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UN-Ozeanbeauftragter: Schutz der Meere muss oberste Priorität haben

DAVOS/NEW YORK (dpa-AFX) - Beim Kampf um intakte Ozeane ist das Jahr 2020 nach Ansicht des UN-Ozeanbeauftragten Peter Thomson entscheidend. "Wenn das Jahr endet, und wir keine Ergebnisse haben, sind wir in großen Schwierigkeiten", sagte Thomson der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen viel mehr Aufmerksamkeit für die Meere. Es hängt alles miteinander zusammen: Ozeane, Biodiversität, Klima - das ist eine Sache", betonte Thomson. "Bisher haben Regierungen und Menschen immer die Meere und die Umwelt ans Ende der Prioritätenliste gesetzt. Sie haben Sicherheit und Nahrung den Vorrang gegeben." Das müsse sich sofort ändern. Auf der UN-Ozeankonferenz in Lissabon vom 2. bis 6. Juni müssten neue Verpflichtungen beschlossen werden.

Die Menschen verstünden nicht, wie schlimm der Verlust von Sauerstoff für das Leben in den Ozeanen sei. "Das wird immer schlimmer", sagte Thomson. Hinzu komme die Versauerung der Meere durch Kohlenstoffdioxid (CO2), der sich im Ozean auflöst. "Die Meere sind immer saurer geworden, seit die Industrialisierung begonnen hat, das macht es sehr schwer für Muscheln und Wirbeltiere zu existieren." Auch Korallen würden beschädigt.

Eine weitere Gefahr sei die Meereserwärmung, die die Gefahr durch beispielsweise Tropenstürme erhöhe. So seien Zyklone in seiner Heimat Fidschi ein zunehmendes Problem geworden, sagte Thomson. "Die zunehmende Wildheit und Unberechenbarkeit dieser Stürme ist einfach nur verheerend."