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Verzweiflungstat in Beirut: Libanese will mit Geiselnahme an Ersparnisse gelangen

Nach stundenlangen Verhandlungen hat ein Geiselnehmer in der libanesischen Hauptstadt Beirut aufgegeben und sich der Polizei gestellt.

Mit vorgehaltener Schusswaffe forderte der Mann in einer Bank die Herausgabe seiner Ersparnisse von umgerechnet rund 194 000 Euro, um damit einen Krankenhausaufenthalt seines Vaters bezahlen zu können. Er verspritzte Treibstoff, drohte das Gebäude in Brand zu setzen und die Menschen zu töten, die sich in seiner Gewalt befanden. Nach der Zusage, einen Teil der geforderten Summe zu erhalten, ließ der Mann Geiseln frei, ehe er später aufgab.

Unterstützung erhielt er von der Straße. Über Lautsprecher rief dieser Mann: „Wir fordern seit zwei Jahren unser Erspartes! Wir brauchen das Geld, für das wir unser Leben lang gearbeitet haben!"

Wirtschaftliche Not: Kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Libanon verweigern Banken der Kundschaft, in vollem Umfang auf ihr Geld zurückzugreifen. Der Vorsitzende der libanesischen Gewerkschaft der Bankbeschäftigten sagte, es habe bereits mehrere solcher Versuche gegeben, die Herausgabe des Ersparten zu erzwingen. Für die seit Jahren andauernde Krise machen im Libanon viele die politische Führung verantwortlich, der sie Korruption und Unfähigkeit vorwerfen.