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Boeing-Aktie bricht nach neuem Flugverbot für die 777 ein

Kort, Katharina
·Lesedauer: 3 Min.

Nach einem Zwischenfall in Denver müssen alle Boeing 777 mit bestimmten Triebwerken am Boden bleiben. Auch Korean Airlines und Japan Airlines sind betroffen.

Ein brennendes Triebwerk und viele offene Fragen: Der ohnehin kriselnde US-Flugzeugbauer Boeing steht vor dem nächsten großen Problem. Am Samstag hatte über Denver das Triebwerk einer 777-200-Maschine von United Airlines kurz nach dem Abflug Feuer gefangen. Am Montag verhängte die Flugaufsicht FAA daraufhin ein Flugverbot für alle 777-Modelle, die mit den betroffenen PW4000-Triebwerken von Pratt & Whitney unterwegs sind. Boeing riet auch seinen Kunden weltweit, die Maschinen vorerst nicht starten zu lassen.

Betroffen sind unter anderem auch Flugzeuge von Korean Airlines, Japan Airlines und Asiana Airlines. Der Aktienkurs von Boeing, der sich zuletzt wieder leicht erholt hatte, verlor am Montag zwischenzeitlich drei Prozent.

Für den Airbus-Konkurrenten sind die neuen Probleme der 777 bereits der zweite Rückschlag innerhalb von nur einer Woche. Am vergangenen Mittwoch hatte die FAA eine Inspektion für 222 Maschinen des Dreamliners angeordnet, weil die Trennwände in den Frachträumen einem möglichen Feuer nicht standhalten könnten. Wenige Monate nachdem die umstrittene Boeing 737 Max, die immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, wieder starten darf, hat der US-Flugzeughersteller nun Probleme mit seinen Langstreckenfliegern.

Bei Boeing rächt sich noch immer der Kurs des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dennis Muilenburg. Der hatte die kurzfristigen Interessen der Aktionäre in den Mittelpunkt gestellt. Aktienkurs und Dividende wurde alles untergeordnet. Um immer noch höhere Gewinne zu erwirtschaften und Aktien zurückkaufen zu können, sparte Muilenburg offenbar auch an der Qualitätssicherung. Dennoch konnte der CEO sich noch fast ein Jahr nach dem zweiten Absturz halten, bis ihn schließlich David Calhoun ablöste.

Calhoun ist ein ehemaliger GE-, Nielsen und Private-Equity-Manager von Blackstone ohne technische Expertise. Als langjähriges Mitglied im Verwaltungsrat hat er den Kurs von Muilenburg über Jahre mitgetragen. Nach seinem ersten Jahr als CEO und Präsident hat Calhoun jüngst den höchsten Verlust in der Geschichte des amerikanischen Luftfahrtkonzerns hingelegt. Knapp zwölf Milliarden Dollar hat der Airbus-Konkurrent 2020 verloren, was auch an der Corona-Pandemie lag, die den Flugverkehr vielerorts einbrechen ließ.

FAA kündigt strengere Kontrollen an

Doch auch die Probleme in der Produktion und bei der Produktpalette bekommt der Konzern offenbar nicht in den Griff, wie die jüngsten Probleme zeigen. Der neue Zwischenfall in Denver ist immerhin kein Absturz. Doch mit den Trümmerteilen, die in die Vororte von Denver stürzten, leidet das Vertrauen der Airlines und der Passagiere in Boeing-Maschinen weiter.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA, der nach den Problemen der Boeing 737 noch eine zu laxe Kontrolle vorgeworfen worden war, gibt sich nun besonders streng: Sie kündigte nach den Ereignissen in Denver umgehend eine genaue Überprüfung der Flugtauglichkeit aller Boeing 777 mit den Triebwerken PW4000 von Pratt & Whitney an.

Eine Überprüfung des Triebwerksausfalls zeige, „dass die Inspektionsintervalle für die hohlen Lüfterflügel erhöht werden sollten, die einzigartig für dieses Triebwerksmodell sind und nur beim Typ 777 verbaut werden“, erklärte FAA-Chef Steve Dickson. Zwei Lüfterflügel seien gebrochen, Verkleidungsteile hätten sich gelöst.

Der Lufthansa-Partner United ist die einzige amerikanische Fluggesellschaft, die den Flugzeugtyp einsetzt. Laut Boeing sind weltweit derzeit 69 solcher Maschinen im Einsatz. Weitere 59 stehen aufgrund der Coronakrise ohnehin am Boden.

Die betroffenen Jets 777-200 und 777-300 sind ältere Modelle, die bei vielen Airlines schon ausgemustert wurden. Von bisher mehr als 1600 gebauten Boeing 777 sind weniger als zehn Prozent mit dem betroffenen Triebwerkstyp ausgestattet. Auch die Lufthansa-Gruppe hat 777-Maschinen, doch keines davon ist mit dem betroffenen PW-Triebwerken ausgerüstet.