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Die Wahlprogramme im Check: Diese Pläne haben die Parteien für Kitas, Schulen und Unis

·Lesedauer: 5 Min.

Kaputte Schultoiletten, riesige Klassen, große Unterschiede bei der Unterrichtsqualität: Seit Jahren diskutieren Politiker, Lehrergewerkschaften und Elternverbände über bessere Bildungspolitik. Gerade in der Corona-Pandemie sind viele Schwächen des deutschen Bildungswesens nochmal deutlich geworden.

Wie sollen die Parteien die neuen und altbekannten Probleme endlich lösen? Business Insider hat die Wahlprogramme der Parteien analysiert, die nach der Bundestagswahl Chance auf eine Regierungsbeteiligung haben.

CDU/CSU

Digitalisierung: Als einen Kernaspekt für eine fortschrittliche Bildung nach der Corona-Pandemie sehen die Christdemokraten die Digitalisierung. Sie wollen Lehrpläne umstrukturieren und Schülerinnen und Schüler digitale und mediale Kompetenzen beibringen.

Corona-Hilfe: Mit Unterstützungsprogrammen soll lernschwachen Kindern geholfen werden, deren Bildung durch die Schulausfälle besonders gelitten hat. Weiterhin sollen mit einer Milliarde Euro Kinder unterstützt werden, die unter psychischen Belastungen in Folge der Pandemie leiden.

Sprache: Ein grundlegendes Problem in Schulen stellt eine sprachliche Barriere dar, die dazu führen kann, dass Kinder in der Schule abgehängt werden. Die CDU/CSU will mit verpflichtenden Sprachtests Kinder ausfindig machen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Für diese sollen dann individuelle Sprachförderpläne erstellt werden.

Bildungsabschlüsse: Um dem Fachkräfte- und Handwerkermangel in Deutschlang entgegen zu treten, soll eine Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung geschaffen werden. Dafür sollen duale Studiengänge weiter gefördert werden. Ein weiteres Mittel, ist ein elternunabhängiges Bafög für Arbeitnehmer und Selbstständige, sodass diese auch die Möglichkeit haben, sich neben ihrem Beruf weiterzubilden. Die Altersgrenze von 35 für eine Förderung mit Bafög soll für Menschen mit Bachelorabschluss abgeschafft werden, wenn diese vorerst arbeiten wollen.

Die Grünen

Lernunterschiede: Bei den Grünen soll es in einer möglichen Regierung ein Programm für mehr Bildungsgerechtigkeit geben. Das sieht vor, dass an Schulen Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher und Psychologen enger zusammen arbeiten. So sollen Lern- und Sprachlücken geschlossen werden. Auch mögliche psychische Folgen, die durch die Corona-Pandemie bei den Schülern entstanden sind, sollen so auffallen. Daneben sollen auch Lerninhalte zu psychischen Krankheiten vermittelt werden, um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren.

Digitalisierung: Auch die Grünen wollen die Schulen digitalisieren. Neben digitalen Lerninhalten, soll auch die Nutzung von Tablets und Laptops in den Schulen normalisiert werden. Dafür soll in einer Regierung ein Digitalpakt beschlossen werden, der von Bund, Ländern und Kommunen getragen.

Bafög-Reform: Außerdem soll durch ein "Weiterbildungs-Bafög" ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung eingeführt werden. So sollen alle Arbeitnehmer, Arbeitslose und Selbstständigen die Möglichkeit haben, sich auch nach ihrer Ausbildung nochmal weiter zu bilden.

SPD

Digitalisierung: Das ist auch bei der SPD im Wahlprogramm ein großes Thema. So werden digitalisierte Verwaltungen gefordert - aber auch digitalisierte Schulen. Besonderer Ansatz hier: Jeder Schüler soll ein eigenes "digitales Endgerät" für die Schule bekommen, womit vermutlich Laptops oder Tablets gemeint sind. Damit der digitale Unterricht auch funktioniert, will die SPD in bundesweiten Kompetenzzentren Lehrer für den digitalen Unterricht ausbilden.

Ausbildung: Wie die CDU möchten die Sozialdemokraten auch in Zukunft weiter das duale Studium stärken. So soll dem Fachkräftemangel beigekommen werden. Des Weiteren erhofft sich die SPD durch eine Ausbildungsgarantie Wähler zu gewinnen. Bereiche mit zu wenig Stellenangeboten sollen durch Umlagen und Fonds gefördert werden. Menschen die keine praxisnahe Ausbildung finden, sollen an Berufsschulen trotzdem ausgebildet werden können.

Weiterbildung: Weiterbildungen von Arbeitskräften sollen nach Forderungen der SPD primär an Volkshochschulen stattfinden. Dies seien geeignete Orte, die kostengünstig allen Generationen Bildung verschaffen könnten. Dafür plant die SPD im Falle einer Regierung Volkshochschulen mit einem Förderprogramm des Bundes auch digital weiterzuentwickeln.

FDP

Investitionen: Sozialer Aufstieg durch Bildung, das möchte die FDP möglich machen. Dafür sollen zusätzliche finanzielle Mittel in die Bildung fließen. 1 Prozent der Mehrwertsteuer - circa 2,5 Milliarden Euro - sollen für Modernisierungen genutzt werden. Schulen sollen außerdem ein eigenes Budget erhalten und pädagogische und personelle Entscheidungen eigenständig treffen können. Dagegen sollen Abschlussprüfungen in Zukunft bundesweit einheitlich sein, um eine bessere Vergleichbarkeit der Schüler zu gewährleisten.

Digitalisierung: Mit einem Digitalpakt 2.0 sollen technische Probleme wie während des Home-Schoolings vermieden werden. Laut FDP müssen weitere Gelder in Hardware-Ausstattung wie Wlan und Laptops in Schulen fließen. Ein weiteres Ziel in der Digitalisierung ist es eine europäische Hochschule zu gründen. Dort sollen Menschen aus ganz Europa Zugang zu digitalen Lerninhalten erhalten.

Bafög: Die Studienförderung Bafög möchte die FDP allen Studenten, unabhängig vom Einkommen der Eltern, anbieten.

Frauenförderung: Die FDP ist keine Partei, die über Quoten versucht, strukturelle Probleme in der Gesellschaft zu lösen. Um trotzdem mehr Frauen in die klassischen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) Bereiche zu bekommen, setzt sie schon in den Kitas an. Erzieherinnen sollen speziell ausgebildet werden und bei Mädchen schon grundlegende Interessen und Talente fördern.

Die Linke

Die Linke sieht in dem Zugang aller sozialen Schichten zu guter Bildung eines der größten Probleme. Sie weist in ihrem Wahlprogramm explizit auf die Probleme hin, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft wurden. Während einige Kinder mit Laptop und gutem Internetzugang keine Probleme hatten, dem Unterricht auch von zuhause zu folgen, gab es für benachteiligte Kinder aus ärmeren Familien oft nicht die Chance aktiv am Unterricht teilzuhaben.

In diesem Zuge spricht sich die Partei gegen die Schuldenbremse aus und fordert massive Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben. So sollen bis zu 200.000 Erzieher, 100.000 Lehrer neu angestellt werden und soziale Arbeiter an jeder Schule angestellt sein. Außerdem sollen Lernmittel kostenlos zur Verfügung gestellt werden und das Essen in Kitas und Schulen umsonst sein. Privatschulen will die Linke wieder in öffentliche Schulen umwandeln.

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