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„Uns ist bewusst, dass Sie mit dieser Situation nicht zufrieden sein können“: So lange müssen VW-Kunden auf ihr Auto warten

·Lesedauer: 3 Min.
Produktion des VW ID4 / ID Crozz am 18.09.2020 bei Volkswagen Sachsen in Zwickau . Foto: Oliver Killig
Produktion des VW ID4 / ID Crozz am 18.09.2020 bei Volkswagen Sachsen in Zwickau . Foto: Oliver Killig

Der Autohersteller VW Pkw macht einen heißen Sommer durch. Neben den ohnehin hohen Außentemperaturen sorgen nun auch noch Störungen im Binnenklima von VW-Händlern und ihren Kunden zusätzlich für erhitzte Gemüter. Auslöser der starken Reibungen sind zum Teil extrem lange Lieferzeiten, die immer mehr Neuwagen-Interessenten zutiefst erzürnen.

Mit dem Problem ist VW nicht allein. Auch Wettbewerber wie BMW und Daimler haben mit dem Problem monatelanger Wartephasen zu kämpfen. Wie von Business Insider berichtet, müssen sich etwa Käufer der noblen S-Klasse von Mercedes-Maybach bei bestimmten Sonderausstattungen inzwischen auf eine Lieferverzögerung von einem Jahr einstellen.

VW geht nach dringenden Hilferufen aus der Händlerschaft nun in die Offensive. Das belegt ein Brief von Anfang Juli mit der harmlos anmutenden Überschrift „Information zu Ihrem bestellten Volkswagen“. Das von Holger Santel, Leiter Volkswagen Deutschland, und Michael Arndt, Leiter Vertrieb Volkswagen Deutschland, unterzeichnete Schreiben liegt Business Insider vor.

„Wir freuen uns sehr, dass Sie sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten für ein Modell von Volkswagen entschieden haben. Gemeinsam mit Ihrem Volkswagen Partner setzen wir alles daran, Ihren Wünschen an Ihr neues Auto gerecht zu werden und Sie mit einem hochwertigen Produkt zu begeistern“, leiten Santel und Arndt ihre ungewöhnliche Botschaft ein. Diese sollen VW-Händler an besonders schwer vergrätzte Klienten aushändigen, um sie zumindest halbwegs zu kalmieren.

„Weltweite Störungen in der Lieferkette"

„Wir müssen Sie an dieser Stelle jedoch leider um Geduld für die Auslieferung Ihres neuen Volkswagen bitten“, räumen die beiden Wolfsburger Führungskräfte ein. „Aller Voraussicht nach können wir den Liefertermin, den wir Ihrem Volkswagen Partner rückbestätigt hatten, nicht einhalten“.

Als Entschuldigung bieten Santel und Arndt die folgenden Passagen an: „Ursache dieser Verzögerung sind unter anderem von Volkswagen unverschuldete Versorgungsengpässe durch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie, eine eingeschränkte Halbleiterverfügbarkeit und weltweite Störungen in der Lieferkette“. Und weiter: „Beeinträchtigt sind davon weite Teile der globalen Automobilindustrie und auch Volkswagen kann sich diesen Entwicklungen derzeit nicht entziehen“.

Erstaunlich ist die enorme Bandbreite der momentan davon tangierten Bauteile: „Dabei erstreckt sich der Bereich betroffener Ausstattungen zum Beispiel vom Modularen Infotainment Baukasten über Schiebedächer, Lenkung und Getriebe bis hin zur Anhängevorrichtung“, lässt das Führungskräfte-Duo wissen.

Dann versuchen sich Santel und Arndt in vorsichtigem Optimismus: „Aktuellen Prognosen zufolge dürfen wir hoffen, dass sich diese auch für uns sehr unbefriedigende Situation im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 verbessern wird“. Man setze „alles daran, die zeitliche Verzögerung so gering wie möglich zu halten“.

„Reduzierte, teilweise entfallende Produktionsprogramme"

Doch zugleich warnen die VW-Topmanager vorsorglich: „Bis Ihnen Ihr Volkswagen Partner einen endgültigen Auslieferungstermin mitteilen kann, wird es leider noch ein wenig Zeit brauchen, wir stehen diesbezüglich mit ihm in Kontakt“.

Wie ernst die Lage mittlerweile ist, zeigt eine VW-interne Übersicht zu den drohenden Lieferzeiten bei einzelnen Modellen. Die als vertraulich zu behandelnde Tabelle wurde Business Insider jüngst zugespielt. Einige Beispiele: Auf den Stadtflitzer VW Up und die vor Kurzem aufgewertete Kleinwagenbaureihe Polo müssen Interesssenten „mehr als 5 Monate“ warten. „Bis zu fünf Monate“ sind es beim schweren Geländewagen Touareg und dem Stromer-SUV ID.4, immer noch „bis zu vier Monate“ beim E-Kompaktauto ID.3, dem Golf 8, Tiguan Allspace und Sharan.

Wer aber glaubt, damit doch wohl noch einigermaßen klarkommen zu können, der sei gewarnt: „Die dargestellten Lieferzeiten werden derzeit überlagert durch die anhaltend schlechte Versorgungssituation bei den Halbleitern“, schlägt mit eigens gefetteten Worten der VW-Pkw-Vertrieb im Wolfsburger Intranet Alarm. „Aufgrund reduzierter und teilweise entfallender Produktionsprogramme können sich die angegebenen Lieferzeiten deutlich erhöhen“. Kein Wunder also, dass der Brief von Holger Santel und Michael Arndt mit zwei zerknirscht klingenden Zeilen schließt: „Uns ist bewusst, dass Sie mit dieser Situation nicht zufrieden sein können“. Und: „Wir bitten Sie an dieser Stelle nochmals um Verständnis“.

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