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Im Wechselschritt aus der Roundup-Klemme: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Tim Loh über eine tänzelnde Notlösung. — Abonnieren Sie unseren Newsletter Fünf Themen des Tages und erhalten Sie Sonntags das Hauptstadtgeflüster direkt in Ihre Mailbox.

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Bayer lässt nichts unversucht

Kein anderes Problem belastet Bayer so sehr wie die Prozesslawine in den USA rund um den Unkrautvernichter Roundup. Ganze 16 Milliarden Dollar haben die Leverkusener für mögliche Schadensersatzzahlungen zurückgestellt, doch bei 50.000 noch anhängigen Klagen könnte selbst dieser Monsterbetrag zu gering bemessen sein.

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Verständlich, dass Konzernchef Bill Anderson — dem der Schlamassel ja nicht vorzuwerfen ist — nichts unversucht lässt. Insider berichten, dass er nun ein höchst umstrittenes Manöver namens Texas Two-Step in Erwägung zieht. Dabei geht es natürlich nicht um den gleichnamigen Tanzschritt, sondern um eine Klausel im texanischen Firmenrecht, mit deren Hilfe schon andere Firmen versucht haben, hartnäckige Prozesshanseln zu einem Vergleich zu zwingen.

Vereinfacht gesagt, führt man über den Texas Two-Step die Insolvenz eines Unternehmensteils herbei, die zur Folge hat, dass ein Konkursrichter den Klägern Vergleichsverhandlungen einseitig aufoktroyieren kann. Das würde Bayers Problem der zigtausenden Einzelfälle in verschiedenen Bundesstaaten lösen. Der Haken an der Sache ist, dass die Strategie nicht immer gelingt — 3M und Johnson & Johnson sind mit ähnlichen Versuchen abgeblitzt.

Für Bayer werden die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die Roundup-Verfahren immer knapper. Abgesehen von der Überzeugung Bayers, dass das ungerechtfertigt und Roundup sicher ist, fehlen Anderson die Antworten. Texas Two-Step könnte so eine sein, selbst wenn man damit am Ende nur Zeit gewänne.

Was Marktteilnehmer heute noch bewegen könnte, berichten Ihnen Alexander Kell, Verena Sepp und Boris Groendahl: ‘Du weißt schon wer’, Sorge und Hoffnung, nicht zu restriktiv, sollen sie doch Äpfel essen, und Shoppingtour.

‘Du weißt schon wer’

Die Gewerbeimmobilienkrise hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der Helaba. Sie muss die Risikovorsorge in dem Geschäftsbereich im letzten Jahr auf über eine halbe Milliarde anheben. Zum Glück für die Frankfurter Landesbanker sprudeln die Erträge dank der hohen Zinsen (die natürlich auch ein Faktor hinter der Immobilienkrise sind) so, dass unterm Strich trotzdem mehr übrig bleibt. Angesichts des offenen Geheimnisses der Helaba-Geschäftsbeziehung mit René Benkos insolventem Signa-Konglomerat haben die meisten Beobachter wohl eine Idee, woher ein namhafter Teil dieser Summe kommen dürfte — trotz der sprachlichen Akrobatik von Bankchef Thomas Groß (“stark getrieben von einer Kundenbeziehung im Immobilienbereich”).

Sorge und Hoffnung

Für den Rüstungskonzern Rheinmetall ist der Ukraine-Krieg eine Zeitenwende. Der Börsenkurs hat sich mehr als vervierfacht, seit die russische Armee im Februar 2022 die Grenze zum Nachbarland überschritt. Nach einem Umsatzplus von 12% im vergangen Jahr soll es in diesem fast 40% aufwärts gehen und damit zur 10 Milliarden Euro-Marke. Im Bereich Waffensysteme und Munition berichten die Düsseldorfer einen Auftragseingang in Rekordvolumen. Die operative Marge stieg auf 23%. Während die Rheinmetall-Aktie mit den Nachrichten eine neues Rekordhoch erreichte, ging es für Lanxess zeitweise 11% bergab. Angesichts eines Nachfrageeinbruchs sank das bereinigte Ebitda des Spezialchemiekonzern 2023 um fast die Hälfte, die Marge schrumpfte und bei der Dividende soll nur ein Zehntel des Vorjahreswertes bleiben. Für die seit zwei Jahren gebeutelten K+S-Titel indessen ging es trotz des heute berichteten Gewinnrückgangs zeitweise 7% voran. Schub brachten positive Signale zum Kalimarkt.

Nicht zu restriktiv

Damit das Finanzierungsumfeld nicht zu restriktiv wird, muss die EZB die Leitzinsen nach Ansicht des griechischen Notenbankschefs schon vor der Sommerpause im August zweimal senken — und bis Weihnachten noch zweimal. “Das Wirtschaftswachstum im Euroraum ist viel schwächer als erwartet und die Risiken sind nach unten gerichtet”, führte Yannis Stournaras aus. Die Inflation indessen sei “deutlich zurückgegangen” bei diesbezüglich ausgeglichenen Unwägbarkeiten. Das Argument, man könne nicht vor der Fed die Zinsen senken, gelte nicht. Estlands Madis Müller betonte, vor dem Lockerungsstart seien weitere Belege für den Inflationsrückgang nötig. Sie könnten jedoch schon in den nächsten Monaten eintreffen. EZB-Chefökonom Lane erklärte, zum Thema gebe es noch offene Fragen, bis Juni dürften die Währungshüter jedoch deutlich mehr wissen. Lane räumte zugleich ein, dass die europäische Wirtschaft brauche Auftrieb. Bunds bewegen sich angesichts der Nachrichten seitwärts. Italienische Bonds indessen sind gesucht.

Sollen sie doch Äpfel essen

Der Aktionär als Gesundheitsapostel: Beim Schweizer KitKat- und Smarties-Hersteller Nestlé steht bei der Generalversammlung eine Resolution auf der Agenda, die dem Lebensmittelriesen eine gesündere Produktpalette verordnen will. Hinter der Initative stehen die Aktivisten von ShareAction, die aber auch institutionelle Investoren wie Legal & General hinter sich versammelt haben. Nestlé wird dafür kritisiert, zu sehr auf zuckerhaltige und anderweitig ungesunde Produkte zu setzen. “In Wirklichkeit sind drei Viertel des weltweiten Umsatzes ungesunde Produkte”, sagt ShareAction-Vorständin Catherine Howarth. Nestlé dementiert diese Behauptung zwar, der Druck auf Lebensmittelhersteller wächst aber angesichts des weltweiten Trends zu Fettleibigkeit.

Shoppingtour

Der Betreiber des Berliner Luxusschuppens KaDeWe war seinem Vermieter Signa Prime Anfang des Jahres in die Insolvenz gefolgt und hatte dabei nicht mit Kritik gespart: Benkos “exorbitante” Mieten hätten den Häusern (außer KaDeWe noch das Hamburger Alsterhaus und der Münchner Oberpollinger) den gewinnbringen Betrieb unmöglich gemacht. Aus der Insolvenz heraus und mit der Aussicht auf neu verhandelte Mieten finden sich jetzt Interessenten für den Kaufhausbetrieb, allen voran das Stuttgarter Modehaus Breuninger, das dafür mehr als 100 Millionen Euro auf den Tisch legen könnte, wie Insider berichten. Unklar bleibt derweil die Rolle des 50,1%-Eigentümers, des thailändischen Kaufhauskonzerns Central Group.

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