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Vier Geheimnisse von japanischen 100-Jährigen, laut einer Langlebigkeitsforscherin, deren Urgroßmutter selbst 115 Jahre alt wurde

Langlebigkeitsforscherin Yumi Yamamoto mit der 114-jährigen Kikue Taira. - Copyright: Nomoto Shunki, LongeviQuest
Langlebigkeitsforscherin Yumi Yamamoto mit der 114-jährigen Kikue Taira. - Copyright: Nomoto Shunki, LongeviQuest

Sie kennt die vier Altersgeheimnisse der am längsten lebenden Menschen in Japan: Yumi Yamamoto ist Langlebigkeits-Forscherin - ihre eigene Urgroßmutter wurde selbst 115 Jahre alt.

Yamamoto leitet die Japan-Forschung bei LongeviQuest, einer Organisation, die das Alter der ältesten Menschen der Welt feststellt und ihre Geschichten sammelt. Sie hat in diesem Jahr das Alter vierer „Supercentenarians“ überprüft, also von Menschen, die älter als 110 Jahre werden. Eine von ihnen ist Japans älteste Person, Fusa Tatsumi, die im Frühjahr ihren 116. Geburtstag feierte. Sie ist auch die Urenkelin von Shigeyo Nakachi, die zum Zeitpunkt ihres Todes im Jahr 2021 der zweitälteste lebende Mensch Japans war. Yamamoto weiß also einiges über Langlebigkeit, insbesondere darüber, was japanische Menschen jenseits der 110 eint.

LongeviQuest hat 269 Supercentenarians in Japan verifiziert, darunter auch in Okinawa, einer der fünf sogenannten Blauen Zonen der Welt, wo ungewöhnlich viele Menschen über 100 Jahre alt werden. Wie in anderen Blauen Zonen neigen auch in Japan die Überhundertjährigen dazu, nicht viel Fleisch zu essen und viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Welche landesspezifischen Gewohnheiten die Superalten in Japan haben und Langlebigkeit fördern, berichtete Yamamoto im Gespräch mit Business Insider.

Essen, bis sie zu 80 Prozent satt sind

"Es gibt ein japanisches Sprichwort, das besagt, dass man nur so lange essen sollte, bis man zu 80 Prozent satt ist. Man sollte also am Ende einer Mahlzeit noch etwas Platz lassen", so Yamamoto. Das Sprichwort "hara hachi bu" hilft den Japanerinnen und Japanern, achtsam zu essen und die Kalorienzufuhr zu beschränken. Die Forschung legt unter anderem anhand von Tierversuchen nahe, dass dies Entzündungen reduziert und sich positiv auf die Langlebigkeit auswirken könnte. Weitere Untersuchungen seien noch erforderlich.

Die durchschnittliche tägliche Zufuhr eines Menschen aus Okinawa beträgt laut dem Langlebigkeitsportal "Blue Zones" beispielsweise nur etwa 1900 Kilokalorien. Das ist weniger als die 2000 Kilokalorien pro Tag, die die US Food and Drug Administration empfiehlt.

Alles in Maßen tun

Eine der wichtigsten Lehren, die Yamamoto aus ihren Gesprächen mit Supercentenarians gezogen hat, lautet: "Übertreibe es nicht, sondern tue alles in Maßen."

Kane Taneka zum Beispiel, die mit 119 Jahren als ältester aufgezeichneter Mensch aus Japan und der zweitälteste Mensch der Geschichte starb, trank gerne Coca-Cola. Aber, so Yamamoto, täglich nur eine Flasche. "Sie war nicht süchtig danach und sie trank auch nicht im Übermaß. Ich glaube, das ist etwas, das in Japan üblich ist. Japaner essen auf eine ausgewogene Weise und das gilt nicht nur für Essen und Trinken, sondern auch dafür, nicht die ganze Nacht aufzubleiben", sagte sie. Die Expertinnen und Experten sind sich einig, dass eine gesunde Ernährung nachhaltiger ist, wenn man Leckereien in Maßen genießt – ein Ansatz, bekannt als die 80/20-Regel.

Radio-Gymnastik

In Japan praktizieren Menschen die sogenannte Radio-Gymnastik, sagte Yamamoto. Seit 1928 leite eine Radiosendung die Hörer täglich fünf Minuten lang zu Körpergewichtsübungen an. Auch Yamamoto versuche, genau wie die japanischen Super-Ager morgens diese Radio-Gymnastik zu machen.

Die Forschung legt nahe, dass intensive körperliche Aktivität das Risiko für Krebs und Herzkrankheiten senken könnte und somit die Lebenserwartung erhöht. Und wie Business Insider bereits berichtet hat, gehen die meisten Superalten der Blauen Zonen nicht ins Fitnessstudio und bauen stattdessen Bewegung in ihren Alltag ein. Sie gehen spazieren, steigen Treppen oder betreiben Gruppensport, um soziale Kontakte mit Bewegung zu verbinden.

Gerade Körperhaltung

Yamamoto sagte, dass ihre Urgroßmutter die Körperhaltung betreffend immer sehr "reglementiert" war. Sie habe immer einen geraden Rücken gehalten. "Eine Sache, die mir bei japanischen Supercentenarians und Centenarians aufgefallen ist, ist, dass sie sehr diszipliniert und streng mit sich selbst sind, was die gerade Körperhaltung angeht. Als Menschen neigen wir dazu, uns im Alter ein wenig nach vorne zu beugen, aber sehr alte Japaner behalten bis ins hohe Alter eine sehr gerade Haltung bei", sagte sie.

Die Forschung legt nahe, dass eine gute Körperhaltung die Belastung auf den Körper minimieren, Schmerzen verhindern und dazu beitragen kann, dass er richtig funktioniert.

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