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Die Wahlprogramme im Check: Diese Pläne haben die Parteien für die Rente

·Lesedauer: 7 Min.
Unsere Gesellschaft in Deutschland altert. Die Pläne der Parteien sollen dafür sorgen, dass Rentnerinnen und Rentner trotzdem im Alter gut leben können.
Unsere Gesellschaft in Deutschland altert. Die Pläne der Parteien sollen dafür sorgen, dass Rentnerinnen und Rentner trotzdem im Alter gut leben können.

Etwas, das viele Wählerinnen und Wähler im Hinblick auf die Bundestagswahl beschäftigt, ist das Thema Altersvorsorge. In einer Civey-Studie für Business Insider gaben 38,6 Prozent der Befragten an, dass die Pläne einer Renten- und Sozialsystemreform für ihre Wahl eine entscheidende Rolle spiele. Mehr als ein Fünftel (22,4 Prozent) gab außerdem an, dass das Thema Generationengerechtigkeit in ihre Entscheidung einfließen werde. Doch was planen die Parteien in Sachen Rente? Business Insider hat sich die Wahlprogramme der Parteien, die an der neuen Bundesregierung beteiligt sein könnten, einmal für euch angesehen.

CDU/CSU

Um die Rente zu sichern, setzt die Union auf eine starke Wirtschaft. Wenn viele Menschen in Arbeit sind und Sozialabgaben zahlen, stabilisiert das auch die Rentenkasse, so die Logik.

Beiträge und Rentenniveau: Im Unionsprogramm gibt es wenig Konkretes zur Höhe der Beiträge oder zum Rentenniveau. Empfehlungen zu diesen Punkten soll ein neugebildeter "Alterssicherungsbeirat" machen. Dabei verspricht die Union lediglich, man wolle die Beitragszahler nicht überfordern.

Ergänzung zur staatlichen Rente: Als Ergänzung zur gesetzlichen Rente soll es eine private, staatliche geförderte Altersvorsorge standardmäßig für jeden geben. Damit sollen mehr Menschen privat vorsorgen. Im Wahlprogramm etwas gestutzt wurde der Vorschlag einer neuartigen „Generationenrente“. Dabei soll ein Monatsbeitrag vom Staat in einen Pensionsfonds fließen. Von dem angesparten und durch Zinsen vermehrten Geld soll man im Ruhestand profitieren. Ein innovativer Vorschlag, allerdings heißt es an der Stelle nun lediglich, man wolle dies prüfen.

Betriebsrente auch für Geringverdiener: Die betriebliche Altersvorsorge soll ebenfalls gestärkt werden, damit etwa auch Geringverdiener davon profitieren. Ansprüche sollen bei einem Jobwechsel einfacher mitgenommen werden können. Das Renteneintrittsalter möchte die Union bei 67 Jahren belassen. Wer will, soll künftig auch in die gesetzliche Rente einzahlen können, etwa Selbstständige. Die Union lehnt die Doppelbesteuerung von Renten ab.

Streitpunkt Mütterrente: In einem Punkt sind sich CDU und CSU allerdings noch nicht einig. Die CSU will eine Ausweitung der Mütterrente, konnte allerdings nicht durchsetzen, dass dieser Punkt im gemeinsamen Wahlprogramm landet. Parteichef Markus Söder erklärte sie mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen zur Voraussetzung. „Egal, mit wem wir regieren, aber das ist Bedingung“, sagt er. Wie realistisch diese Forderung ist, wird man sehen. Schließlich war sie auch der Schwesterpartei CDU deutlich zu teuer.

Die Grünen

Auch im Alter sollen Menschen mit geringeren Einkommen gut leben können. Helfen soll dabei unter anderem ein breit gestreuter und nachhaltiger Bürgerfonds, in den alle einzahlen. So sollen Bürgerinnen und Bürger von der Entwicklung am Aktienmarkt profitieren.

Rentenniveau: Die Grünen fordern, dass das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent bleiben muss. Um das zu erreichen, sollen etwa Frauen dabei unterstützt werden, nach der Familiengründung in Vollzeit in den Beruf zurückzukehren. Auch ein Einwanderungsgesetz soll dabei helfen. Damit jeder eine auskömmliche Rente bekommt, so heißt es im Wahlprogram, müssen zudem prekäre Beschäftigung und damit verbundene Niedriglöhne „überwunden“ werden.

Rentenalter: Die Grünen wollen grundsätzlich an der Rente mit 67 festhalten. Menschen sollen aber leichter selbst darüber entscheiden können, wann genau sie in Rente gehen wollen.

Bürgerversicherung für alle: Die gesetzliche Rentenversicherung soll schrittweise weiterentwickelt werden zu einer „Bürgerversicherung“, in die langfristig alle Bürger einbezogen werden sollen. Zunächst sollen etwa Selbständige und Abgeordnete, die bislang nicht automatisch abgesichert werden, verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Selbständige sollen im Alter ähnlich gut versorgt sein wie Angestellte.

Garantierente: Die Grundrente soll „repariert“ und zu einer „echten Garantierente“ weiterentwickelt werden. Wenn die Grünen Teil der Regierung werden, sollen deutlich mehr Menschen diese erhalten. So soll sichergestellt werden, dass etwa vollbeschäftigte Geringverdienende, die viele Jahre lang gearbeitet haben, im Alter eine auskömmliche Rente bekommen.

Bürgerfonds: Die Grünen kritisieren die Riester-Rente, bezeichnen sie in ihrem Wahlprogramm als „völligen Fehlschlag“. Auch die Rürup-Rente habe „gravierende Schwächen“. Daher will die Partei beide durch einen öffentlich verwalteten Bürgerfonds ersetzen. Jeder Bürger, der nicht aktiv widerspricht, soll einzahlen. Das Geld im Bürgerfonds soll dann langfristig und nachhaltig am Aktienmarkt investiert werden. Durch die Rendite sollen alle Menschen vom Wirtschaftswachstum profitieren. Arbeitgeber sollen in Zukunft „eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, einen eigenen Finanzierungsbeitrag leisten und den Bürgerfonds als Standard dafür nutzen können“.

SPD

Solidarität ist ein Schlagwort der Sozialdemokraten. Auch Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, aber nur wenig verdient haben, sollen im Rentenalter würdevoll leben können. Personen, die aus familiären Gründen eine Zeit lang keiner Beschäftigung nachgehen konnten, etwa, weil sie Angehörige gepflegt haben, sollen bei der Rente nicht benachteiligt werden.

Rentenniveau: Auch die SPD will, dass das Rentenniveau stabil bei mindestens 48 Prozent bleibt – sollten sich „weitere Spielräume“ ergeben, um das Niveau weiter anzuheben, will man diese nutzen.

Renteneintrittsalter: Das Renteneintrittsalter soll aber nicht weiter steigen, sondern bei höchstens 67 Jahren bleiben. Im Wahlprogramm heißt es: „Wir lehnen eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters ab, weil sie für viele, die nicht länger arbeiten können, eine Rentenkürzung bedeutet und ungerecht ist.“ Langjährig Versicherte sollen auch weiterhin vor Erreichen der Regelaltersgrenze abschlagsfrei in Rente gehen können.

Gesetzliche Rentenversicherung: „Zentrale Grundlage“ der Altersvorsorge soll die gesetzliche Rentenversicherung bleiben. Auch Selbständige, Beamte und Abgeordnete sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Im Programm der Sozialdemokraten heißt es: "Es ist an der Zeit, die Gesamtheit der Erwerbstätigen in die Rentenversicherung aufzunehmen und die Sondersysteme auf lange Sicht zu überwinden.“

Geschlechtergerechte Rente: Die SPD fordert, dass familienbedingte Tätigkeiten bei der Rente gerechter berücksichtigt werden sollen. Wenn sich etwa jemand langjährig um die Pflege von Familienangehörigen kümmert, dürfe sich das nicht mehr negativ auf die Rente auswirken oder sogar zu Altersarmut führen. Die Partei fordert hier "mehr Solidarität und Respekt vor dieser schweren Aufgabe".

Private Altersvorsorge: Die Sozialdemokraten möchten durchsetzen, dass jeder die Möglichkeit bekommt, "sich in angemessenem Umfang ergänzend freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung zu versichern". Um die private Altersvorsorge attraktiv zu machen, will die SPD ein Angebot nach schwedischem Vorbild schaffen, das "kostengünstig, digital und grenzüberschreitend" ist und nicht nur von Versicherungskonzernen, sondern auch von einer "öffentlichen Institution" angeboten wird.

FDP

Im Grundsatz funktioniert das deutsche Rentensystem so: Wer arbeitet, zahlt den aktuellen Rentnern ihr Rente – und vertraut darauf, dass die nachfolgende Generation irgendwann die eigene Rente zahlt. Doch mit immer mehr Rentnern bei gleichzeitig weniger arbeitenden Menschen droht dem System der Kollaps. Die FDP will daher ein „Baukastenprinzip“ aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge etablieren. Die Ansprüche aus den jeweiligen Bereichen sollen flexibel kombinierbar sein.

Aktienrente: Die FDP hat außerdem das System einer sogenannten Aktienrente in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Demnach sollen zwei Prozent des Bruttoeinkommens jedes Arbeitnehmers langfristig in einem Fonds angelegt werden, der unabhängig verwaltet wird. Das Geld vermehrt sich durch Zins und Zinseszins, das Risiko soll durch sichere Anlage gering sein. Neugeborene Kinder sollen 1000 Euro Startbonus zur Aktienrente erhalten.

Flexibler Renteneintritt: Hat man mit 60 Jahren bereits eine Rente über Grundsicherungsniveau, soll man bereits in den Ruhestand gehen können. Wer länger arbeitet, erhält eine höhere Rente. Eine Doppelbesteuerung von Renten will die FDP verhindern, eine Grundrente soll diejenigen besserstellen, die trotz Arbeit auf die Grundsicherung im Alter angewiesen wären.

Die Linke

Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sollen weniger lang arbeiten müssen und eine höhere Rente bekommen - so stellt es sich die Linke vor. Wer sich um die Gemeinschaft verdient macht, also etwa Familienmitglieder pflegt oder sich ehrenamtlich engagiert, soll bei der Rente besser gestellt werden.

Renteneintrittsalter: Von allen Parteien verspricht die Linke wahrscheinlich die meisten Wohltaten für Rentner. Finanziert werden soll das durch höhere Steuern für Menschen mit hohem Einkommen und Vermögen. So soll etwa das Renteneintrittsalter von derzeit 67 Jahren um zwei Jahre abgesenkt werden.

Rentenniveau und Mindestrente: Das Rentenniveau, also das Verhältnis von Standardrente zum Durchschnittseinkommen, möchte die Linke von 48 auf 53 Prozent anheben. Damit würde die Durchschnittsrente nach Berechnungen der Partei bereits in der kommenden Wahlperiode auf 1148 Euro steigen. Langfristig soll es eine Mindestrente von 1200 Euro pro Monat geben. Um das zu finanzieren, soll jeder in die gesetzliche Rente einzahlen, also etwa auch Selbstständige, Politiker und Beamte.

Anrechnungszeiten: Zeiten von Ausbildung, Pflege Angehöriger und Kindererziehung sollen stärker bei der Berechnung berücksichtigt werden und damit zu einer höheren Rente führen. Auch ehrenamtliches Engagement, etwa bei Technischen Hilfswerk THW, soll mit einer höheren Rente belohnt werden. Die Subventionen für die private Altersvorsorge sollen zurückgefahren werden, das Geld stattdessen in die gesetzliche Rente fließen. Renten sollen zudem nicht doppelt besteuert werden.

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