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Verbraucherzentrale: Edeka kassiert 250 Prozent Preisaufschlag bei Frühstücksflocken

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Zwei Bezeichnungen, gleicher Inhalt: Edeka nutzt den Porridge-Hype um Althergebrachtes teuer zu verkaufen, kritisiert die Verbraucherzentrale.

17 March 2020, Baden-Wuerttemberg, Offenburg: The Edeka logo stands on the roof of a market. According to Edeka, during the coronavirus situation, a sufficient supply of goods to the markets is currently still guaranteed. Photo: Patrick Seeger/dpa (Photo by Patrick Seeger/picture alliance via Getty Images)
(Bild: Patrick Seeger/picture alliance via Getty Images)

Gesund in den Tag starten – das geht mit leckeren Frühstücksbreien wie Haferflocken, Porridge oder Oatmeal. Aber Halt! Ist das nicht alles das Gleiche? Die Verbraucherzentrale Hamburg redet derzeit auf Facebook Klartext über die heißen Breie und findet, dass eine Verkaufsmasche von Edeka ein echter Aufreger ist.

Denn die Supermarktkette verkauft 500 Gramm „Haferflocken Extra Zart“ der Eigenmarke Gut & Günstig zum Preis von 0,47 Euro. Ebenfalls von der Eigenmarke Gut & Günstig liegt ein Beutel mit der Bezeichnung „Hafermahlzeit Porridge Klassik“ im Regal. In der Verpackung mit dem hippen Namen stecken nur 350 Gramm und sie kostet 1,15 Euro. Das sind 250 Prozent Preisaufschlag, obwohl das Gleiche drin ist – nämlich Haferflocken.

Denn was mancher nicht weiß: Porridge ist lediglich die englische Bezeichnung für Haferflocken und Oatmeal heißt auf Deutsch Haferbrei.

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Probe aufs Exempel

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat den Test gemacht und „Haferflocken Extra Zart“ sowie „Hafermahlzeit Porridge Klassik“ zubereitet. „Das Resultat unseres Kochexperiments laut Zubereitungsempfehlung: ein Haferbrei in nahezu identischer Qualität. Der Porridge war vielleicht eine Spur zarter; die Haferflocken benötigten etwas mehr Milch. Geschmeckt haben beide Varianten ähnlich gut“, so die Verbraucherschützer.

Aber nicht geschmeckt hat den Hamburgern der Preisunterschied zwischen den quasi identischen Produkten, die jeweils aus 100 Prozent Haferflocken bestehen. Schließlich ist die Porridge-Packung fast dreimal so teuer.

Auf Nachfrage habe Edeka angegeben, dass die Porridge-Flocken speziell ausgewalzt und noch quellfähiger seien. Außerdem werde Porridge in einem wiederverschließbaren, luftdichten Plastikbeutel verkauft. Die extra zarten Flocken dagegen gibt’s in einer Papierverpackung.

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Haferflocken bleiben Haferflocken

Das sind keine Gründe, Haferbrei zum gepfefferten Preis zu verkaufen, meint die Verbraucherzentrale Hamburg und kommt zu dem Fazit: „Haferflocken bleiben Haferflocken! Geschmacklich konnten wir kaum einen Unterschied feststellen. Edeka nutzt den Porridge-Hype, um Althergebrachtes teurer zu verkaufen und produziert gleichzeitig unnötigen Verpackungsmüll aus Kunststoff.“

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