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US-Ladeanbieter Chargepoint geht an die Börse

·Lesedauer: 3 Min.

Der US-Ladespezialist Chargepoint nutzt den E-Auto-Boom und geht an die Börse. Damit verdoppelt das Unternehmen aus Kalifornien seine Bewertung.

Gerade erst hat das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Campbell eine Finanzierungsrunde über 127 Millionen Dollar abgeschlossen, da verkündet der Ladenetzbetreiber schon den nächsten großen Schritt: Chargepoint wird über eine Fusion mit dem US-Konzern Switchback Energy an die Börse gehen. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf einen Schlag von schätzungsweise 1,3 Milliarden Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar.

„Der Markt für Elektroautos erlebt gerade ein nie da gewesenes Wachstum. Und dieses Momentum wollen wir jetzt nutzen“, erklärt Chargepoint-CEO Pasquale Romano im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Und tatsächlich kann das Segment E-Auto in der Krise gegen den Trend zulegen: Der Anteil von Elektroautos in Europa und China ist gestiegen und soll weiter zulegen, zeigt eine aktuelle Studie von McKinsey.

Während 2019 noch 600.000 Elektroautos verkauft wurden, sollen 2022 schon 2,9 Millionen Elektroautos zugelassen werden, schätzen die Berater in ihrer Studie. Der Marktanteil würde damit auf 15 Prozent steigen. Und je mehr Elektroautos, desto besser für Ladeanbieter wie Chargepoint.

Das Start-up aus den USA ist mit seinen bislang 115.000 Ladepunkten einer der größten vernetzten Anbieter von Ladelösungen weltweit. Insgesamt hat das US-Unternehmen in den vergangenen 13 Jahren über 660 Millionen Dollar eingesammelt. Unter den Investoren sind unter anderem der nordamerikanische Ölmulti Chevron, aber auch deutsche Autogrößen wie BMW und Daimler.

Auch die Konkurrenz expandiert stark

„Wir rechnen durch den Börsengang noch einmal mit einem Erlös von ungefähr 600 Millionen Dollar“, sagte Romano. Das Kapital wolle man nutzen, um mit dem rasanten Boom des Marktes mitzuhalten. „Wir wollen wachsen“, erklärt der Chargepoint-CEO. Mit Switchback Energy habe man dafür den richtigen Partner gefunden.

Switchback Energy ist ein sogenanntes Special-Purpose-Unternehmen, kurz Spac genannt. Eine Spac ist eine Mantelgesellschaft, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammelt, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht identifizierten Unternehmens zu investieren.

Switchback Energy hat bei seinem Börsengang ganze 300 Millionen US-Dollar eingesammelt, und mit der Übernahme von Chargepoint ist nun klar, worin die Anleger ihr Geld investiert haben.

Aber auch die Konkurrenz expandiert kräftig. Erst vor wenigen Wochen kündigte der Energiekonzern EnBW an, sein Ladeangebot auf Frankreich, die Niederlande und Italien zu erweitern und ab September 100.000 Lademöglichkeiten anzubieten. Während EnBW, Innogy, Ionity und die Shell-Tochter NewMotion ihr Ladenetz in Europa in den vergangenen Jahren stetig weiter ausgebaut haben, liegt US-Rivale Chargepoint hier noch weiter hinten. Erst vor drei Jahren wagten die Amerikaner den Sprung über den Atlantik.

Anders als andere Anbieter betreibt Chargepoint allerdings keine eigenen Ladestationen, sondern berät seine Kunden beim Aufbau eigener Ladesäulen und liefert auf Wunsch gleich ein Abrechnungssystem mit. Kunden von Firmen, die mit Chargepoint kooperieren, können dann an allen Stationen im Netzwerk laden. Der Preis für den verkauften Strom spielt für das Geschäft eine untergeordnete Rolle. Die Anbieter verdienen an den Gebühren der Betreiber. Wie erfolgreich dieses Modell tatsächlich ist, wird sich spätestens nach dem Börsengang herausstellen.