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Verlierer der Künstlichen Intelligenz: 13 Jobs, die es bald wohl nicht mehr geben wird

Berufe wie Krankenpfleger, Klempner und Friseur werden vor der KI sicher sein. Und bestimmte Arbeiterindustrien boomen sogar. - Copyright: Tyler Le/Insider
Berufe wie Krankenpfleger, Klempner und Friseur werden vor der KI sicher sein. Und bestimmte Arbeiterindustrien boomen sogar. - Copyright: Tyler Le/Insider

Technologische Neuerungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden in den kommenden Jahren den Arbeitsmarkt grundlegend verändern, besonders davon betroffen sein werden sogenannte 'white-collar jobs', zu deutsch: 'Schreibtischjobs'. Am Ende dieser Entwicklung werden weltweit fast eine Milliarde Menschen betroffen sein und 14 Millionen Berufsbilder werden so wie heute nicht mehr existieren.

Wer übersteht die KI-Revolution?

Dieser Umbruch durch künstliche Intelligenz ist aber nur eine der großen strukturellen Veränderungen, die die Wirtschaft in den USA und weltweit in den kommenden Jahrzehnten bestimmen werden. Büroangestellte werden mit einem turbulenten Arbeitsmarkt und sinkenden Löhnen konfrontiert sein.

Erstaunlicherweise könnte sich aber ein großer Teil der Arbeitnehmerschaft auf sicherem Terrain befinden: die sogenannten 'Blue-Collar'-Arbeiter, also Menschen, die hauptsächlich körperlich tätig sind. Dazu gehören Berufe im Handwerk, sowie Berufe, in denen körperliche und soziale Arbeit wichtig sind.

In den kommenden Jahren werden viele geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen und offene Stellen hinterlassen. Außerdem wird die Nachfrage im Gesundheitswesen, im Energiesektor, bei der Hightech-Fertigung und im Baugewerbe steigen, was für 'Blue-Collar'-Jobs einen erheblichen Aufschwung bedeuten wird.

Chat GPT wird nicht die Krankenschwester ersetzen, die eure Großmutter pflegt und auch nicht den Bauarbeiter, der eure Küche renoviert. Die Gewinner der KI-Revolution werden Handwerker, Krankenschwester und Klempner sein. Sie werden die neue Wirtschaft am Laufen halten, nachdem die Maschinen das Büro übernommen haben.

Die neue Wirtschaft könnte ein Segen für das Handwerk sein

Der amerikanische Dichter Philip Levine beschrieb das Leben der Fabrikarbeiter in den 90er Jahren mit den Worten: "Wir stehen im Regen / in einer langen Schlange bei Ford Highland Park und warten auf Arbeit. Arbeit. / Ihr wisst, was Arbeit ist." Zu dieser Zeit war die Zahl der Arbeitsplätze in den Fabriken des Rust Belt zurückgegangen, die Arbeitssuche wurde zur Qual, die Arbeit wurde monoton und entfremdend.

Der Niedergang des produzierenden Gewerbes im Westen beschleunigte sich in den frühen 2000er Jahren. Die Globalisierung verlagerte Arbeitsplätze ins Ausland, gering qualifizierte Arbeit wurde automatisiert, und mit dem Aufkommen des Internets verlagerte sich die Wirtschaft auf Büroarbeitsplätze.

Heute gibt es eine hoffnungsvolle Wende bei den US-'Blue-Collar'Jobs. Während die Wissensarbeiter um die schnell verschwindenden Remote-Arbeitsplätze kämpfen, haben Branchen wie die Halbleiterherstellung das gegenteilige Problem – zu viele Arbeitsplätze, die besetzt werden müssen. Und das gilt für alle Industriezweige, sowie für das Handwerk.

In diesen Berufsfeldern steigt die Nachfrage:

Für das kommende Jahrzehnt prognostiziert das US Bureau of Labor Statistics, dass die am schnellsten wachsenden Berufe im Gesundheitswesen, im Transportwesen, in den erneuerbaren Energien und in der Hightech-Fertigung liegen werden.

Fast die Hälfte aller neuen Arbeitsplätze wird im Gesundheits- und Sozialwesen entstehen. Bis 2032 wird jeder sechste neue Beschäftigte in der häuslichen oder persönlichen Pflege tätig sein. Auch das Baugewerbe könnte weiter expandieren.

Und für einige Branchen wird ein Wachstum erwartet: Die Elektrogeräte- und Halbleiterindustrie soll in den kommenden zehn Jahren jährlich um drei Prozent wachsen. Die Chipherstellung wird auch in Zukunft für viele Länder Priorität bleiben, und das bedeutet viele gut bezahlte Arbeitsplätze.

"In der Produktion wird es eine beträchtliche Nachfrage nach Arbeitskräften ohne Abitur geben", sagt Mark Muro, Experte für Technologie und Arbeitskräfteentwicklung und Policy Director bei der Brookings Institution. In der Chipindustrie haben etwa 50 Prozent der Berufsanfänger nur einen mittleren oder gleichwertigen Abschluss, verglichen mit 38 Prozent in allen anderen Branchen.

Zwar sind nicht alle Arbeitsplätze von ungelernten Arbeitskräften vor der Automatisierung sicher – so sind die Aussichten für Beschäftigte im Einzelhandel nicht gerade rosig. Dennoch hat sich die Situation für gering qualifizierte Arbeitnehmer durchweg verbessert. Der anfängliche Schock der Pandemie traf die einfachen Arbeiter am härtesten, aber die seither eingetretene Erholung war für sie wesentlich positiver.

Welche Jobs sind vor KI sicher?

In einem kürzlich gemeinsam mit Accenture veröffentlichten Bericht des Weltwirtschaftsforums wurden 19.000 einzelne Aufgaben in fast 900 Berufen daraufhin untersucht, inwieweit sie durch KI beeinflusst werden könnten. Die Ergebnisse waren ziemlich eindeutig: Berufe mit einem hohen Maß an persönlicher Interaktion und nicht-routinemäßigen physischen Aufgaben werden am wenigsten durch KI beeinflusst. Andere aktuelle Prognosen des Bureau of Labor Statistics und von McKinsey kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

"Die körperlichen Arbeitsplätze, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren sicher sein werden, zeichnen sich durch Tätigkeiten in einer unvorhersehbaren physischen Umgebung aus", sagt Kweilin Ellingrud, Direktor des McKinsey Global Institute. "Wenn es sich um eine vorhersehbare physische Umgebung handelt, die sich wiederholt, dann kann entweder ein Roboter – wahrscheinlich noch vor der generativen KI – oder eine Art generative KI die Automatisierung schaffen, um die Tätigkeit gut auszuführen."

Eine einflussreiche Erklärung ist der sogenannte qualifikationsbasierte technologische Wandel. Diese Theorie besagt, dass die Löhne für Routinetätigkeiten, die für Automatisierung und Computerisierung anfällig sind, sinken werden, während die Nachfrage und die Löhne für nicht-routinemäßige Tätigkeiten, die Geschick oder menschliche Interaktion erfordern, steigen werden.

Die Gewinner und die Verlierer der KI-Revolution

Aus aktuellen Studien geht hervor: Berufe wie Klimaanlageninstallateur, Lehrer und Friseur – also Berufe, die keine Routinetätigkeiten sind – werden in den kommenden fünf bis zehn Jahren relativ unberührt bleiben. Eine von OpenAI durchgeführte Studie ergab, dass 4 Prozent der Arbeitnehmer, darunter Maler, Zimmerleute und Dachdecker, überhaupt keine Aufgaben haben, die von KI beeinflusst werden könnten.

Und obwohl die Technologie in immer mehr dieser Berufe eindringen könnte, können sie grundsätzlich nicht durch Maschinen ersetzt werden. Ellingrud sagt: "Auch wenn wir automatische Staubsauger haben, haben wir immer noch Reinigungskräfte, denn ein automatischer Staubsauger kann nur eine bestimmte Menge reinigen und ist nicht sehr effizient."

Anstatt diese Arbeitsplätze zu ersetzen, wird die KI wahrscheinlich bestimmte Funktionen unterstützen, indem sie Routinearbeiten erleichtert. Krankenschwestern und -pfleger könnten beispielsweise weniger Zeit damit verbringen, Informationen zu sammeln und in ein Patientendatensystem einzugeben. In einer Branche, die für ihre hohen Stundensätze berüchtigt ist, würde die Möglichkeit, mehr Zeit für wichtigere Aufgaben wie die Patientenversorgung zu haben, den Amerikanern jährlich Kosten in Milliardenhöhe ersparen.

Auch das Baugewerbe könnte von neuen Technologien wie KI-Drohnen für Inspektionen oder KI-Sensoren zur Vermessung von Objekten profitieren. "Innerhalb dieser Gruppen kann es zu einer Zweiteilung kommen, bei der die praktische, physische Arbeit erhalten bleibt, aber die generative KI einen großen Teil der Verwaltungsaufgaben übernimmt", sagte Muro.

Er fügte hinzu: "Es gibt diese Jobs in der Mitte, bei denen die physische Arbeit vielleicht erhalten bleibt, aber die Aufsicht mehr in den Vordergrund rückt. Anstatt jedoch Arbeitskräfte zu ersetzen, könnte diese Art der Integration dazu beitragen, dass diese Art von Arbeit produktiver, gefragter und lukrativer wird."

Welche Bereiche bleiben geschützt?

'Blue-Collar'-Arbeitsplätze sind nicht nur vor den Auswirkungen von KI geschützt, sondern werden durch die Technologie auch sicherer. Die Einführung von KI am Arbeitsplatz kann dazu beitragen, die Sicherheit zu verbessern, indem Risiken in Echtzeit überwacht und Warnungen bei Problemen mit der Ausrüstung oder Verletzungen ausgegeben werden.

Viele dieser Arbeitsplätze mögen physisch oder psychisch anstrengend sein, aber sie sind zukunftssicher. Im Allgemeinen werden die Arbeitsplätze, die durch die KI entstehen, qualitativ hochwertig sein und geregelte Arbeitszeiten, Aufstiegsmöglichkeiten und Karriereförderung sowie eine "faire Bezahlung und ein gewisses Mitspracherecht" bieten, so Muro.

Während die Wirtschaft durch KI immer unsicherer wird, müssen die Gewinner dieser KI-Revolution nicht in einem technologischen Triathlon gegen den Strom schwimmen – sie werden sich bereits auf höherem Terrain befinden und ihre Arbeit sicher und geschickt erledigen.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.