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Wilde WM-Partie! Choupo-Moting rettet Kamerun

Was für eine dramatische WM-Partie!

Kamerun und Serbien haben sich nach einem spektakulären Schlagabtausch im zweiten Gruppenspiel 3:3 (1:2) getrennt. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Beide Teams haben nach dem Remis aber noch Chancen auf das Achtelfinal-Ticket. In einem weiteren Spiel der WM-Gruppe G trifft Brasilien auf die Schweiz (beide drei Punkte). (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Bayerns Top-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting wurde für eine famose Aufholjagd nicht belohnt. Die Afrikaner kamen auch dank eines Treffers des Münchner Torgaranten nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch zu einem 3:3, benötigen für das Weiterkommen aber Schützenhilfe - und vor allem einen Sieg gegen Rekordweltmeister Brasilien.

„Er (Choupo-Moting) ist ein Leader, dem man einfach vertraut. Er braucht nur eine Chance für ein Tor“, lobte Hannover-Profi Gael Ondoua seinen Kapitän nach dem wilden und mitreißenden Unentschieden. Vincent Aboubakar (64.) und Choupo-Moting (66.) mit seinem ersten WM-Tor sicherten den Afrikanern zumindest einen Punkt.

Serbien schenkt 3:1-Führung her

„Ich habe mir gestern das Spiel von Marokko angesehen und sie hatten so viel Intensität im Spiel. Ich habe meinen Teamkollegen gesagt: Geht raus und zeigt euren Willen und eure Zielstrebigkeit. Das ist der Schlüssel zum Sieg. Leider hat es nur zu einem Remis gereicht, aber wir müssen diese Mentalität beibehalten“, sagte Aboubakar, der in der 55. Minute eingewechselt wurde.

Nach dem 1:3-Rückstand waren die „Unzähmbaren Löwen“ nahezu stehend K.o.! Doch ähnlich wie die Serben gegen Ende der ersten Halbzeit, drehte Kamerun den Spieß über wenige Minuten Mitte des zweiten Durchgangs um, als vor allem Aboubakar mit tollen Aktionen auf sich aufmerksam machte, das 2:3 selbst schoss und auch beim 3:3 seine Füße mit im Spiel hatte. Letztlich wurde der Angreifer verdientermaßen zum Spieler des Spiels gewählt.

„Gegen die Schweiz haben wir nur wenig von dem gezeigt, was wir können. Aber heute war es besser. Nach dem Rückstand haben unsere Spieler sehr gut reagiert. Das gehört zur DNA von Kameruns Fußball. Das hat vielleicht im ersten Spiel gefehlt. Der Kampfgeist und die Entschlossenheit waren wichtig“, lobte Kamerun-Coach Rigobert Song sein Team.

Onana-Eklat kurz vor Anpfiff

Strahinja Pavlovic (45.+1), Sergej Milinkovic-Savic (45.+3) und Aleksandar Mitrovic (53.) hatten die Serben zuvor komfortabel in Führung geschossen, nachdem Jean-Charles Castelletto (29.) für das erste Turniertor der Kameruner verantwortlich war. Mit jeweils einem Punkt sind beide Teams im Gruppenfinale am Freitag zum Siegen verdammt.

Den Kamerunern fehlte überraschend ihr Stammkeeper Andre Onana, der kurz vor dem Spiel aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden war. Unruhe gab es aber auch bei den Serben: Nach dem Auftakt gegen Brasilien (0:2) war ein Foto einer nationalistischen Fahne in der Kabine aufgetaucht, auf der auch die Umrisse des Kosovo in serbischen Nationalfarben abgebildet waren - die FIFA ermittelt.

Davon ließen sich die Serben vor 39.789 Zuschauern in Al-Wakrah aber zunächst nichts anmerken. Top-Stürmer Mitrovic hatte früh die Führung auf dem Fuß, traf zunächst nur den Pfosten (11.) und verzog wenig später freistehend (16.). Erst danach begannen sich die Afrikaner zu wehren, der Ex-Mainzer Pierre Kunde scheiterte aus guter Position (19.).

Kamerun kam immer besser ins Spiel - und belohnte sich: Castelletto schob den Ball nach einer Ecke am zweiten Pfosten ein und erzielte damit das erste Turniertor seines Teams. Doch die stark besetzten Serben drehten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch groß auf: Erst glich Pavlovic nach einem ruhenden Ball aus, dann stellte Milinkovic-Savic aus 18 Metern das Spiel auf den Kopf.

Mitrovic, der kurz vor der Pause das 3:1 auf dem Fuß hatte (45.+3), machte es nach dem Seitenwechsel am Ende einer tollen Kombination besser. „Es stimmt, dass wir in der Phase, als wir die Kontrolle hatten, zu viele Fehler in der Defensive gemacht haben. Diese Fehler haben uns den Sieg gekostet“, sagte Serbiens Nationaltrainer Dragan Stojkovic: „Das war komplett unnötig, wir sind frustriert. Wir müssen nun sehen, was Brasilien und die Schweiz machen. Wir haben die Chance, aber wir scheinen es zu mögen, den schwierigen Weg zu gehen.“

Die Afrikaner rannten in der Folge an, der eingewechselte Aboubakar machte das Spiel mit einem traumhaften Lupfer nochmal spannend - und Choupo-Moting setzte der starken Aufholjagd die Krone auf, auch wenn Serbien noch einmal anrannte. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)