental-Chefin im Gespräch mit Redakteurin Hannah Schwär. Die Gesellschaft sollte erfolgreiche Frauen viel mehr zelebrieren und ermutigen, statt sie kleinzureden, findet sie. Deswegen engagiere sie sich auch bei der Initiative #startupdiversity, die sich für die Förderung von Gründerinnen und weiblichen Führungskräften stark macht.

Meijnen wechselte 2018 als COO zu Plusdental, knapp neun Monate nach Gründung des Startups. Ende 2020 stieg sie neben den Gründern Lukas Brosseder und Peter Baumgart zur Co-CEO auf. Zuvor hat sie knapp 14 Jahre in der Welt der Dax-Konzerne gearbeitet. Im Laufe ihrer Karriere sei sie oft die einzige Frau am Tisch gewesen, erzählt sie, sei es als Managerin bei Porsche Consulting, dem Industriekonzern Siemens oder dem Luftfahrtunternehmen MTU. Zu Beginn habe sie dort schon öfter Kommentare gehört wie „Hier wirst du nicht lange sein”, erinnert sie sich. „Das hört man natürlich nicht gern am ersten Arbeitstag. Ich bin aber stur und trotzig genug, sodass das bei mir dann eher die Reaktion auslöst: Jetzt erst recht.”

Entscheidend für ihre Karriere als Managerin sei die Aufgabenteilung mit ihrem Lebenspartner gewesen. Meijnen beschreibt im Podcast einen Moment nach der Geburt ihres ersten Kindes, an dem sie beruflich an ihre Grenzen gekommen sei. „Wenn wir wollen, dass wir mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen haben, dann geht das nur, wenn auf der anderen Seite die Partner 50 Prozent übernehmen. Dazu gehört auch eine gleichmäßige Verteilung der Elternzeit”, sagt sie.

Mit drei Co-CEOs auf dem Weg zum Unicorn

Die geteilte Verantwortung lebt Meijnen auch im Büro. Bei Plusdental ist sie eine von drei Co-CEOs, die das Startup gemeinsam führen. „Jeder hat seinen eigenen Verantwortungsbereich, aber alle wichtigen strategischen Entscheidungen treffen wir zusammen. Das heißt auch, dass wir die von verschiedenen Sichtweisen beleuchten, denn wir sind sehr unterschiedlich.” Das führe zu besseren und ausgewogeneren Entscheidungen.

Mit Plusdental nehmen Eva-Maria Meijnen und ihre Co-CEOs nun Kurs auf die Milliarden-Bewertung. Aktuell wird das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag bewertet. Wie sie das Unicorn-Ziel erreichen will und was sie dabei so optimistisch macht, ist ebenfalls Thema in der neuen Podcast-Ausgabe von „So geht Startup“. Zudem verrät sie, wie sie WM-Held Mario Götze als Business Angel gewinnen konnte.