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„Bei uns beginnt eine neue Ära“ – Bike24-CFO Timm Armbrust über den Börsengang, Expansionspläne und schnelle Lieferungen

·Lesedauer: 3 Min.
Timm Armbrust ist seit 2016 CFO von Bike24
Timm Armbrust ist seit 2016 CFO von Bike24

Als Timm Armbrust 2016 bei Bike24 anfing, rechnete er nicht damit, dass er fünf Jahre später CFO eines börsennotierten Unternehmens sein würde.

Doch was weit weg erschien, wird nun Realität: Am Freitag geht – oder fährt – Bike24 an die Börse und ist damit der einzige reine Fahrradhändler, der in Europa gelistet ist. „Das erfüllt uns definitiv mit Stolz“, sagt Armbrust im Gespräch mit Business Insider.

Dabei hat sich Bike24 einen guten Zeitpunkt ausgesucht: Der IPO-Markt boomt und die Nachfrage nach Rädern wuchs während der Corona-Pandemie enorm. 2020 stieg der Fahrrad-Absatz laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in Deutschland um 17 Prozent an, auf mehr als fünf Millionen verkaufte Räder. Bei den E-Bikes betrug das Plus sogar 43 Prozent. „Wir haben auch von der Corona-Krise profitiert“, sagt Armbrust.

Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 200 Millionen Euro und das bereinigte Ebitda – Gewinn vor Steuern und Zinsen – stieg um mehr als 70 Prozent auf 26,7 Millionen Euro. „Wir sind im Gegensatz zu anderen E-Commerce-Unternehmen profitabel“, sagt Armbrust. Der Börsengang sei deswegen der „nächste logische Schritt“ und das Ziel ist gesetzt: „Wir wollen langfristig der führende Online-Händler rund um das Fahrrad in Kontinentaleuropa werden“, sagt der CFO.

Mit dem IPO-Geld will Bike24 nach Spanien expandieren

Mit dem Börsengang liegt der Unternehmenswert von Bike24 bei 662 Millionen Euro. Der Preis für die angebotenen Aktien sei auf 15 Euro je Papier festgelegt worden – ein kleiner Rückschlag. Erhofft hatte man sich mehr. Denn die 15 Euro liegen am unteren Ende der Preisspanne, die bis 19 Euro reichte. Über die 15 Euro sei Armbrust aber „nicht enttäuscht“: „Es ist ein stark umkämpftes Börsen-Umfeld, derzeit gibt es in Europa etwa 40 IPO-Kandidaten. Sehr viele E-Commerce-Unternehmen wollen an die Börse und wir sind glücklich, dass wir uns in diesem Umfeld durchsetzen konnten“, sagt der Finanzchef zu Business Insider.

100 Millionen Euro fließen durch den Gang aufs Parkett in die Bike24-Kasse. Das Geld soll „zügig“ ins Wachstum investiert werden: „Das Konzept ist in der Schublade und wartet nur darauf, verwirklicht zu werden.“ Im ersten Schritt will Bike24 nach Spanien expandieren und dort ein Distributionszentrum aufbauen – das erste außerhalb Deutschlands. „Wir liefern weltweit und haben gesehen, dass aus Spanien, Frankreich und Italien sehr viel Nachfrage kommt. Und mit Spanien wollen wir jetzt loslegen“, sagt Armbrust. Es gebe bereits einen Kundenservice mit spanischen Muttersprachlern und den Webshop mit spanischer Sprache.

Neben der Internationalisierung will Bike24 auch sein Produktsortiment erweitern und sich vor allem auf Komplett-Fahrräder fokussieren und nicht nur auf Zubehör und Ersatzteile, die aktuell bislang 90 Prozent des Online-Shops ausmachen. Insgesamt verkauft der Online-Fahrradhändler „alles von der Schraube bis zum teuren E-Bike“, wie der Finanzvorstand sagt. Im Sortiment gibt es mehr als 75.000 Produkte, von denen, so Armbrust, ungefähr 90 Prozent im Lager in Dresden „immer verfügbar“ sind.

„Wir geben auch aktuell das Lieferversprechen, dass 80 Prozent aller Produkte, wenn sie bis 15 Uhr bestellt werden, noch am gleichen Tag versendet werden“, sagt Armbrust. Der überwiegende Teil der Käufer erhält die Sendung somit schon am nächsten Tag. Was die Kunden am liebsten bestellen? „Der meistverkaufte Artikel ist ein Rennrad-Reifen einer deutschen Marke“, so Armbrust.

„Bei uns beginnt eine neue Ära“

Der CFO ist sehr froh, dass am Freitag das IPO-Projekt erfolgreich beendet ist. Die Roadshow-Zeit, also die Phase, wo die Geschäftsführer Investor um Investor abklappern, um ihr Unternehmen zu bewerben, sei „sehr anstrengend“, aber auch „lehrreich“ gewesen. Armbrust: „Die Leute, die da gegenübersitzen, sind auch echt smart und man muss in einer Stunde alles Wichtige angebracht haben.“

Wegen der Corona-Beschränkungen, wird es keine große Party geben, aber Donnerstagabend gehen Armbrust und der CEO Andres Martin-Birner mit einem „kleinen Mitarbeiterkreis“ gemeinsam in Frankfurt essen: „Ein Börsengang ist eine Sache, die man auf jeden Fall mit seinen Mitarbeitern feiern sollte. Denn bei uns beginnt eine neue Ära.“

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