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Wendepunkte im Leben: Wie Berufsstart und Rentenbeginn die Persönlichkeit verändern

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 2 Min.

Wie verändern sich Menschen – je nach den Bedingungen, die ihre Umwelt an sie stellt? Das wollten die Psychologinnen Eva Asselmann und Jule Specht von der Humboldt-Universität zu Berlin wissen. Sie untersuchten im Rahmen einer Studie, die gerade m "Journal of Personality" veröffentlicht wurde, wie sich grundlegende Persönlichkeitsmerkmale von Menschen um die Zeit des Berufsstarts und wieder um die Zeit nach dem Renteneintritt verändern.

Dafür analysierten sie Persönlichkeitsprofile von rund 3.500 Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern und noch einmal von etwa 2.500 angehenden Rentnerinnen und Rentnern. Die Daten dazu stammten aus dem Sozioökonomischen Panel (SOEP), einer bevölkerungsrepräsentativen Studie, in der Menschen über viele Jahre lang kontinuierlich zu ihren Lebensbedingungen, ihren Werten und Einstellungen sowie ihrer Persönlichkeit befragt werden.

Die zwei Psychologinnen untersuchten im Rahmen der Studie die fünf Persönlichkeitsmerkmale Offenheit, Geselligkeit, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionale Stabilität, jeweils in den Jahren vor und nach dem Berufseinstieg beziehungsweise dem Renteneintritt. Die fünf Persönlichkeitsmerkmale, die sogenannten Big Five, gelten eigentlich als recht stabil, auch über die Zeit.

Der "Dolce-Vita-Effekt" schafft Raum zum Entspannen und Genießen

Aus früheren Studien wissen Forscher inzwischen aber, dass einschneidende Erlebnisse – etwa die erste feste romantische Beziehung im Leben – mit Veränderungen in diesen Eigenschaften einhergehen können: In diesem Fall werden Menschen zum Beispiel emotional stabiler. Als sich die Forscherinnen nun die zwei Wendepunkte Berufsstart und Renteneintritt ansahen, stellten sie auch hier typische Veränderungen im Persönlichkeitsprofil fest.

Junge Erwachsene "reifen" demnach mit dem Berufseinstieg. Sie werden in der Folge messbar gewissenhafter, extravertierter – gehen also mehr aus sich heraus – und auch verträglicher, also kooperativer. Asselmann und Specht vermuten einen Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsreifung und den klaren Erwartungen und Verpflichtungen im Berufsalltag wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

In jedem Fall scheint die Persönlichkeitsreifung durch die Bedingungen von außen angestoßen worden zu sein. Das legt auch der zweite Fund der Wissenschaftlerinnen nahe: Denn mit der Rente, fanden sie heraus, weicht die lang gepflegte Gewissenhaftigkeit einer tiefen Entspannung – dem „la-Dolce-Vita-Effekt", wie Asselmann und Specht ihn nennen.

fj/it