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VW-Vorstandschef Diess erwartet einen deutlichen Marktaufschwung

Christoph Rauwald
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Der Vorstandschef der Volkswagen AG, Herbert Diess, hat einen optimistischen Ausblick für die zweite Jahreshälfte gegeben. Die Ergebnisse des ersten Quartal indessen dürften von Covid-19 und Halbleiterknappheit belastet werden.

“Ich freue mich auf das Jahr 2021 und gehe davon aus, dass die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte einen Aufschwung erleben wird - bis dahin sollten die laufenden Impfprogramme Wirkung zeigen”, sagte Diess gegenüber Führungskräften in einem internen Webcast am Montag, wie aus Äußerungen hervorgeht, in die Bloomberg News Einblick hatte. „Dann rechne ich damit, dass die Leute mehr Autos kaufen. Wir sollten uns auf einen deutlichen Aufschwung vorbereiten.“

Der Webcast war der erste von Diess mit Top-Managern in diesem Jahr. Auch die neuen Vorstandsmitglieder Murat Aksel und Thomas Schmall nahmen teil. Ein VW-Sprecher bestätigte die Ausführungen.

Der Aktienkurs von VW stieg an der Börse Frankfurt bis zu 2,5%. Damit kommt der Konzern auf einen Börsenwert von etwa 85 Milliarden Euro.

Europas größter Autohersteller verlor im vergangenen Jahr den Spitzenplatz beim weltweiten Absatz an Toyota Motor Corp., verkaufte aber mehr Elektroautos als Tesla Inc. in Europa. Auch treiben die Wolfsburger den weltweit größten Vorstoß in rein batteriebetriebene Fahrzeuge voran. VW wird den Crossover ID.4 2021 unter der gleichnamigen Marke einführen und die Modelle Audi e-tron und Porsche Taycan um weitere Versionen erweitern. Die beiden Luxusmarken erwirtschaften beim deutschen Branchenriesen den größten Teil des Gewinns.

Diess sagte letzten Monat während einer US-Investoren-Roadshow von UBS Group AG, dass VW davon ausgehe, in diesem Jahr rund 600.000 rein batteriebetriebene Autos zu verkaufen, wobei auf den ID.4 150.000 Autos entfallen dürften. Er betonte jedoch, dass VW versuchen werde, die Margen zu schützen und gleichzeitig das Verkaufsvolumen zu steigern.

Der VW-Chef und wichtige Anteilseigner haben sich im Dezember verständigt, im ersten Quartal eine Einigung auszuhandeln, um die Fixkosten und Materialaufwendungen zu senken und flexibler zu werden. Diess räumte am Montag ein, dass VW den dramatischen Brancheneinbruch im vergangenen Jahr weniger gut gemeistert hat als einige Konkurrenten.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Gemeinkosten um 5% und die Materialkosten um 7% zu senken“, sagte Diess. “Das ist notwendig, damit wir die Kraft haben, für unsere Zukunft wichtige Themen selbst zu finanzieren, da wir aufgrund unserer Marktkapitalisierung und Governance-Struktur kein zusätzliches Eigenkapital aufnehmen können.”

Überschrift des Artikels im Original:VW CEO Tells Managers to Prepare for ‘Significant’ Market Upturn

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