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Wegen TV-Satire: Türkei bestellt schwedischen Botschafter ein

Über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wurden im schwedischen Fernsehen Witze gerissen. Das hat Folgen. (Bild: Getty Images/2022 dia images/Handout)
Über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wurden im schwedischen Fernsehen Witze gerissen. Das hat Folgen. (Bild: Getty Images/2022 dia images/Handout)

Eine Satiresendung im schwedischen Fernsehen hat zu diplomatischen Verwerfungen geführt: Nach Witzen auf Kosten Präsident Erdogans bestellte die Türkei den schwedischen Botschafter ein. Der Fall erinnert an die "Böhmermann-Affäre" von 2016.

Fernsehsatiren über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan haben das Zeug, diplomatische Verwerfungen zu verursachen: Das weiß man nun auch in Schweden. Wie die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu schrieb, habe die Türkei den schwedischen Botschafter einbestellt. Das schwedische Außenministerium bestätigte der Nachrichtenagentur TT den Vorfall.

Vorausgegangen war ein Beitrag im Rahmen der politischen Satire-Show "Svenska Nyheter" (übersetzt: "Schwedische Nachrichten"). Darin hatte der schwedisch-kurdische Komiker Kadir Meral am Freitag minutenlang Witze über Präsident Erdogan gerissen - auf Kurdisch!

Erinnerungen an die "Böhmermann-Affäre"

Der diplomatische Eklat, der die Verhandlungen über den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland belastet, erinnert stark an den Fall Jan Böhmermann. Der ZDF-Satiriker hatte im März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ein "Schmähkritik" betiteltes Gedicht vorgetragen, welches Erdogan drastisch herabwürdigte. Das allerdings nur zu Demonstrationszwecken: Er wollte dem zuvor wegen eher harmloser Satirebeiträge des Magazins "Extra 3" erzürnten Staatsoberhaupt demonstrieren, was in Deutschland den strafbaren Tatbestand der "Schmähkritik" erfüllen würde.

Die Türkei reichte gegen den Künstler nach Paragraph 103 StGB (Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten) Klage ein, dem die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel stattgab. Jan Böhmermann brauchte eine Weile Polizeischutz, zuletzt war die Staatsaffäre jedoch Anlass, den sogenannten "Majestätsbeleidigungsparagraphen" abzuschaffen.