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Waffen im Hintergrund – Wirbel um Video von Donald Trump Jr.

André Wagner
·Freier Autor
·Lesedauer: 5 Min.

Donald Trump Jr. hat mit einem Video in den sozialen Medien Aufsehen erregt. Dabei waren es weniger die Aussagen des 43-Jährigen, die für Wirbel sorgten, sondern vielmehr der Hintergrund, vor dem er sich postierte.

Ein Video von Donald Trump Jr. sorgt in den sozialen Medien derzeit für Aufregung. (Bild: Reuters)
Ein Video von Donald Trump Jr. sorgt in den sozialen Medien derzeit für Aufregung. (Bild: Reuters)

Bei Twitter hat wieder ein Video aus dem Hause Trump große Aufregung ausgelöst. Doch diesmal stammt es nicht vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, dessen Twitter-Account auf unbestimmte Zeit gesperrt ist, sondern von seinem ältesten Sprössling, Donald Trump Jr.

Wie hierzulande auch, wird in den USA aktuell über mögliche Lockerungen bei den derzeitigen Corona-Maßnahmen diskutiert. Einer der Streitpunkte der Diskussionen ist dabei, ob die Schulen, die aktuell wegen zu hoher Fallzahlen keinen Präsenzunterricht durchführen, wieder zu einem normalen Schulbetrieb übergehen sollen.

Donald Trump Jr. posiert vor Wand voller Waffen

Zu diesem Thema hat sich nun auch Donald Trump Jr., ältester Sohn des im November abgewählten US-Präsidenten Donald Trump, bei Twitter zu Wort gemeldet.

Dabei sorgte der 43-Jährige in seinem Video nicht mit seinen Argumenten für Aufsehen, sondern vielmehr damit, wo er sich für den Clip filmen ließ.

Für seine Video-Botschaft zum Thema Schulöffnungen posierte Trump Jr. vor einer Wand, an der zahlreiche Pistolen und Gewehre zu sehen waren. Für den 43-Jährigen schien dies wohl der perfekte Hintergrund zu sein, angesichts einer Diskussion über bildungspolitische Themen.

"Das sieht aus und klingt wie ein extremistisches Video, welches aus einem Bunker an einem unbekannten Ort gepostet wurde."

In dem Clip, welcher auf sämtlichen Social-Media-Kanälen des Ex-Präsidenten-Sohnes geteilt wurde, sprach sich Trump Jr. für eine sofortige Öffnung der Schulen ein. Darin griff er neben dem amtierenden US-Präsidenten Joe Biden auch die US-amerikanische Lehrergewerkschaft an.

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Den Lehrern warf er vor, die Öffnungen der Schulen verhindert zu haben, weil sie nicht ohne Impfung oder ohne die richtigen Sicherheitsmaßnahmen in den Unterricht zurückkehren und möglicherweise mit einer Corona-Infektion ihr Leben riskieren wollten. "Die Lehrergewerkschaften sind außer Kontrolle und zerstören die Zukunft unserer Kinder!", war in einer Bildunterschrift des Videos zu lesen.

Zudem machte er ihnen den Vorwurf, nur dann auf die Wissenschaft zu hören, wenn es ihnen gerade so passen würde.

Diese Vorwürfe sind einer der Gründe, weswegen diese Video-Botschaft von vielen eher argwöhnisch aufgenommen wurde. Denn Experten raten derzeit noch dazu, mit Öffnungen zurückhaltend zu sein, solange die Infektionszahlen nicht sinken und noch nicht mehr Personen gegen das Coronavirus geimpft sind.

Twitter-Nutzer reagieren mit harter Kritik

Vielmehr als seine Aussagen irritierte Trump Jr. jedoch mit dem Hintergrund. Für die Wand voller Waffen, die hinter ihm zu sehen war, hagelte es massenweise Kritik. Einige Nutzer sahen in dem Video von Trump Jr. eine versteckte Drohung. Manche äußerten sogar die Befürchtung, das Video könnte neue Fälle von Waffengewalt an US-Schulen hervorrufen.

So schrieb ein User bei Twitter: "Erstens ist es in Zeiten von Schul-Schießereien wirklich geschmacklos, wenn Don Jr. Lehrer vor einer Wand voller Waffen angreift. Es ist ekelhaft. In diesem Klima fühlt es sich wie eine Drohung an. Und dies kurz nach dem Jahrestag des Parkland-Schulmassakers."

"Das ist Ihre GOP, der verrückte Sohn des ehemaligen Präsidenten, der ein Video mit sichtbaren Waffen veröffentlicht, um eine verschlüsselte Nachricht zu senden, dass es an der Zeit ist, zu den Waffen zu greifen. Wir haben am 6. Januar geschlafen, weil die Leute die Signale nicht beachtet haben und doch geht es wieder los, dies ist keine Hundepfeife, es ist ein Megafon!", so ein weiterer Nutzer. (Anm. der. Red.: GOP oder Grand Old Party ist ein Begriff, mit dem die Republikanische Partei bezeichnet wird).

Und auch einer der von Trump Jr. kritisierten Lehrer meldete sich zu Wort und prangerte den 43-Jährigen für dessen Vorwürfe an: "Ich bin ein Lehrer. Und ein Gewerkschaftsverwalter. In Amerikas fünftgrößtem Schulbezirk. Lehrergewerkschaften bestehen aus Lehrern - um unsere Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Arbeitsbedingungen eines Lehrers sind die Lernbedingungen eines Schülers. Hören Sie auf, Menschen zu dämonisieren, die Altruismus an Stelle einer Karriere gewählt haben."

Mit der Zurschaustellung von Waffen scheint der 43-Jährige offenbar einem Trend unter US-Politikern am rechten Rand zu folgen, die sich immer häufiger vor Gewehren und Pistolen ablichten bzw. filmen lassen. Erst letzte Woche posierte die frischgewählte republikanische Abgeordnete Lauren Boebert (Colorado) bei einer Video-Konferenz des Repräsentantenhauses vor mehreren AR-15-Gewehren und Pistolen.

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Auch Boebert war für die fragwürdige Zurschaustellung der Waffen kritisiert worden. Die junge Politikerin reagierte darauf aber gelassen. Als sie von einem Twitter-User wegen der unsicheren Lagerung kritisiert und sogar als "faschistisches Fräulein" beleidigt wurde, konterte die Abgeordnete nur mit "Wer sagt, dass die da nur gelagert werden? Die sind einsatzbereit".

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